„Jenseits von Staat, Macht und Gewalt“

Staat Gewalt und macht-Abdullah ÖcalanDas jüngst auf Deutsch erschienene Werk von Abdullah Öcalan
Rezension von Elmar Millich
Das leider jetzt erst ins Deutsche übersetzte Buch „Jenseits von Staat, Macht und Gewalt“ erschien im Original 2004 in einer Zeit der bisher größten Umbrüche in der kurdischen Befreiungsbewegung. Nach der Aufgabe des bisherigen Selbstverständnisses der PKK als marxistisch-leninistische Kaderpartei fanden intensivste Diskussionen über einen demokratischen ideologischen und organisatorischen Neuaufbau statt, die dann zur Gründung des KONRGA-GEL als Prinzip einer basisdemokratischen Rätestruktur führten. Die Eingabe von Öcalan [an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte] hatte auf diese Entwicklung maßgeblichen Einfluss. Als roter Faden durch die verschiedenen Kapitel des Buchs zieht sich eine konsequent antietatistische Position, die den Staat nicht als Lösung, sondern als Quelle allen Übels sieht.… weiterlesen

Steht Kurdistan vor einer neuen Revolution?

abdullah öcalanKolumne von Abdullah Öcalan – Juni 2010
Um die kurdische Frage zu verstehen, ist ein Blick auf die geschichtlichen Hintergründe unumgänglich. Die andauernde Tragödie zeigt, dass dieses historische Problem nicht mit einfachen Mitteln lösbar ist. Nachdem der türkische Nationalismus zu einer Staatsdoktrin wurde, wurden das armenische und das aramäische Volk Opfer eines offenen Völkermordes. Die Kurden waren hingegen einem schleichenden Genozid durch die Verleugnung ihrer Identität ausgesetzt. Ihre Sprache wurde verboten, Namen von Menschen und Orten türkisiert, Staatsterror und Demütigung zu einem Teil des täglichen Lebens – bis in die jüngste Vergangenheit hinein. Die Kurden wurden vertrieben, ihres Hab und Gutes beraubt und zur Armut verurteilt; Tausende ihrer Dörfer wurden niedergebrannt.… weiterlesen

Wir Frauen vertrauen uns selbst …

kadin konferansiAbschlussresolution der 1. Frauenkonferenz des Mittleren Ostens
Cenî – Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V., Düsseldorf, 4. Juni 2013
Vom 31. Mai bis zum 2. Juni fand in Amed (Diyarbakir) die 1. Frauenkonferenz des Mittleren Ostens statt. Die von der DÖKH (Demokratische Freie Frauenbewegung) organisierte Veranstaltung stand unter dem Motto »Jin, Jiyan, Azadî« (Frauen, Leben, Freiheit) und war den drei am 9. Januar in Paris ermordeten kurdischen Politikerinnen Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Saylemez gewidmet. Drei Tage diskutierten 250 Frauen aus 26 Ländern des Mittleren Ostens sowie Nordafrikas über ihre Erfahrungen und Perspektiven im Kampf für die Befreiung vom patriarchalen Herrschaftssystem und über die aktuellen politischen Entwicklungen in der Region.… weiterlesen

Verantwortung für ein freies und demokratisches Land

Abdullah ÖcalanGrußbotschaft von Abdullah Öcalan auf “Friedens und Demokratiekonferenz in Europa”, 29. Juni 2013 in Brüssel 
(…) Alle tragen große Verantwortung dafür, dass ein freies und demokratisches Land entsteht, in dem alle Völker und Kulturen gleichberechtigt leben können, wie es der Geschichte Kurdistans und Anatoliens würdig ist. Ich rufe Euch, die Repräsentanten aller unterdrückten Völker, Klassen und Kulturen, die im Exil leben müssen, die Frauen als älteste Kolonie und unterdrückte Klasse, die unterdrückten Glaubensgemeinschaften und Konfessionen und die Träger anderer kultureller Identitäten, die Vertreter der Arbeiterklasse und alle, die vom System ausgegrenzt werden, anlässlich dieser Konferenz auf, sich aktiv am Vorstoß für demokratische Politik und am demokratischen Kampf zu beteiligen.… weiterlesen

Eine Bewertung der Menschenrechts­verletzungen in der Türkei

ihdDer Bericht des Menschenrechtsvereins IHD für das Jahr 2012
Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e. V., 15.04.2013
Im April letzten Jahres veröffentlichte der Menschenrechtsverein in der Türkei (Insan Haklari Dernegi, IHD) seinen Menschenrechtsbericht für das Jahr 2011. Darin wurde ein signifikanter Anstieg der Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Vorjahren festgestellt, und dass die Türkei sich zunehmend in einen autoritären Polizeistaat verwandele. Sehen wir uns nun den neuen IHD-Bericht an, erkennen wir, dass die Menschenrechtsverletzungen seitens des türkischen Staates auch 2012 kein Ende genommen haben. Es gilt zunächst für das Jahr 2013 zu betonen, dass der von dem auf der Gefängnisinsel Imrali inhaftierten PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan eingeleitete Lösungsprozess eine bedeutende Entwicklung darstellt.… weiterlesen

Sakran, das zweite Pozanti?

şakran gefangnissIm Februar vergangenen Jahres wurde öffentlich, dass im M-Typ-Gefängnis von Pozanti bei der Stadt Adana aus politischen Gründen inhaftierte Minderjährige vom Gefängnispersonal und erwachsenen Insassen der Anstalt vergewaltigt, sexuell belästigt und gefoltert wurden. 
Nun meldeten am 27.05.2013 mehrere türkische Nachrichtenportale, wie zum Beispiel die türkische Zeitung „Milliyet“ oder die unabhängige Internetzeitung T24, nach Angaben des größten Anwaltsvereins der Türkei CHD Çagdas Hukukçular Dernegi (Zeitgenössische Juristenvereinigung) von ähnlichen Fällen gegenüber inhaftierter Minderjährigen im Sakran-Gefängnis in Izmir. In einer Pressekonferenz der Izmir-Abteilung des CHD wurde erklärt, dass die Minderjährigen im Sakran-Gefängnis mit Folter und unmenschlichen erniedrigenden Praktiken seitens des Gefängnispersonals konfrontiert werden.… weiterlesen

Erste Nahost-Frauenkonferenz in Amed

Der Arabische Frühling im Nahen Osten ist kein Frühling der Frauen, sondern ein Frühling der Männer, Interview mit Ayse Gökhan aus der Vorbereitungskommission der Nahost-Frauenkonferenz
Vom 31. Mai bis zum 2. Juni findet die erste Nahost-Frauenkonferenz statt, die den drei kurdischen Aktivistinnen Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez, welche am 9. Januar 2013 in Paris ermordet worden sind, gewidmet ist. Ayse Gökhan, ein Mitglied der Vorbereitungskommission erklärt, dass die Konferenz die starke Frauendynamik im Nahen Osten zeigen wird und zum Frieden in der Region beitragen werde. Gökhan stellt fest, dass die aktuelle Entwicklungsphase im Nahen Osten unter dem „Arabischen Frühling“ kein Frauenfrühling ist: „Veränderungen, die die Frauen nicht befreit, können kein Frühling sein.… weiterlesen

Menschenrechtsverein der Türkei veröffentlicht interaktive Karte von Massengräbern

IHD toplu mezarlarDer Menschenrechtsverein IHD stellt die erste interaktive Karte von Massengräbern in der Türkei vor
Auf einer Pressekonferenz hat der IHD die interaktive Karte zu den Sammel- und Massengräbern in der  Türkei vorgestellt. Zusammen mit der Karte, die hier aufgerufen werden kann, wurde auch die aktualisierte Fassung eines Berichts über die Massengräber veröffentlicht, der zuerst im Februar erschienen war. Demzufolge gibt es mindestens 3.248 Leichname in 253 verschiedenen Gräbern.  Der IHD-Sekretär Bilici geht davon aus, dass die meisten der 40.000 Kriegsopfer nicht in regulären Gräbern bestattet sind. Viele Militante und ZivilistInnen, die extralegal ermordet worden sind, wurden von staatlichen oder militärischen Kräften in Massengräbern verscharrt.… weiterlesen

einleitende worte zum demokratischen konföderalismus

demokratischen konföderalismusEntnommen aus der Broschüre: Demokratische Autonomie in Nordkurdistan: Rätebewegung, Geschlechterbefreiung und Ökologie in der Praxis
Im Folgenden soll ein schlaglichtartiger Blick auf die Idee des Demokratischen Konföderalismus geworfen werden. Viele Aspekte werden sich in den Interviews und Artikeln wiederfinden und dort teilweise noch vertieft. Uns geht es an dieser Stelle nicht um eine theoriekritische Auseinandersetzung mit dem Konzept, sondern darum, die ideologische Ausrichtung zu beschreiben, in deren Rahmen die autonomen Strukturen aufgebaut werden. Ausgangspunkt für die politische Neuausrichtung war das Scheitern des Realsozialismus und der nationalen Freiheitsbewegungen in Bezug auf das Ziel, eine befreite Gesellschaft zu schaffen.… weiterlesen

13 Tote bei Gefängnisaufstand in Urfa – Bau neuer Gefängnisse ist die falsche Antwort

GefangnissPressemitteilung Ressort: Außenpolitik – Türkei Aufgrund unwürdiger und menschenverachtender Haftbedingungen haben politische Gefangene am Wochenende im E-Typ-Gefängnis der in den kurdischen Provinzen der Türkei gelegenen Stadt Urfa ihre Zellen in Brand gesteckt. Dabei starben 13 Menschen, fünf wurden verletzt. Die Unruhen waren ausgebrochen, nachdem Wärter bei 40 Grad Hitze den Ventilator in einer Zelle für sechs Gefangene, in der sich 18 Personen befanden, abmontierten. Auch am Montag protestierten Gefangene auf diese Weise in der gleichen Haftanstalt. Mindestens 14 Menschen wurden verletzt, einer davon schwer. In den Zellen minderjähriger Inhaftierter hatten diese ihre Betten in Brand gesetzt, heißt es dazu in den türkischen Medien.… weiterlesen

Die Revolution ist weiblich

frauenKolumne von Abdullah Öcalan*
Über die Frauenfrage nachzudenken und zu schreiben, bedeutet, die gesamte Geschichte und Gesellschaft infrage zu stellen. Grund hierfür ist das beispiellose Ausmaß der systematischen Ausbeutung der Frau. Aus diesem Blickwinkel lässt sich die Zivilisationsgeschichte als eine Verlustgeschichte der Frau definieren. Im Laufe dieser Geschichte – der Geschichte von Gott und seinen Knechten, von Herrschern und Untertanen, der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Kunst – etablierte sich die patriarchale Persönlichkeit des Mannes. Dabei verlor die gesamte Gesellschaft; die sexistische Gesellschaft war das Ergebnis. Sexismus ist Machtinstrument und Waffe zugleich, die im Laufe der Geschichte in allen Zivilisationssystemen dauerhaft zum Einsatz kamen.… weiterlesen

Die Kunst liegt im Aufbau der alternativen Moderne

demokratische koföderalismusDas Gesellschaftssystem dieser Moderne nennt sich Demokratischer Konföderalismus
Gönül Kaya, Journalistin
Aus menschheitsgeschichtlicher Perspektive war das letzte halbe Jahrhundert aus der Sicht sowohl der Kräfte der kapitalistischen Moderne als auch der Kräfte, die Widerstand für ein freies Leben leisten, eine Phase des Hinterfragens, voller Wirrnisse und Lösungsansätze, auf der ideologischen wie auf der historischen, sozialen, politischen, ökonomischen, ökologischen und geschlechterfreiheitlichen Ebene. Darüber hinaus charakterisiert die Suche nach Antworten auf Fragen wie „Wie ist die Menschheit an diesen Punkt gelangt?“, „Wie leben wir heute?“, „Wie haben wir in der Zukunft zu leben?“ den zeitgenössischen Kampf, wobei die Lösungen auf Demokratie, Gleichberechtigung und Freiheit beruhen.… weiterlesen

Nein zur Atomkraft – auch in Anatolien!

nukleerAnti-Atom-Bewegung in der Türkei im Aufwind
Ercan Ayboga, Initiative zur Rettung Hasankeyfs
Auch die Regierung der Türkei plant seit vielen Jahren den Bau von Kernkraftanlagen, und das trotz des Super-GAUs in Japan im März 2011 und des in den letzten Monaten beschlossenen Ausstiegs bzw. Nicht-Wiedereinstiegs in drei europäischen Staaten; der BRD, Schweiz und Italien. Auch diese Atomkraftwerke sind wie viele andere Infrastruktur- und Energieprojekte in der Türkei sehr umstritten und werden von einer breiten Bewegung bekämpft. Ihre Argumente sind zu Recht denen in anderen Ländern ähnlich: Gefahr einer Explosion bzw. Zerstörung mit schwer voraussehbaren Folgen für die menschliche Gesundheit und Natur, ungelöste Frage der Endmülllagerung, hohe ökologische Belastung durch Abbau und Aufbereitung von Uran, kein Beitrag zur Beschränkung der Klimaveränderung, unkalkulierbare hohe gesellschaftliche Kosten etc.… weiterlesen

Eine Karte von Kurdistan …

toplu_mezar_haritasi_haber_resmit_1328Spielt ihr keine Rolle bei diesen Massengräbern, für die ihr euch schämen solltet?
Mahmut Sakar, MAF-DAD e. V.
Während ich diesen Artikel schreibe, betrachte ich eine Landkarte. Es ist jedoch keine übliche Landkarte. Sie zeigt die Massengräber in Kurdistan. Die Zweigstelle Diyarbakir des IHD hat ausgehend nur von Zeugenaussagen und Presseinformationen die Existenz von 114 Massengräbern in 11 Provinzen festgestellt, in denen sich die sterblichen Überreste von 1469 Personen befinden. In den bisher geöffneten 26 Massengräbern fanden sich die Knochen von 171 Menschen. Die Weiten von Colemêrg (Hakkari) bis Dêrsim (Tunceli) sind voll von Massengräbern und Knochen von nicht identifizierten Personen.… weiterlesen

Die Massengräber öffnen – das Schweigen brechen…!

ihdDiejenigen, die sich der dunklen Seite der Vergangenheit nicht stellen, können auch keine ehrenhafte Zukunft aufbauen
Pressekonferenz des Menschenrechtsverein (IHD) Zweigstelle Diyarbakır zu den Ergebnissen seiner Untersuchungen, 11.02.2011
Werte Pressevertreter und Pressevertreterinnen, Wir sind heute zusammengekommen, um die Öffentlichkeit über die Ergebnisse unserer Bemühungen bezüglich der Massengräber zu informieren, die in ihrer ganzen Grauenhaftigkeit in unser Leben getreten sind; dabei wollen wir die Öffentlichkeit auch über die beharrliche Weigerung der türkischen Eliten seit der Gründung der Republik Türkei bis zum heutigen Tage in Kenntnis setzen, die Kurdenfrage einer Lösung zuzuführen, und die Öffentlichkeit über die schreck­lichen Folgen eben dieser vorsätzlichen Indifferenz aufklären.… weiterlesen

Von der Wissensfabrik des Kapitals zur Freiheit menschlicher Erkenntnis

annaVortrag von Ann-Kristin Kowarsch am 4. Februar 2012 in der Universität Hamburg
Der Königsweg menschlicher Erkenntnis in seiner säkularen und diesseitigen Form verläuft durch die Wissenschaften. Wurde einst dem Anliegen der Emanzipation und Befreiung insbesondere in der Philosophie Rechnung getragen, so sind die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften im postmodernen Kapitalismus als Agenturen historischer und sozialer Deutungsmacht unter die Räder des zweck- und nutzorientierten Verwertungsprimats der führenden gesellschaftlichen Akteure geraten. Wurde die Freiheit von Forschung und Lehre einst dem absolutistischen Herrschaftsanspruch von Thron und Altar in bisweilen lebensgefährlichen Kämpfen abgerungen, so neigt sie in ihrer neoliberalen Wendung dazu, dem humanistischen Auftrag der Wissenschaften durch ideologische, institutionelle und berufsständische Interessen zuwiderzuhandeln.… weiterlesen

Befreiung aus mehrfacher Unterdrückung

kariane westrheimDie Frauen in der PKK und die kurdische Freiheitsbewegung
Prof. Dr. Kariane Westrheim, PhD in Psychologie, Norwegen Würden wir uns einmal zu Ahnenforschung bei kurdischen Frauen entscheiden, dann würden wir uns mit ziemlicher Sicherheit in Sphären begeben, die von Krieg und politischer Konfrontation bestimmt werden. Diese Frauen waren und sind stets auf der Suche nach einer gerechten Gesellschaft und müssen dabei gleichzeitig stets Widerstand leisten gegen die Unterdrü¬ckungspolitik des Staates. Zunächst einmal müssen alle Frauen, insbesondere politisierte Frauen in einem patriarchalen Umfeld, sich bewusst machen, in was für einem historischen und politischen Raum-Zeit-Gefüge sie sich bewegen.… weiterlesen

Vom Antikolonialismus zu Kommunalismus und Konföderalismus

reimar_heiderVortrag von Reimar Heider am 4. Februar 2012 in der Universität Hamburg
(…) Die demokratisch-konföderalistische Gesellschaft kann als eine Vertiefung und Erweiterung von Demokratie beschrieben werden. Im Sinne einer Vertiefung werden Gremien und Organisationsformen geschaffen, die eine direkte Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen gewährleisten. Dem kapitalistischen Nationalstaat, der einen uniformen Bürger, eine einheitliche Sprache und eine bestimmte Ideologie erzwingt und wie im Falle des türkischen auch eine bestimmte Religion bevorzugt, setzt der Konföderalismus den Ansatz diverser Gemeinschaften entgegen, die jeweils ihre eigene Sprache, Kultur und gesellschaftliche Organisation behalten und nicht gegeneinander agieren, sondern ein Netzwerk bilden, das den Staat ersetzen soll.… weiterlesen

Vom Marxismus zu Kommunalismus und Konföderalismus: Bookchin und Öcalan

janet_biehlVortrag der amerikanischen Ökofeministin Janet Biehl, 05.02.2012
Zu den wichtigsten linken Theoretikern, deren Ideen vom 3. bis zum 5. Februar auf der Konferenz “Die kapitalistische Moderne herausfordern – Alternative Konzepte und der kurdische Aufbruch” diskutiert wurden, gehörten zweifelsohne Murray Bookchin, der 2006 verstorbene Vordenker der Anti-Kapitalismusbewegung unserer Tage, und Abdullah Öcalan, der seit 1999 in der Türkei inhaftierte Anführer der kurdischen Arbeiterpartei (PKK). Über das wenig bekannte intellektuelle Verhältnis beider Männer berichtete am dritten und letzten Tag des Kongresses, im Rahmen der Session “Ein neues Paradigma: demokratische Moderne” Bookchins Lebensgefährtin Janet Biehl, die selbst seit über zwanzig Jahren als eine der führenden Ökofeministinnen Amerikas gilt.… weiterlesen

Staudammbau am Fluss Botan

botanVon den Flüssen des Lebens zu den Flüssen des Todes …
Murat Gürbüz, politischer Häftling im E-Typ-Gefängnis Sêrt (Siirt)
Die Türkei ist, was Staudämme angeht, ein sehr reiches Land. In Kurdistan ist fast jeder Bach, jeder Fluss, schon fast jeder Wasserlauf mit einem Staudamm ausgestattet. Und Kurdistan war anscheinend noch zu wenig, so entschied man sich ebenfalls für Staudämme in der Schwarzmeerregion der Türkei. Es steht außer Frage, dass die Menschheit Staudämme und den aus ihnen gewonnenen Strom benötigt. Aber noch vor Elektrizität und Strom ist für den Menschen eine gesunde Natur überlebensnotwendiger. Der Alkumru-Staudamm am Fluss Botan im Landkreis Tillo (Aydinlar), Provinz Sêrt (Siirt), sollte im Hinblick auf seine Vorteile für die regionale Bevölkerung näher betrachtet werden.… weiterlesen