Die Revolution ist weiblich

frauenKolumne von Abdullah Öcalan*
Über die Frauenfrage nachzudenken und zu schreiben, bedeutet, die gesamte Geschichte und Gesellschaft infrage zu stellen. Grund hierfür ist das beispiellose Ausmaß der systematischen Ausbeutung der Frau. Aus diesem Blickwinkel lässt sich die Zivilisationsgeschichte als eine Verlustgeschichte der Frau definieren. Im Laufe dieser Geschichte – der Geschichte von Gott und seinen Knechten, von Herrschern und Untertanen, der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Kunst – etablierte sich die patriarchale Persönlichkeit des Mannes. Dabei verlor die gesamte Gesellschaft; die sexistische Gesellschaft war das Ergebnis. Sexismus ist Machtinstrument und Waffe zugleich, die im Laufe der Geschichte in allen Zivilisationssystemen dauerhaft zum Einsatz kamen.… weiterlesen

Befreiung aus mehrfacher Unterdrückung

kariane westrheimDie Frauen in der PKK und die kurdische Freiheitsbewegung
Prof. Dr. Kariane Westrheim, PhD in Psychologie, Norwegen Würden wir uns einmal zu Ahnenforschung bei kurdischen Frauen entscheiden, dann würden wir uns mit ziemlicher Sicherheit in Sphären begeben, die von Krieg und politischer Konfrontation bestimmt werden. Diese Frauen waren und sind stets auf der Suche nach einer gerechten Gesellschaft und müssen dabei gleichzeitig stets Widerstand leisten gegen die Unterdrü¬ckungspolitik des Staates. Zunächst einmal müssen alle Frauen, insbesondere politisierte Frauen in einem patriarchalen Umfeld, sich bewusst machen, in was für einem historischen und politischen Raum-Zeit-Gefüge sie sich bewegen.… weiterlesen

Was muss getan werden?

ozgur_sevg_goralAnstieg der Fälle von Gewalt gegen Frauen in der Türkei
Özgür Sevgi Göral, Anwältin und Wissenschaftlerin
Mein Beitrag thematisiert die Frauen- und Ehrenmorde, die ein zentrales und dringlichstes Problem in der heutigen Türkei darstellen. Der Grund, diese Problematik als so zentral und dringlich zu kategorisieren – obwohl es zahllose weitere Probleme von Gewalt und Unterdrückung gibt, mit denen Frauen konfrontiert sind –, ist die Tatsache, dass das Recht auf Leben ein fundamentales Recht ist. Themen wie Militarismus, Nationalismus, Chauvinismus und Frauenfeindlichkeit können ebenfalls nicht verschwiegen werden, wenn Frauenmorde genau betrachtet und analysiert werden. Lassen Sie uns mit den tragischen Fakten beginnen: In den letzten zehn Jahren wurden tausende Frauen ermordet.… weiterlesen

Die Frauen sind der Garant für den Erfolg der Revolution

rojava efrinUnsere jahrtausendealten Träume sind auf dem Weg, Wirklichkeit zu werden
Interview mit Silan Rojinda
Seit der Ausrufung der Demokratischen Autonomie im Jahre 2010 wurden auch in Südwestkurdistan entsprechende Arbeiten geleistet. Teil davon ist der Aufbau von Rätestrukturen, Selbstverteidigungskräften in der Gesellschaft und einem umfassenden Bildungssystem. Silan Rojinda ist seit fast 20 Jahren in der kurdischen Frauenbewegung aktiv und arbeitet zurzeit in Südkurdistan. Sie kehrte vor kurzem von einem dreimonatigem Aufenthalt in Südwestkurdistan zurück. Ziel ihrer Reise war es, die aktuellen Entwicklungen zu beobachten und den dortigen Kampf zu unterstützen. Sie berichtet von der Rolle der Frauen in dieser Revolution, den Schwerpunkten der Arbeiten und vom Einfluss des Krieges innerhalb Syriens auf die Entwicklungen in den kurdischen Gebieten.… weiterlesen

Die Rolle der Frauenbewegung beim Aufbau der Demokratischen Autonomie in Westkurdistan

Interview mit Delsha Osman, Yekitîya Star
Delsha Osman ist seit 2005 Mitglied der Koordination der Frauenbewegung »Yekitîya Star« in Westkurdistan. Aufgrund der Repression des syrischen Staates war sie gezwungen, ins Exil nach Europa zu gehen. Auch von hier aus verfolgt sie intensiv die Entwicklungen in ihrer Heimat und setzt ihre politische Arbeit fort. Wie beschreiben Sie die Situation von Frauen in Westkurdistan und Syrien? Frauen wurde die Meinungs- und Organisierungsfreiheit unter dem chauvinistischen Baath-Regime immer verweigert. Die Assad-Familie gleicht einer Dynastie, die Syrien über ihren Staatsapparat und Geheimdienst kontrolliert. Sie regiert mit Methoden wie Unterdrückung, Verhaftung, Folter und Missachtung der Menschenrechte.… weiterlesen

Das Leben der Frauen in Südkurdistan

guneykurdEin langatmiger Kampf um eine bessere Zukunft
Medya
Medya lebt seit nunmehr 20 Jahren in Kurdistan. Als gelernte Altenpflegerin ging sie in die Berge. Sie ist Teil eines Ärzteteams, das sich in den Dörfern und auf den Hochalmen der Kandil-Berge in Südkurdistan um die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung kümmert. Wenn es ihre Zeit und die Situation erlauben, sendet sie uns einen Brief über ihr Leben in Südkurdistan. Mit diesem Brief will sie uns die alltägliche Situation der kurdischen Frau näherbringen. Das Leben der Frauen hier in Südkurdistan [Nordirak] verständlich zu machen ist nicht ganz einfach, weil es für den Menschen in Europa nicht so leicht nachvollziehbar ist, denn Frau lebt hier ganz anders.… weiterlesen

Parteipolitische Differenzen sollten Frauen nicht daran hindern, gemeinsam zu handeln

von Nilüfer Koç, Bericht über die II. Kurdische Frauenkonferenz in Hewler

Vom 22. bis 24. Mai 2012 fand im nordirakischen Hewler die II. Kurdische Frauenkonferenz statt. Über deren Vorbereitung und Verlauf informiert der folgende Artikel.

Im Mai 2007 hatte der Hohe Frauenrat (KJB) auf seiner III. Vollversammlung die Frage der nationalen Einheit als eine politische Notwendigkeit der kurdischen Politik auf seine Tagesordnung genommen. In der umfangreichen Schlussresolution des KJB wurden kurdische Frauen und kurdische Frauenorganisationen aufgerufen, eine nationale Frauenkonferenz ins Leben zu rufen. Die weiteren Vorbereitungen wurden im Wesentlichen von Frauen des Kurdischen Nationalkongresses (KNK) betrieben, da diese Beziehungen zu allen kurdischen politischen Parteien in allen Teilen Kurdistans sowie der Diaspora hat.

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Aus der Perspektive der Frau

jinhaJINHA: Die weltweit erste feministische Nachrichtenagentur
Interview einer Hamburger Newrozdelegation mit der feministischen Nachrichtenagentur Jin Haber aus Amed Wir sind hier, weil wir uns sehr für die Frauenbewegung und Frauenarbeit in Kurdistan interessieren. Wir sind kein Frauenverein oder eine NGO, sondern eine Nachrichtenagentur. Unser Schwerpunkt ist, dass wir als Mitarbeiterinnen in den Medien das Problem von Sexismus in den Medien angehen. Wir stellen uns gegen Sexismus in der Medienlandschaft. Unsere Agentur besteht von Reporterinnen bis Redakteurinnen ausschließlich aus Frauen. Damit stellen wir die weltweit erste feministische Nachrichtenagentur dar. Unsere Gründung war am 8. März 2012 [Anm: Internationaler Frauenkampftag].… weiterlesen

Die kurdische Frau in Westkurdistan

westkurdistan_frauenFrauenräte und Selbstverwaltungsstrukturen in allen kurdischen Regionen
Können Sie sich bitte kurz vorstellen? Mein Name ist Dilsa Osman. Ich bin seit 2005 Koordinations-Mitglied des Verbandes „Yekitya Star” in Westkurdistan. Aufgrund der Repression des syrischen Staates war ich gezwungen ins Ausland zu gehen. Wie bewerten Sie die aktuellen Ereignisse in Westkurdistan (syrisch besetzt)und Syrien? In welchen Städten wird die demokratische Selbstverwaltung praktiziert und gelebt? Wie gestaltet sich das Leben in diesen Städten? In den ersten Jahren, nach dem nach der Gründung Syriens, war Syrien ein Staat, in dem verschiedene Ethnien und Religionen ihren Platz hatten. Diese Vielfalt endete jedoch im Jahr 1963, als das Regime wieder diktatorische Züge annahm.… weiterlesen

Natürlich gehört unser Körper uns!

feminist kadınlarDie wichtigste Frage ist, wer die Macht über diesen Körper ausübt, aber:
Natürlich gehört unser Körper uns!
Fadile Yildirim, Frauenrechtsaktivistin
„Wenn ich zum Spazierengehen aus meinem Haus gehe, dann ist unter jedem Baum im Park ein Pärchen zu sehen. Jeder Strauch ist wie ein Schlafzimmer. Es ist alles zu sehen. Und dies lässt mein Blut gefrieren.“ (Ali Osman Kaya, der von der AKP eingesetzte Sicherheitschef von Bursa, im April 2012) „Auf den Straßen ist bei den Frauen alles, sogar intime Stellen, zu sehen. Leider hat sich ein großer Teil unseres Landes zu einem offenen und freien Bordell gewandelt.… weiterlesen

Brief an Hayrünnisa Gül [Gattin des Staatspräsidenten der Türkei Abdullah Gül]

abdullah gul-hayrunisa gulYildirim Türker / Autor, Journalist und Kolumnist der Zeitung “Radikal”, 4.3.2012
Fatma Tokmak, im Gefängnis sitzende Mutter von Azat, hat in einem Brief, ausgehend von ihren eigenen Erlebnissen, über die Erlebnisse von Frauen in Gefängnissen berichtet. Ich hoffe ihr habt Fatma Tokmak nicht vergessen. Sie ist Azats Mutter. Heute überlasse ich den Platz in meiner Kolumne ihrem an Hayrünnisa Gül geschriebenen Brief. Guten Tag geehrte Frau Hayrünnisa, ich schreibe ihnen diesen Brief aus der Justizvollzugsanstalt für Frauen in Bakirköy. Zunächst beginne ich damit, mich vorzustellen. Ich stamme aus Sirnak. Ich bin schwer herzkrank, aber vor allem bin ich Mutter.… weiterlesen

Erste Frauen-Nachrichtenagentur der Welt

Jinha LogoMusa Kenan
„Wir schreiben, ohne darüber nachzudenken was die Männer dazu sagen würden” (Virginia Woolf) und wir verändern die Sprache der Medien, nach uns werden die Medien in der Welt nicht mehr so sein, wie sie waren (JINHA – Jin1 Haber Ajansi – Frauen Nachrichtenagentur).2 Mit diesem selbstbewusstem Auftreten und dem anspruchsvollem Vorhaben, hat die erste Frauen-Nachrichtenagentur der Welt „JINHA“ seine Gründung in Amed (Diyarbakir) am 08.03.2012, dem Weltfrauentag, bekanntgegeben. Zu Recht dürfte sich die eine oder der andere fragen „Erste Frauen-Nachrichtenagentur?“. Weltweit gibt es drei (uns bekannte) Ansätze einer Frauen-Nachrichtenagentur. Das WSF (Women’s Feature Service, http://www.wfsnews.org) wurde 1991 gegründet und setzt sich mit Geschichten aus dem Leben der Frauen auseinander.… weiterlesen