Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Demonstration in Paris: Fünf Jahre ohne Gerechtigkeit

6. Januar 2018 11:00:17:00

Am 9. Januar 2013 wurden Sakine Cansız (Sara), Fidan Doğan (Rojbîn) und Leyla Şaylemez (Ronahî) in den Räumen des Kurdischen Informationsbüros in Paris ermordet. Diese politisch motivierten Morde sind bis heute nicht aufgeklärt.

Das in Düsseldorf ansässige Kurdische Frauenbüro für Frieden – Cenî ruft aus diesem Anlass zur Teilnahme an einer Demonstration am 6. Januar 2018 um 11 Uhr am Gare du Nord in Paris auf.

In der Erklärung heißt es:

„Jedes Jahr versammeln sich zehntausende Aktivist*innen, Politiker*innen, Freund*innen und Familien in Paris, um ihre noch immer anhaltende Trauer und Wut über die Morde, aber auch ihre Entschlossenheit zur Weiterführung des Kampfes für Frauenbefreiung, Gerechtigkeit, Frieden und Demokratie zum Ausdruck zu bringen.

Ein Tag der Entschlossenheit

Der 9. Januar ist zu einem Tag geworden, an dem wir mit unserer Verbundenheit mit unseren ermordeten Freundinnen alle Grenzen und Mauern einreißen, die das Patriarchat zwischen uns errichtet hat. Der 9. Januar ist ein Tag der internationalen Solidarität, ein Tag an dem wir alle zusammen unsere Entschlossenheit für ein freies Leben herausschreien! Wir wollen eure Kriege nicht! Wir wollen Gerechtigkeit! Wir wollen Verantwortung! Wir wollen ein freies Zusammenleben! Wir wollen ein würdevolles Leben!

Die Ermittlungen in Frankreich ergaben zahlreiche Hinweise darauf, dass der mutmaßliche Mörder Ömer Güney, der einige Tage nach dem Verbrechen festgenommen worden war, im Auftrag des türkischen Geheimdienstes (MIT) gehandelt hatte: „Viele Elemente des Verfahrens lassen vermuten, dass der MIT auf die Anstiftung und die Vorbereitung der Morde Einfluss genommen hat.”

43 ungestrafte Morde in Frankreich

Der Tod von Ömer Güney am 17. Dezember 2016, einen Monat bevor sein Prozess am 23. Januar 2017 in Paris beginnen sollte, beraubt uns jedoch eines öffentlichen Prozesses, der es möglich gemacht hätte, nicht nur den Täter zu verurteilen, sondern auch und vor allem die Hintermänner, den türkischen Staat! Güneys schwerwiegende gesundheitliche Probleme waren bereits im Mai 2015 bekannt geworden, doch der Prozess wurde immer wieder verschoben. Damit hat Frankreich eine entscheidende Gelegenheit verpasst, endlich ein politisches Verbrechen auf seinem Territorium aufzuklären. Seit den 1960er Jahren wurden nicht weniger als 43 politische Morde auf französischem Boden begangen. Sie sind alle ungestraft geblieben!
Trotz der Versprechen, die der damalige Innenminister Manuel Valls am Tag nach den Attentaten gegeben hat, haben die französischen politischen Behörden nie versucht, diesen dreifachen Mord aufzuklären. Sie waren stets bestrebt, ihre Beziehungen zur Türkei zu schützen, und machten sich nicht einmal die Mühe, die Familien der Opfer oder die Vertreter*innen der kurdischen Gemeinschaft zu empfangen.
Wie lange wird Frankreich das Abdriften des türkischen Regimes ignorieren, das nicht nur in der Türkei ständig gegen die Regeln der Rechtsstaatlichkeit und der Demokratie verstößt, sondern auch in Europa wüten will? Wo setzt es noch seine Agenten ein, die damit beauftragt sind, seine Gegner auszuspionieren und auszuschalten?

Drahtzieher immer noch auf freiem Fuß

Der Tod des mutmaßlichen Mörders mindert in keiner Weise unsere Entschlossenheit, für Wahrheit und Gerechtigkeit zu kämpfen! Die Drahtzieher des dreifachen Mordes sind noch immer auf freiem Fuß und fünf Jahre später ist das Schweigen der französischen Behörden unerträglicher denn je. Wir fordern dazu auf, die Morde vollständig aufzuklären und für Gerechtigkeit zu sorgen! Ohne Gerechtigkeit kann es keinen Frieden geben!

Sara, Rojbîn und Ronahî leben in unseren Herzen und unseren Kämpfen weiter! Hoch die internationale Frauensolidarität! Jin, Jiyan, Azadî!

Wir rufen alle demokratischen Kräfte dazu auf, mit uns nach Paris zu kommen und ein starkes Zeichen zu setzen, dass wir die patriarchale Weltordnung, die uns Tod und Zerstörung bringt, nicht akzeptieren und unseren Kampf gegen die kapitalistischen, patriarchalen Kräfte mit noch größerer Vielfalt und Stärke fortführen werden!“

Das Frauenbüro Cenî macht in seiner Erklärung außerdem darauf aufmerksam, dass aus fast allen größeren Städten in Deutschland Busse nach Paris fahren. Informationen über die örtlichen Abfahrtzeiten können via E-Mail ceni_frauen@gmx.de oder Telefon +49 211 59 89 251 bei Cenî angefragt werden.

Details

Datum:
6. Januar 2018
Zeit:
11:00:17:00
Veranstaltung-Tags:
,

Veranstaltungsort

Gare du Nord
Gare du Nord
Paris, Frankreich
+ Google Karte