2015 – das Jahr der Höhen und Tiefen

Songül-Karabulut-ist-Exekutivratsmitglied-des-Kurdistan-Nationalkongresses-KNKJahresbewertung von Songül Karabulut, Kurdistan Nationalkongress KNK, entnommen aus der 183. Ausgabe des Kurdistan Reports Januar/Februar
Das letzte Quartal 2014 war geprägt gewesen von einem nackten Überlebenskampf des kurdischen Volkes. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte die êzîdischen Kurden in Şengal (Sindschar) mit der Absicht eines Genozids angegriffen, mehrere Tausend Menschen getötet, verschleppt, Frauen und Kinder vergewaltigt und versklavt. Nachdem dieser Genozid trotz großer Verluste für die Bevölkerung Şengals von den Volksverteidigungskräften (HPG) und Einheiten der Freien Frau (YJA-Star) sowie den Volks- und Frauenverteidigungseinheiten (YPG und YPJ) unterbunden werden konnte, indem ein Korridor freigekämpft wurde, über den die Menschen in Sicherheit gebracht werden konnten, wurde die kurdische Stadt Kobanê (Ain al-Arab) vom IS mit schweren Waffen angegriffen und umzingelt.… weiterlesen

Wir fordern den sofortigen Abzug türkischer Truppen aus Kurdistan

bashiqa camp türkeiKurdistan Nationalkongress (KNK), 06.12.2015
Mit dem Eindringen in Südkurdistan (Nordirak) und der Stationierung nicht erwünschter Truppen in der Provinz Mossul, ohne jegliche Autorisierung des kurdischen Parlaments oder der irakischen Bundesbehörden, begeht die Türkei ein weiteres Verbrechen gegen das kurdische Volk und die Völker des Mittleren Ostens. Die türkischen Streitkräfte umfassen etwa ein Panzerregiment ausgestattet mit zahlreichen Panzern und Artillerie. Schwere Waffen und militärische Logistik wurden in die Region Bashiqa im Nordosten von Mosul verlegt, das als wichtige Bastion des „Islamischen Staates“ gilt. Seit Beginn des syrischen Bürgerkrieges vor über vier Jahren spielt die Türkei ein falsches, von Doppelmoral und Heuchelei gekennzeichnetes, Spiel.… weiterlesen

Mit den Anschlägen von Paris sind die Stellvertreterkriege beendet worden

nilüfer_kocCihan Özgür im Gespräch mit Nilüfer Koc, Kovorsitzende des Kurdistan Nationalkongress,  8. Dezember 2015
Derzeit gibt es in Rojava und in Syrien bedeutende Entwicklungen. Einerseits gibt es die Russland/Türkei-Krise und andererseits erklären US-amerikanische Verantwortliche, dass kurdische Kräfte nicht auf einen etwaigen Angriff auf Dscharabulus beteiligt sein werden. Europa befindet sich seit den Anschlägen von Paris in Verteidigungsbereitschaft. Wie bewerten Sie das gegenwärtige Kräfteverhältnis und die Widersprüche? Wie werden sich Ihrer Meinung nach dieses Kräfteverhältnis, und auch die Kämpfe, auf Rojava und die KurdInnen auswirken?  In Syrien hat eine neue Zeit begonnen. Seit fünf Jahren haben verschiedene Kräfte ihre Kriege durch die syrische Opposition führen lassen.… weiterlesen

SENGAL IST BEFREIT – Die Befreiungsaktion Şengals ist ein wichtiger Schritt für die Menschlichkeit

logoFöderation der Ezidischen Vereine e.V., 13.11.2015
Die Befreiungsaktion Şengals ist ein wichtiger Schritt für die Menschlichkeit Wir begrüßen, verstehen und unterstützen den Widerstand von Şengal als Verteidigung der Werte der Menschheit und der Menschlichkeit! In den frühen Morgenstunden des 12. November 2015 begann eine großangelegte Großoffensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat IS in den Şengal-Gebirgen – das Ziel, die Befreiung Şengals. An der Operation sind neben den Widerstandseinheiten Şengals – Yekîneyên Berxwedana Şengalê YBŞ, Widerstandseinheit der Frauen von Ezidxan – Yekîneyên Jinên Êzîdxan (YJÊ) auch den FreiheitskämpferInnen der HPG / YJA-Star (Volksverteidigungskräften der PKK) und der Volksverteidigungseinheiten YPG, der Frauenverteidigungseinheiten YPJ aus Rojava/ Nord-Syrien sowie Pesmerga-Einheiten beteiligt.… weiterlesen

Großoffensive gegen den IS in Şengal: Stadtzentrum ist befreit

şengal-310x205-2Pressemitteilung des Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit,  13. November 2015
In den frühen Morgenstunden des 12.November begann eine großangelegte Großoffensive gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Sindschargebirge. An der Operation sind neben PKK-KämpferInnen und Peschmergaeinheiten, auch eine kürzlich neuformierte ezidische Miliz beteiligt. Nachdem der IS im August des vergangenen Jahres die Stadt Schengal um das Gebirge Sindschar angegriffen hatte und mehrere tausend EzidInnen getötet und tausende entführt hatten, starteten nun die verschiedenen kurdischen Militäreinheiten eine gemeinsame Offensive gegen die Terrormiliz. An der Militärallianz beteiligen sich die zur kurdischen Autonomieregion gehörende Peschmergakämpfer, die ezidischen Widerstandskämpfer der YBS und YBJS, sowie die Volksverteidigungseinheiten (HPG) und die YJA-STAR Frauenguerilla, die zur PKK gehören.… weiterlesen

“Wir betreiben keine Politik, die einseitig im Interesse einer Nation steht”

ayataAugust 2015, ISKU
Interview mit Muzaffer Ayata, Mitglied im Exekutivrat der KCK (Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans), über das Ende des „Friedens“-Prozesses in der Türkei, über die erneut aufgenommenen kriegerischen Auseinandersetzungen und über Aspekte des Kampfes der kurdischen Freiheitsbewegung für die demokratische Autonomie. In den letzten zwei Jahren gab es die Friedensgespräche und -verhandlungen. Wie sahen die aus und weshalb sind sie gescheitert? Im Wesentlichen wurde der Prozess mit der Regierung geführt. Die Opposition konnte sich der Verhandlungen nicht annehmen. Die MHP (Partei der Nationalistischen Bewegung) ist eine rassistische Partei und gegen jede Annäherung. Sie ist für einen Vernichtungskrieg.… weiterlesen

Untersuchungsbericht zum Massaker von Zergelê

Zergele1Bericht der Untersuchungskommission der Demokratischen Partei der Völker (HDP) zum Massenmord im Dorf Zergelê in Kurdistan, 07.August 2015, Hewlêr (Erbil)
Begründung: Nachdem die türkischen Streitkräfte am 1.August 2015 das innerhalb der Grenzen der Autonomen Region Kurdistans liegende Kandil Gebirge aus der Luft angegriffen hatten, erreichten uns Nachrichten und Bilder, die darauf hinwiesen, dass im Zuge dieser Luftangriffe ZivilistInnen ihr Leben verloren hatten.Im Gegensatz zu Aussagen regionaler Quellen leugneten Sprecher der AKP-Regierung sowie die offiziellen Behörden, dass  während der Angriffe ZivilistInnen gestorben seien. Unsere Kommission wurde seitens des Verwaltungsrates der Demokratischen Partei der Völker damit bauftragt, die Wahrheit über die Angriffe zu untersuchen und die vorhandenen Widersprüche aufzuklären.… weiterlesen

Situation der êzîdischen Frauen unter den Flüchtlingen, Nord-Kurdistan (Südost-Türkei)

ezidische_frauenDr. Leyla Ferman, August 2015
Die Situation der Frauen unter den êzîdischen Flüchtlingen ist in den ersten Wochen der Flucht nach Nord-Kurdistan dadurch aufgefallen, dass Frauen unter tiefen traumatischen Erfahrungen litten. Viele der Frauen konnten kaum aufrecht gehen und waren durch den Schock verstummt. Erst durch den Einsatz von Antidepressiva konnte den Frauen vorerst geholfen werden. Es kann von verschiedenen Etappen des tiefen Traumas ausgegangen werden:    Als sie erfuhren, dass der Islamische Staat (IS) Şengal angriff.  Die Einkesselung in den Şengal-Bergen und der Tod vieler Menschen – besonders der Kinder und älterer Menschen – durch Hunger und Durst.… weiterlesen

„Sie haben die Eziden schutzlos zurückgelassen“

sait_hesenInterview mit dem Vorsitzenden der Demokratisch-Freiheitlichen Êzîdischen Bewegung (TEVDA) und Sprecher des Volksrats von Șengal Sêid Hesen
Das Interview wurde geführt von Michael Knapp, Juli 2015
Beginnen möchte ich mit der Frage, was TEVDA ist? TEVDA ist eine Bewegung, mit einer politischen, als auch eine gesellschaftliche Dimension, die sich vor Allem für die Belange der ezidischen Bevölkerung einsetzt. Sie wurde 2004 gegründet. Ich bin seit 2006 Vorsitzender. Wir haben Mitglieder innerhalb und außerhalb des Iraks. Sie arbeitet politisch, kulturell und macht ebenfalls Bildungsarbeit. Kannst du uns über die aktuelle Situation in Șengal berichten? Die Stadt Șengal (Sindschar, liegt ebenfalls südlich des Șengal Massives) ist teilweise befreit und in den übrigen Teilen kämpfen neben der YBȘ (Widerstandseinheiten von Șengal) auch die Einheiten der YPG/YPJ (Volks- bzw.… weiterlesen

Zur Situation der ezidischen Flüchtlinge in Nordkurdistan/Türkei

Leyla FermanDr. Leyla Ferman, Juli 2015
Eines der zentralen Zufluchtsländer der ezidischen Bevölkerung mit Einnahme Şengals durch den sog. Islamischen Staat (IS) waren die kurdischen Siedlungsgebiete in der Türkei. Schätzungsweise 28.000 Eziden gelang in den Tagen und Wochen nach dem Fall von Şengal die Flucht über die türkische Grenze. Ein Jahr nach dem Genozid von Şengal leben nun noch rund 15.000 ezidische Flüchtlinge in den Flüchtlingscamps in Nordkurdistan (Osttürkei). Der überwiegende Teil der übrigen Flüchtlinge ist nach Südkurdistan (Nordirak) zurückgekehrt, obwohl ihre Heimatstadt weiterhin umkämpft ist. In Nordkurdistan gibt es zwei Arten von Flüchtlingscamps, in welchen die Eziden untergebracht sind: Diejenigen, die von den Stadtverwaltungen der HDP (Demokratische Partei der Völker) unterhalten werden, und diejenigen, die von der türkischen Behörde für Katastrophen- und Notfallmanagement – kurz AFAD – geführt werden.… weiterlesen

Erklärung und Forderungen der Eziden anlässlich des Jahrestags des Genozids von Şengal

FKEVorstand der Föderation der Êzîdischen Vereine e.V., 03. August 2015
Die Glaubensgemeinschaft der Eziden gehört zu den ältesten noch bestehenden Religionsgemeinschaften der Welt. Die Majorität dieser Gemeinschaft lebt – bedauerlicherweise gegenwärtig in der Vergangenheitsform, „lebte“ – im Sindschar-Gebiet. Über Jahrhunderte hinweg erlebten die Eziden Verfolgung, Unterdrückung, Zwangskonvertierung, Verleumdung und unzählige Genozide. Seit der Staatsgründung des Iraks – im Zuge der territorialen Verschiebungen nach dem 1. Weltkrieg – bis heute, hat man es versäumt der Stimme der Eziden Gehör zu verleihen. So wurde der Status der Eziden als Religionsgemeinschaft bisher nicht anerkannt; weder durch den Irak, noch durch die ‘Vereinten Nationen’.… weiterlesen

Jahrestag des 73. Ferman an den Êzîden

Eziden_FluchtCivaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, 02. August 2015
Die Glaubensgemeinschaft der Êzîden spricht von 72 Ferman -Völkermorden -, denen sie in ihrer langen Geschichte ausgesetzt waren. Am 03. August des vergangenen Jahres wurden die Êzîden mit der Eroberung Şengals (Sindschar) durch den sog. Islamischen Staat (IS) einem weiteren Völkermord, dem 73. Ferman, überlassen. Besonders tragisch bei dem aktuellsten Völkermord gegen die Êzîden ist, dass sie von den kurdischen Peshmerga-Einheiten der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) schutzlos der Barbarei des IS überlassen worden sind. In einer Nacht und Nebelaktion verließen die KDP-Einheiten die Stadt und am nächsten Morgen waren die Islamisten schon vor den Toren der Stadt Şengal.… weiterlesen

Türkische Luftwaffe verübt Massaker an Zivilisten

Zergele1Firatnews, 01. August 2015
Bei den anhaltenden Luftangriffen auf das Kandilgebirge in Südkurdistan/Nordirak hat die türkische Luftwaffe ein Massaker an der dort lebenden Zivilbevölkerung verübt. Die türkischen Kampfjets bombardierten bei ihren Luftangriffen in der Nacht vom 31. Juli auf den 01. August ab 4 Uhr auch das ausschließlich von Zivilisten bewohnte Dorf Zergele in den Kandilbergen. Laut ersten Angaben wurden insgesamt acht Bomben über das Dorf abgeworfen. Dabei kamen mindestens zehn Zivilisten ums Leben, 13 weitere Menschen wurden schwer verletzt. Es handelt sich nicht um das erste Mal, dass bei türkischen Luftangriffen auf die Kandilberge Zivilisten getötet werden.… weiterlesen

Der 73. Völkermord an die EzidInnen in Shengal durch den IS muss von der UN als solches anerkannt werden!

ezidenErklärung von NAV-DEM, 30. Juli 2015
Am 3. August 2014 griffen Banden des Islamischen Staates (IS) die Region Shengal im Irak an. Sie ist das Hauptsiedlungsgebiet der EzidInnen, eine uralte kurdische Religionsgemeinschaft. Mehrere Tausend Menschen, insbesondere ezidische Frauen, wurden durch den IS, bei diesem Angriff verschleppt, vergewaltigt, auf Sklavenmärkten verkauft oder auf brutalste Art ermordet. Das Ziel dieses Angriffes war regelrecht „die Ausrottung“ dieser jahrtausendealten Religionsgemeinschaft in dieser Region. Tausende ezidische Frauen befinden sich bis heute noch als SklavInnen in den Händen dieser Terrorbanden. Dieser Angriff auf EzidInnen ist nicht der erste in ihrer Geschichte In den Überlieferungen der ezidischen Geschichte ist dieser Angriff der 73.… weiterlesen

Liveticker: Der türkische Staat beendet den Waffenstillstand mit der PKK endgültig

YXK LogoAktuelle Meldungen und Erklärungen zusammengestellt und aktualisiert durch den Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V. (YXK)
Seit Freitag (24.7.) Abend 22:55 bombardiert der türische Staat intensiv die Stellungen der Kurdischen Bewegung in den Qandil-Gebirgen im Nordirak. Somit scheint der Waffenstillstand zwischen ihm und der PKK und der sog. Lösungsprozess endgültig beendet. BIsher wurden hunderte Linke oder KurdInnen in der Türkei verhaftet. Es wird Türkeiweit zu Massenprotesten aufgerufen. Auch in der BRD und anderen europäischen Städten gibt es Proteste. Im folgenden richten wir einen Liveticker ein, der die Entwicklungen dokumentieren soll. Originallink hier   Der Liveticker wird weiter aktualisiert und kann unter folgendem Link verfolgt werden: http://yxkonline.com/index.php/publikationen/pressemitteilungen/597-der-tuerkische-staat-beendet-den-waffenstillstand-mit-der-pkk-endgueltig-liveticker-zu-den-entwicklungen — 17:18 Uhr +++ Seit Tagen können die Leichname von rund ein dutzend YPG/YPJ und HPG KämpferInnen nicht über den Grenzübergang Habur in die Türkei gebracht werden, weil das türkische Innenministerium dies nicht zulässt.… weiterlesen

Türkische Militärflugzeuge bombardieren Standorte der Guerilla und Zivilbevölkerung in Süd-Kurdistan (Nord-Irak)

turkische armeePresseerklärung vom Exekutivrat des KNK,  25. Juli 2015
Am 24. Juli 2015 haben türkische Kampfjets ab 22.55 Uhr mehrere zu den Medya-Verteidigungsgebieten gehörenden Regionen wie Kandil, Xakurke, Behdinan, Zap, Gare, Haftanin, Basya, Metina und Avaşin bombardiert. Bei den Angriffszielen handelt es sich um Standorte der Guerilla und Ortschaften der Zivilbevölkerung. Die türkischen Streitkräfte haben das Bombardement aus der Luft auf Befehl der AKP-Regierung eröffnet. Lokale Quellen berichteten, dass Luftangriffe auf die Zivilbevölkerung in Xakurke verübt wurden. Besonders großen Schaden hat das Dorf Enze im Kandilgebirge erfahren. Nach unbestätigten Angaben sollen mehrere Menschen getötet worden sein. Der türkische Staat besteht auf Krieg Mit diesen Angriffen hat die AKP-Regierung die Bemühungen des Vorsitzenden der PKK Abdullah Öcalan auf einen dauerhaften Waffenstillstand einseitig beendet.… weiterlesen

AKP-Regierung erklärt Kurden den Krieg

flugangriff
Türkische Luftwaffe bombardiert Guerillagebiete im Nordirak – Türkeiweite Festnahmewelle gegen Mitglieder von HDP und DBP – Zensur progressiver Medien
Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V., 25. Juli 2015
Wenige Tage nach dem Mordanschlag durch ein mutmaßliches IS-Mitglied in Pirsûs (Suruç), dem 32 sozialistische Jugendliche zum Opfer fielen, eskaliert die AKP-Regierung die Situation in der Türkei zunehmend. Seit gestern Morgen begann eine breit angelegte Festnahmewelle, die auch heute Morgen fortgesetzt wurde. Zu der anhaltenden Totalisolation von Abdullah Öcalan auf Imrali, die für die kurdische Demokratiebewegung de facto als eine Beendigung des Lösungsprozesses in der kurdischen Frage gleichkam, begann nun auch eine Bombardierung der Mederverteidigungsgebiete im Nordirak durch die türkische Luftwaffe.… weiterlesen

Êzîden: Das Leid der Vergessenen

ezidenFast ein Jahr nach Şengal geht der Genozid weiter – diesmal sehr still.
von Rosa Burc, Politikwissenschaftlerin, 02.07.2015
Vierundsiebzig. Schon lange mehr als nur eine Zahl für das êzîdische Volk. Vierundsiebzig Mal verraten, vertrieben, zwangsislamisiert, entführt, enteignet, vergewaltigt und massakriert. Vierundsiebzig Mal der gleiche Schmerz eines stillen Genozids. So still, dass die Weltöffentlichkeit erst mit dem Einfallen des IS in Şengal (Sindschar) letzten Sommer von der Existenz des êzîdischen Volkes erfuhr. Die Bilder der Frauen, Männer und Kinder, die Barfuß in der glühenden Sommerhitze wochenlang zur türkischen Grenze marschierten, um sich so gut wie möglich in Sicherheit zu bringen, sorgten für einen Moment der internationalen Empörung und des Mitgefühls.… weiterlesen

Die Verfassungs-, Präsidentschafts- und Staatsdebatte in Südkurdistan

südkurdistanRojbin Eken, Juni 2015
Südkurdistan gehört zu den am meisten diskutierten Regionen des Mittleren Ostens und Kurdistans. Neben Rojava war auch Südkurdistan von den massiven Angriffen durch den Islamischen Staat  (IS) betroffen. Sengal (Sindschar), Mahmur und Kirkuk wurden zum Schauplatz des im letzten Jahr gegen den IS durchgeführten Widerstandes. Zwar waren die Angriffe in Südkurdistan nicht so intensiv wie in Rojava, doch hatte der IS auch hier die Absicht diese Region Kurdistans zu besetzen. In diesem Sinne haben die IS-Truppen versucht, Anfang August 2014, von Sengal, Kirkuk und Mahmur aus auch die Stadt Erbil, welche die Hauptstadt und zugleich auch der Sitz der Regierung der Autonomen Region Kurdistans im Irak ist, zu besetzen.… weiterlesen

Spannungen zwischen Bagdad und KRG

alabdadibarzanıiBewertung des Journalisten Halit Ermiş, 01.06.2015
In Südkurdistan, der Autonomen Region Kurdistans (KRG), schlägt der politisch Puls seit geraumer Zeit sehr hoch. Die Beziehung zur irakischen Zentralregierung, die Wirtschaftskrise, die neuen Vorbereitungen der Verfassung, Diskussionen zur Präsidentschaft und die Angriffe des IS sind sowohl Hauptthemen der Politik, als auch des alltäglichen Lebens der Gesellschaft. Die Überschriften, die die politische Agenda einnehmen, betreffen neben den Beziehungen, die die KRG im Ausland aufnimmt, auch die Gestalt, die das innerpolitische System in der kommenden Periode annehmen wird. Wie wird die neue politische Route von der Politik bis hin zur Wirtschaft mit der schiitisch irakischen Zentralregierung aussehen?… weiterlesen