Menschenrechtsverein der Türkei veröffentlicht interaktive Karte von Massengräbern

IHD toplu mezarlarDer Menschenrechtsverein IHD stellt die erste interaktive Karte von Massengräbern in der Türkei vor
Auf einer Pressekonferenz hat der IHD die interaktive Karte zu den Sammel- und Massengräbern in der  Türkei vorgestellt. Zusammen mit der Karte, die hier aufgerufen werden kann, wurde auch die aktualisierte Fassung eines Berichts über die Massengräber veröffentlicht, der zuerst im Februar erschienen war. Demzufolge gibt es mindestens 3.248 Leichname in 253 verschiedenen Gräbern.  Der IHD-Sekretär Bilici geht davon aus, dass die meisten der 40.000 Kriegsopfer nicht in regulären Gräbern bestattet sind. Viele Militante und ZivilistInnen, die extralegal ermordet worden sind, wurden von staatlichen oder militärischen Kräften in Massengräbern verscharrt.… weiterlesen

einleitende worte zum demokratischen konföderalismus

demokratischen konföderalismusEntnommen aus der Broschüre: Demokratische Autonomie in Nordkurdistan: Rätebewegung, Geschlechterbefreiung und Ökologie in der Praxis
Im Folgenden soll ein schlaglichtartiger Blick auf die Idee des Demokratischen Konföderalismus geworfen werden. Viele Aspekte werden sich in den Interviews und Artikeln wiederfinden und dort teilweise noch vertieft. Uns geht es an dieser Stelle nicht um eine theoriekritische Auseinandersetzung mit dem Konzept, sondern darum, die ideologische Ausrichtung zu beschreiben, in deren Rahmen die autonomen Strukturen aufgebaut werden. Ausgangspunkt für die politische Neuausrichtung war das Scheitern des Realsozialismus und der nationalen Freiheitsbewegungen in Bezug auf das Ziel, eine befreite Gesellschaft zu schaffen.… weiterlesen

13 Tote bei Gefängnisaufstand in Urfa – Bau neuer Gefängnisse ist die falsche Antwort

GefangnissPressemitteilung Ressort: Außenpolitik – Türkei Aufgrund unwürdiger und menschenverachtender Haftbedingungen haben politische Gefangene am Wochenende im E-Typ-Gefängnis der in den kurdischen Provinzen der Türkei gelegenen Stadt Urfa ihre Zellen in Brand gesteckt. Dabei starben 13 Menschen, fünf wurden verletzt. Die Unruhen waren ausgebrochen, nachdem Wärter bei 40 Grad Hitze den Ventilator in einer Zelle für sechs Gefangene, in der sich 18 Personen befanden, abmontierten. Auch am Montag protestierten Gefangene auf diese Weise in der gleichen Haftanstalt. Mindestens 14 Menschen wurden verletzt, einer davon schwer. In den Zellen minderjähriger Inhaftierter hatten diese ihre Betten in Brand gesetzt, heißt es dazu in den türkischen Medien.… weiterlesen

Die Revolution ist weiblich

frauenKolumne von Abdullah Öcalan*
Über die Frauenfrage nachzudenken und zu schreiben, bedeutet, die gesamte Geschichte und Gesellschaft infrage zu stellen. Grund hierfür ist das beispiellose Ausmaß der systematischen Ausbeutung der Frau. Aus diesem Blickwinkel lässt sich die Zivilisationsgeschichte als eine Verlustgeschichte der Frau definieren. Im Laufe dieser Geschichte – der Geschichte von Gott und seinen Knechten, von Herrschern und Untertanen, der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Kunst – etablierte sich die patriarchale Persönlichkeit des Mannes. Dabei verlor die gesamte Gesellschaft; die sexistische Gesellschaft war das Ergebnis. Sexismus ist Machtinstrument und Waffe zugleich, die im Laufe der Geschichte in allen Zivilisationssystemen dauerhaft zum Einsatz kamen.… weiterlesen

Die Kunst liegt im Aufbau der alternativen Moderne

demokratische koföderalismusDas Gesellschaftssystem dieser Moderne nennt sich Demokratischer Konföderalismus
Gönül Kaya, Journalistin
Aus menschheitsgeschichtlicher Perspektive war das letzte halbe Jahrhundert aus der Sicht sowohl der Kräfte der kapitalistischen Moderne als auch der Kräfte, die Widerstand für ein freies Leben leisten, eine Phase des Hinterfragens, voller Wirrnisse und Lösungsansätze, auf der ideologischen wie auf der historischen, sozialen, politischen, ökonomischen, ökologischen und geschlechterfreiheitlichen Ebene. Darüber hinaus charakterisiert die Suche nach Antworten auf Fragen wie „Wie ist die Menschheit an diesen Punkt gelangt?“, „Wie leben wir heute?“, „Wie haben wir in der Zukunft zu leben?“ den zeitgenössischen Kampf, wobei die Lösungen auf Demokratie, Gleichberechtigung und Freiheit beruhen.… weiterlesen

Nein zur Atomkraft – auch in Anatolien!

nukleerAnti-Atom-Bewegung in der Türkei im Aufwind
Ercan Ayboga, Initiative zur Rettung Hasankeyfs
Auch die Regierung der Türkei plant seit vielen Jahren den Bau von Kernkraftanlagen, und das trotz des Super-GAUs in Japan im März 2011 und des in den letzten Monaten beschlossenen Ausstiegs bzw. Nicht-Wiedereinstiegs in drei europäischen Staaten; der BRD, Schweiz und Italien. Auch diese Atomkraftwerke sind wie viele andere Infrastruktur- und Energieprojekte in der Türkei sehr umstritten und werden von einer breiten Bewegung bekämpft. Ihre Argumente sind zu Recht denen in anderen Ländern ähnlich: Gefahr einer Explosion bzw. Zerstörung mit schwer voraussehbaren Folgen für die menschliche Gesundheit und Natur, ungelöste Frage der Endmülllagerung, hohe ökologische Belastung durch Abbau und Aufbereitung von Uran, kein Beitrag zur Beschränkung der Klimaveränderung, unkalkulierbare hohe gesellschaftliche Kosten etc.… weiterlesen

Eine Karte von Kurdistan …

toplu_mezar_haritasi_haber_resmit_1328Spielt ihr keine Rolle bei diesen Massengräbern, für die ihr euch schämen solltet?
Mahmut Sakar, MAF-DAD e. V.
Während ich diesen Artikel schreibe, betrachte ich eine Landkarte. Es ist jedoch keine übliche Landkarte. Sie zeigt die Massengräber in Kurdistan. Die Zweigstelle Diyarbakir des IHD hat ausgehend nur von Zeugenaussagen und Presseinformationen die Existenz von 114 Massengräbern in 11 Provinzen festgestellt, in denen sich die sterblichen Überreste von 1469 Personen befinden. In den bisher geöffneten 26 Massengräbern fanden sich die Knochen von 171 Menschen. Die Weiten von Colemêrg (Hakkari) bis Dêrsim (Tunceli) sind voll von Massengräbern und Knochen von nicht identifizierten Personen.… weiterlesen

Die Massengräber öffnen – das Schweigen brechen…!

ihdDiejenigen, die sich der dunklen Seite der Vergangenheit nicht stellen, können auch keine ehrenhafte Zukunft aufbauen
Pressekonferenz des Menschenrechtsverein (IHD) Zweigstelle Diyarbakır zu den Ergebnissen seiner Untersuchungen, 11.02.2011
Werte Pressevertreter und Pressevertreterinnen, Wir sind heute zusammengekommen, um die Öffentlichkeit über die Ergebnisse unserer Bemühungen bezüglich der Massengräber zu informieren, die in ihrer ganzen Grauenhaftigkeit in unser Leben getreten sind; dabei wollen wir die Öffentlichkeit auch über die beharrliche Weigerung der türkischen Eliten seit der Gründung der Republik Türkei bis zum heutigen Tage in Kenntnis setzen, die Kurdenfrage einer Lösung zuzuführen, und die Öffentlichkeit über die schreck­lichen Folgen eben dieser vorsätzlichen Indifferenz aufklären.… weiterlesen

Von der Wissensfabrik des Kapitals zur Freiheit menschlicher Erkenntnis

annaVortrag von Ann-Kristin Kowarsch am 4. Februar 2012 in der Universität Hamburg
Der Königsweg menschlicher Erkenntnis in seiner säkularen und diesseitigen Form verläuft durch die Wissenschaften. Wurde einst dem Anliegen der Emanzipation und Befreiung insbesondere in der Philosophie Rechnung getragen, so sind die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften im postmodernen Kapitalismus als Agenturen historischer und sozialer Deutungsmacht unter die Räder des zweck- und nutzorientierten Verwertungsprimats der führenden gesellschaftlichen Akteure geraten. Wurde die Freiheit von Forschung und Lehre einst dem absolutistischen Herrschaftsanspruch von Thron und Altar in bisweilen lebensgefährlichen Kämpfen abgerungen, so neigt sie in ihrer neoliberalen Wendung dazu, dem humanistischen Auftrag der Wissenschaften durch ideologische, institutionelle und berufsständische Interessen zuwiderzuhandeln.… weiterlesen

Befreiung aus mehrfacher Unterdrückung

kariane westrheimDie Frauen in der PKK und die kurdische Freiheitsbewegung
Prof. Dr. Kariane Westrheim, PhD in Psychologie, Norwegen Würden wir uns einmal zu Ahnenforschung bei kurdischen Frauen entscheiden, dann würden wir uns mit ziemlicher Sicherheit in Sphären begeben, die von Krieg und politischer Konfrontation bestimmt werden. Diese Frauen waren und sind stets auf der Suche nach einer gerechten Gesellschaft und müssen dabei gleichzeitig stets Widerstand leisten gegen die Unterdrü¬ckungspolitik des Staates. Zunächst einmal müssen alle Frauen, insbesondere politisierte Frauen in einem patriarchalen Umfeld, sich bewusst machen, in was für einem historischen und politischen Raum-Zeit-Gefüge sie sich bewegen.… weiterlesen

Vom Antikolonialismus zu Kommunalismus und Konföderalismus

reimar_heiderVortrag von Reimar Heider am 4. Februar 2012 in der Universität Hamburg
(…) Die demokratisch-konföderalistische Gesellschaft kann als eine Vertiefung und Erweiterung von Demokratie beschrieben werden. Im Sinne einer Vertiefung werden Gremien und Organisationsformen geschaffen, die eine direkte Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen gewährleisten. Dem kapitalistischen Nationalstaat, der einen uniformen Bürger, eine einheitliche Sprache und eine bestimmte Ideologie erzwingt und wie im Falle des türkischen auch eine bestimmte Religion bevorzugt, setzt der Konföderalismus den Ansatz diverser Gemeinschaften entgegen, die jeweils ihre eigene Sprache, Kultur und gesellschaftliche Organisation behalten und nicht gegeneinander agieren, sondern ein Netzwerk bilden, das den Staat ersetzen soll.… weiterlesen

Vom Marxismus zu Kommunalismus und Konföderalismus: Bookchin und Öcalan

janet_biehlVortrag der amerikanischen Ökofeministin Janet Biehl, 05.02.2012
Zu den wichtigsten linken Theoretikern, deren Ideen vom 3. bis zum 5. Februar auf der Konferenz “Die kapitalistische Moderne herausfordern – Alternative Konzepte und der kurdische Aufbruch” diskutiert wurden, gehörten zweifelsohne Murray Bookchin, der 2006 verstorbene Vordenker der Anti-Kapitalismusbewegung unserer Tage, und Abdullah Öcalan, der seit 1999 in der Türkei inhaftierte Anführer der kurdischen Arbeiterpartei (PKK). Über das wenig bekannte intellektuelle Verhältnis beider Männer berichtete am dritten und letzten Tag des Kongresses, im Rahmen der Session “Ein neues Paradigma: demokratische Moderne” Bookchins Lebensgefährtin Janet Biehl, die selbst seit über zwanzig Jahren als eine der führenden Ökofeministinnen Amerikas gilt.… weiterlesen

Staudammbau am Fluss Botan

botanVon den Flüssen des Lebens zu den Flüssen des Todes …
Murat Gürbüz, politischer Häftling im E-Typ-Gefängnis Sêrt (Siirt)
Die Türkei ist, was Staudämme angeht, ein sehr reiches Land. In Kurdistan ist fast jeder Bach, jeder Fluss, schon fast jeder Wasserlauf mit einem Staudamm ausgestattet. Und Kurdistan war anscheinend noch zu wenig, so entschied man sich ebenfalls für Staudämme in der Schwarzmeerregion der Türkei. Es steht außer Frage, dass die Menschheit Staudämme und den aus ihnen gewonnenen Strom benötigt. Aber noch vor Elektrizität und Strom ist für den Menschen eine gesunde Natur überlebensnotwendiger. Der Alkumru-Staudamm am Fluss Botan im Landkreis Tillo (Aydinlar), Provinz Sêrt (Siirt), sollte im Hinblick auf seine Vorteile für die regionale Bevölkerung näher betrachtet werden.… weiterlesen

Ilisu-Staudamm: Gerichtsurteil verhängt Baustopp

hasankeyfDer Widerstand gegen den zerstörerischen Staudamm kann noch Erfolg haben
Ercan Ayboga, Initiative zur Rettung von Hasankeyf
Kaum jemand hatte es erwartet. Den Kampf gegen das Ilisu-Staudamm- und Wasserkraftwerksprojekt hielten nach dem Baubeginn 2010 und dem schwächelnden Widerstand in Türkisch-Kurdistan und in der Türkei fast alle für verloren und aussichtslos. In Heskîf (Hasankeyf), Ilisu, Elih (Batman), Istanbul, Wien und Berlin hatten viele ihren Mut und ihre Motivation verloren. So haben einige AktivistInnen sich zurückgezogen oder ihr Engagement zurückgefahren. Diejenigen, die weitermachten, hatten entweder noch den Glauben an einen Stopp oder taten es aus grundsätzlichen Gewissensgründen. Doch die 14.… weiterlesen

Die Imrali-Gespräche

Abdullah Öcalan Imrali-Gespräche, Civaka Azad Nr. 3, März 2013
Schwerpunkt dieser Ausgabe sind die „Imrali- Gespräche“. Nachdem der türkische Ministerpräsident Erdogan Ende Dezember 2012 die Wiederaufnahme der Gespräche des türkischen Staates mit dem auf der Gefängnisinsel Imrali inhaftierten PKK- Vorsitzenden Abdullah Öcalan bestätigte, besuchten im Januar und im Februar zwei Delegationen der Partei für Frieden und Demokratie (BDP) Öcalan. In dieser Ausgabe der Civaka Azad – Infoblätter wird versucht den Rahmen zu skizzieren, der für Friedensverhandlungen geschaffen werden muss. Die Einflussfaktoren sowohl innenpolitischer Art, als auch im Hinblick auf die regionalen Veränderungen werden in der Analyse impliziert.  Daneben wird ein historischer Ablauf der Friedensbestrebungen vom PKK Vorsitzenden Öcalan und seinen Gesprächen mit verschiedenen Staatsvertretern seit ’93 bis heute aufgezeigt.… weiterlesen

183 Minderjährige in der Regierungszeit der AKP getötet

ermordete kindernEine Realität, die das letzte Viertel-Jahrhundert der Türkei prägt, sind die Morde an Kindern und Jugendlichen. Die türkische Regierung, die vorgibt die kurdische Frage lösenzuwollen, wird auch mit annähernd 570 getöteten Kindern, wie Ugur Kaymaz, Enes Ata und Ceylan Önkol, konfrontiert. Nach den Angaben der Zweigstelle des Menschenrechtsvereins IHD in Amed sind während der Regierungszeit der AKP 183 Kinder und Jugendliche ermordet worden. Im Jahr 2012 waren es Zehn. Die Verantwortlichen für die Morde sind trotz klarer Beweise niemals zur Rechenschaft gezogen. Die folgende Liste der Schande wird immer noch in der Türkei verheimlicht. Es sind Fälle, die immer noch auf ihre Aufklärung warten.… weiterlesen

„Öcalan ergreift die Initiative im gegenwärtigen Prozess“

demirtas_1BDP-Co-Vorsitzender Selahattin Demirtas im Gespräch mit der Tageszeitung Yeni Özgür Politika, 19.04.2013
Selahattin Demirtas, Co-Vorsitzender der Partei für Frieden und Demokratie (BDP), befand sich in der vergangenen Woche für einige Gespräche und die Konferenz mit dem Titel „Die Lösung der kurdischen Frage im zukünftigen Syrien“ in Berlin. Im Rahmen seiner Reise beantwortete Demirtas die Fragen von Deniz Başpenir und Murat Alpavut für die Tageszeitung „Yeni Özgür Politika“ zum gegenwärtig viel diskutierten möglichen Friedensprozess in der kurdischen Frage. Im Folgenden wird das Interview in verkürzter Form wiedergegeben. Es ist unverkennbar, dass mit dem neuen Prozess auf die politischen Akteure viel Arbeit wartet.… weiterlesen

Öcalans historische Erklärung zu Newroz 2013

newroz 2013Abdullah Öcalan, 21. März 2013, Gefängnis Imrali
Ich gratuliere zum Newrozfest der Freiheit der Unterdrückten. Ich grüße die Völker des Mittleren Ostens und Zentralasiens, die Newroz, den Tag des Erwachens und des neuen Lebens, gemeinsam und in großer Zahl feiern. Gegrüßt seien die Geschwistervölker, die Newroz, das Licht und den Beginn einer neuen Ära, mit Begeisterung und in demokratischer Toleranz feiern. Gegrüßt seien alle, denen demokratische Rechte, Freiheit und Gleichheit auf ihrer langen Reise den Weg weisen. Euch grüßen von den Hängen von Zagros und Taurus, aus den Tälern von Euphrat und Tigris die Kurden, eines der ältesten der antiken Völker, das in Anatolien und Mesopotamien die Landwirtschaft, die dörfliche und die städtische Zivilisation hervorgebracht hat.… weiterlesen

„Wenn Ihr die Medien zum Schweigen bringt, bringt Ihr auch das Volk zum Schweigen“

ahmet şıkPressefreiheit in der Türkei
Ahmet Sik im Gespräch mit Nihal Bayram, Yeni Özgür Politika 17.12.2012
Der Journalist Ahmet Sik saß wegen seiner Recherchen zur Gülen-Bewegung ein Jahr lang im Gefängnis. Verhaftungsgrund war angebliche „Unterstützung einer terroristischen Vereinigung“. Nach seiner Verhaftung im März 2011 wurde das Manuskript seines Buches „Die Armee des Imam“ (Imamin Ordusu) beschlagnahmt. Darin wird beschrieben, wie die Gülen-Bewegung auf die türkischen Sicherheitsbehörden, vor allem auf den Polizeiapparat, Einfluss nimmt. Damit war Sik in der Türkei als kritischer Journalist im Visier der Sicherheitskräfte. Nihal Bayram führte mit Ahmet Sik ein Interview über die Medien, die Meinungsfreiheit und die inhaftierten JournalistInnen in der Türkei.… weiterlesen

Nicht ohne Abdullah Öcalan

Norman Paech, Völkerrechtler, 01.03.2013

Nelson Mandela musste 27 Jahre auf Robben Island vor der Küste Südafrikas warten, ehe die südafrikanische Regierung unter Frederik deKlerk die Realitäten anerkannte, dass es ohne die unumstrittene Führungsfigur des mächtigsten Gegners keinen Frieden im Lande geben werde. Abdullah Öcalan ist jetzt bereits 13 Jahre auf Imrali und Recep Tayyip Erdoğan scheint es allmählich zu dämmern, dass der schwelende Krieg im eigenen Land nicht ohne die zentrale Persönlichkeit der Kurden befriedet werden kann. Und diese Persönlichkeit ist nach wie vor Abdullah Öcalan. Man hat immer wieder versucht, ihn durch verschärfte Isolierung aus dem Gedächtnis der Kurdinnen und Kurden zu streichen – vergebens. Wie oft hat man versucht, ihn durch andere Personen zu ersetzen – und es gibt hervorragende Persönlichkeiten zwischen Istanbul und Diyarbakir. Aber niemand hat die Ausstrahlungskraft, die historische und charismatische Legitimation eines Abdullah Öcalan. In ihm bündeln sich die verschiedenen Strömungen und Kräfte der Kurden.

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