Spendenkampagnen

Hier findet ihr einen Überblick über die aktuellen Spendenkampagnen für Projekte in Kurdistan.

Die aktuellen Angriffe der Türkei seit dem 9. Oktober 2019 treffen in hohem Maße die Zivilbevölkerung. Es gibt bereits zahlreiche Verletzte und Tote. In den ersten Tagen sind auch Mütter und Kinder verletzt worden seit dem 16. Oktober berichtet Heyva Sor a Kurd gar von zivilen Verletzen chemischer Waffen. Trotz vielseitiger Friedensbestrebungen kann dieser Kriegszustand länger anhalten. Wir als Stiftung rufen zur Unterstützung der Zivilbevölkerung durch Spenden und Aktionen auf. Seit unserer Gründung am 1. September 2014 arbeiten wir als Weqfa Jina Azad a Rojava (Stiftung der Freien Frau in Rojava) in den nun vom Krieg betroffenen Regionen in Nord- und Ostsyrien zur Unterstützung von Frauen und Kindern. Wir begegnen den Schwierigkeiten von Frauen in Rojava auf wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, politischer, gesundheitlicher und kultureller Ebene und durch Bildung nach dem Motto, „Die freie Frau ist die Basis einer freien Gesellschaft“.

Aufgrund der angespannten Situation mussten wir einige unserer Arbeiten umstellen. Wir konzentrieren uns aktuell vor allem auf die Unterstützung der von der Grenze geflüchteten Frauen und Kinder, indem wir sie medizinisch versorgen, Zelte aufbauen und Hilfsmitteln verteilen.

Die Kursangebote in den Städten an der Grenze wurden vorerst eingestellt. Wir haben die Kinder von Kesûsorê Alan (Waisenhaus in Kobane) in sicheres Gebiet gebracht. Gleichzeitig steigern sich täglich die Sorgen um alle die anderen Kinder und Familien, die sich in der Nähe der Grenze aufhalten. Menschen, die lieber ihr Leben aufs Spiel setzen, als ihre Heimat zu verlassen und diese den jihadistischen Milizen und dem türkischen Staat zu überlassen. Wo es möglich ist, halten wir die Gesundheitszentren geöffnet. Das Stiftungszentrum in Heseke arbeitet weiter. Neben den Bombardierungen der Türkei werden für unsere Arbeiten zunehmend auch die Anschläge der sich reorganisierenden IS-Gruppen zu einer Bedrohung. So hat die Explosion in Qamişlo am 11. Oktober 2019 in unmittelbarer Nähe einer Stiftungsmitarbeiterin stattgefunden.

Gerade aufgrund dieser Angriffe sehen wir es als unsere Aufgabe, die Arbeiten weiterzuführen und sogar auszuweiten. Die Menschen wollen ihre Heimat nicht verlassen, fühlen sich aber nahe der Grenze nicht mehr sicher. Nach Angaben der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien sind derzeit knapp 300.000 Menschen auf der Flucht. Sie brauchen materielle und medizinische Unterstützung. Die Zahl der flüchtenden Menschen steigt täglich, ebenso ihre Not. So wie in den letzten Jahren auch, ist die staatliche internationale politische Unterstützung marginal. Die humanitäre Hilfe reicht nicht aus.

Friedensarbeit ist möglich! Wie die Selbstverwaltung bewiesen hat und auch wir bei unseren Arbeiten in den Flüchtlingscamps Hol und Roj feststellen konnten, ist trotz der großen Herausforderungen für Campleitung und Sicherheitskräfte eine Friedensarbeit möglich gewesen. Allerdings versucht die von Macht- und Ökonomie-Interessen geprägte Politik der Türkei und ihren europäischen und amerikanischen verbündeten Staaten die völkerrechtswidrigen Angriffe zu legitimieren und verursacht stattdessen täglich eine große Anzahl von neuen Menschenrechtsverletzungen: Es werden Zivilbevölkerung und zivile Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser und Bäckereien sowie Wasserversorgungsanlagen bombardiert. Die Nato-Staaten sind in einer Sache konsequent: Wozu sollten sie humanitäre Hilfe leisten, wenn sie sich dem aggressivsten Kriegstreiber der Region mehr verbunden fühlen, als den Menschen und den demokratischen Bewegungen in der Region. Diese Politik verursacht humanitäre Katastrophen.

Als Frauenstiftung haben wir von Anfang an auf die Verbundenheit der Menschen in Europa mit dem Aufbruch der Frauen in Rojava/ Nord- und Ostsyrien gesetzt. Denn die Frauen haben bewiesen, dass sie mit ihrem Willen – und sei der Feind noch so brutal und hochgerüstet – ihre Heimat in einen Ort des Friedens, der Gleichberechtigung und der Solidarität verwandeln können. Dies gilt nicht nur für Rojava.

Unsere Projekte zielen vor allem darauf ab, Frauen und Kinder in der Bewältigung der Folgen von Krieg und Flucht zu unterstützen, die strukturelle Gewalt gegen Frauen abzubauen und das soziale Leben von Frauen zu stärken. Gerade die Frauen in den Flüchtlingscamps konnten mit nur wenig Unterstützung unsererseits ihre Situation deutlich verbessern. Es gilt Möglichkeiten für Frauen zu schaffen, sich in den Umgestaltungsprozess der Gesellschaft aktiv einzubringen. Zahlreiche Frauen, die sich in unseren Projekten engagieren, waren vorher als Hausfrau und Mutter tätig, sollten als Mädchen oder junge Frauen verheiratet werden, sind geschieden oder verwitwet. Die Frauen in Nordsyrien haben je nach kulturellem Hintergrund mit unterschiedlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. So sind kurdischen Frauen stark von den Folgen der Nicht-Anerkennung ihrer Identität, des Krieges und von Flucht betroffen, während viele arabische Frauen in Nordsyrien mit der Revolution beginnen sich  erstmals aus den tiefsitzenden feudalen Strukturen zu befreien. Die Stiftung strebt eine Zusammenarbeit aller Ethnien und Religionen, auch in ihren eigenen Reihen, an.

Wir sehen unsere Arbeit als eine nachhaltige Friedensarbeit, die der Völkerverständigung dient und zur Stärkung der gesamten Gesellschaft beiträgt. Alle Projektbereiche werden zwei- bis dreisprachig für Frauen und Kinder organisiert: Die kommunale Gesundheitsarbeit, Gesundheitskampagnen, Gesundheitszentren, Kooperativen, sozialpsychologische Beratung, Handwerks- und Berufsausbildung, das Waisenhaus Alan‘s Rainbow, Kindergärten, Arbeiten in den Flüchtlingslagern (u.a. Hol u. Roj), das Frauendorf Jinwar, uvm.

Bisher haben wir in den Städten Qamişli (Kurdisch: Qamişlo), Raʾs al-ʿAin (Serê Kaniyê), Al-Malikiya (Derik), Al-Muabbada (Girke Lege), Tepke (Dorf bei Derik), Ain al-Arab (Kobane), vor der Besatzung der Türkei in Afrin, jetzt im Flüchtlingslager der Afrin-Flüchtlinge in Shehba, in Al-Darbasiyah (Dirbesiye ) und Heseke. Vor kurzem haben wir mit den Arbeiten in Raqqa und Tepka begonnen. Dafür wurde ein arabisches Team ausgebildet, dass die Leitung dieser Arbeiten übernimmt.

Aufgrund der Kriegshandlungen sind wir gezwungen die Arbeitsschwerpunkte nach den aktuellen Ereignissen zu gestalten, d.h. Flüchtlinge zu versorgen und Nothilfe zu leisten. Wo es möglich ist, erhalten wir unsere Versorgungsangebote und die Arbeiten in den geförderten Projekten aufrecht. Derweil engagieren wir uns aktiv in der Kampagne #womendefendrojava, da wir überzeugt sind, dass wir gemeinsam einen Frieden realisieren können!

Wir bitten zur Unterstützung unserer Arbeiten mit Flüchtlingen und Nothilfemaßnahmen um Spenden!

Wir rufen alle Freundinnen, Freunde und Förderer dazu sich an den Kampagnen #Womendefendrojava und #riseup4rojava zu beteiligen und sich mit uns gegen diesen Krieg und für die Realisierung der Forderungen der Kampagne zu engagieren!

Lasst uns weiter den Aufbau der demokratisch, ökologisch und frauen-befreiten Gesellschaft für alle Menschen im Mittleren Osten aktiv unterstützen!

Gespendet werden kann an:

Organisation:
Kurdistan Hilfe e.V.

Ottensener Hauptstr. 35

22765 Hamburg

Germany

Stichwort: WJAR

Bank:
Hamburger Sparkasse AG

Wikingerweg 1

20537 Hamburg
Germany

Bankkonto:

Hamburger Sparkasse, Hamburg, Germany

IBAN: DE40 2005 0550 1049 2227 04

BIC/swift : HASPDEHHXXX

 

Tagescenter

Initiative für Frieden und Hoffnung in Kurdistan

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat am 13. Dezember 2006 das „Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ angenommen. Ziel des Übereinkommens ist es, den gleichberechtigten Genuss der Menschenrechte und Grundfreiheiten durch Menschen mit Behinderungen zu fördern, zu schützen und zu gewährleisten, um ihnen erstmalig einen Zugang zu verbrieften Rechten verschaffen. Es konkretisiert z.B das Recht auf Zugang zu Bildung, das Recht auf Zugang zur Arbeitswelt oder das Recht auf Teilhabe am kulturellen Leben. Die Selbstverwaltung der von kurdischen Flüchtlingen gegründeten Stadt Maxmur im Nordirak hat sich trotz der schwierigen Lebensbedingungen aller das Ziel gesetzt, Kinder und Jugendliche mit Behinderungen entsprechend dem UN Übereinkommen zu fördern, um ihre volle und gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu gewährleisten.

Auch Familien und gerade Mütter als oftmals alleinverantwortliche sollen entlastet und in ihrer Erziehungsarbeit unterstützt werden. Dafür haben sie begonnen ein Zentrum zu unterhalten, dass von etwa 20 Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden mit besonderem Förderbedarf besucht wird. Neben der Einrichtung verschiedener Funktionsräume steht zunächst die Anschaffung entwicklungsgemäßer und -fördernder Spiel- und Lernmaterialen im Vordergrund. Perspektivisch sollen die Kinder und Jugendlichen mit Hilfe von ausgebildeten Mitarbeiter*innen

• im lebenspraktischen Bereich durch gemeinsames kochen, Hauswirtschaft, Werken, Reparieren

• im kreativ-kulturellen Bereich durch Musik, Rhythmik, Kunst, Textiles, Theater und

• im Bereich Sport und Bewegung durch Ballspiele, Gymnastikmaterialen

entsprechend ihren Bedürfnissen und ihren Fähigkeiten gefördert werden.
Ihre Spenden helfen bei der Anschaffung für die Materialien für die verschiedenen Förder- und Lernbereiche anzuschaffen.

Telefon
+49 (0)157 75 39 94 87

Spendenkonto
Sparkasse Bielefeld
IBAN: DE53 4805 0161 0025482977
BIC: SPBIDE3BXXX

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Städtefreundschaft FFM-Kobane

 

Städtefreundschaft Frankfurt-Kobane e.V.

Anfang Juli 2019 haben wir Euch über die aktuelle Entwicklung im und um das Waisenhaus Alan’s Rainbow in Kobanê informiert. Das Waisenhaus ist erfolgreich in Betrieb genommen worden, erste Kindergruppen leben dort mit ihren Erzieherinnen. Im zweiten Gebäude wurde eine Bildungseinrichtung für Frauen und Kinder untergebracht. Erste Aus- und Weiterbildungskurse für Frauen haben stattgefunden. Wie bereits berichtet ist die Stadtverwaltung, um die Einrichtung und Inbetriebnahme der Gebäude zu befördern, mit einem größeren Betrag in Vorlage getreten. Dabei ging es insbesondere um die Beseitigung der Brandschäden vom November 2018 und den zusätzlichen Bau eines Schutzraumes für das Waisenhaus.

Aufgrund der fortgesetzten Angriffe und Bedrohungen seitens des türkischen Militärs an der Grenze und der zerstörerischen Aktivitäten von Zellen des Islamischen Staates (IS) wurden kurz vor der Ernte mittlerweile hunderte Hektar Weizenfelder in Brand gesetzt. Hiesige Medien berichteten, dass einige Menschen bei Löschversuchen ums Leben kamen, weil sie aus dem Hinterhalt beschossen wurden. Die Vernichtung der Weizenernte bedeutet einen massiven Einbruch in der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung in Nordostsyrien und der zehntausenden Bewohner*innen in den Flüchtlingscamps. Sie bedeutet auch den Verlust der Einnahmen aus dem Verkauf der Produktionsüberschüsse. Das damit verfolgte Ziel ist die massive Schwächung der ökonomischen Selbstständigkeit der Selbstverwaltung, die bereits mit der türkisch-islamistischen Besatzung von Afrin Anfang 2018 einherging. Diese erneuten Angriffe sollen die Selbstverwaltung unter Druck setzen und sie gegenüber der zu versorgenden Bevölkerung delegitimieren. Die inneren Widersprüche sollen geschürt und eine Destabilisierung des gesellschaftlichen Aufbaus bewirkt werden.

Die Stadtverwaltung von Kobanê ist aufgrund der zugespitzten wirtschaftlichen Lage gezwungen, ihr Budget umzustellen. Die Stiftung der freien Frau in Rojava soll die gewährten Kredite nun zeitnah zurück zahlen und es fehlen noch 35.000 €. Um unsere Kooperationspartnerin, die Frauenstiftung, dabei zu unterstützen, diesen Betrag kurzfristig aufzubringen, rufen wir gemeinsam mit der WELLE (Hanau) und Prof. Dr. med. Gerhard Trabert (Armut und Gesundheit in Deutschland e.V., Mainz) zu Spenden auf.

Unsere Unterstützung ist gefragt: Die gezielten Angriffe der Türkei, des Assad Regimes und der IS-Schläferzellen auf die Ökonomie in Nordsyrien verurteilen wir auf das Schärfste. Spendet als Zeichen der Solidarität mit dem Friedensprojekt und der Revolution in Nordsyrien!

Spendenkonto
Empfänger:
Städtefreundschaft Frankfurt – Kobanê e. V.
IBAN: DE66 5019 0000 6200 9082 42
BIC: FFVB DE FF

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project_avahi

 

Projekt avahî – Solidarity Construction Rojava

Unsere Baustelle in Qamişlo kommt gut voran. Wir wollen nun alle Hebel in Bewegung setzen und mit euch gemeinsam, das nötige und mögliche tun, um die Finanzierung des Projektes von hier aus zu stemmen. Mit eurer Unterstützung sichern wir den weiteren Baufortschritt!
Lasst uns Arbeitstage spenden!
Wenn wir unsere Arbeit nicht vor Ort einbringen können, dann tun wir das hier, denn auch die Arbeiter*innen in Rojava wollen für ihre Arbeit entlohnt werden! Egal ob du alleine, im Kollektiv mit in paar Kolleginnen, ob Festgehalt, Ehrenamtspauschale oder Trinkgeldkasse – der Lohn für einen Tag Arbeit ermöglicht wichtige Arbeiten in Qamislo!
Hilf uns dabei Leute zu erreichen!
Lasst uns über unser Projekt und über die Revolution in Rojava nicht nur mit Denen reden, die dieser Text eh erreicht, die uns eh am Solitresen begegnen. Begeistert eure Familie, die Kollegen, die Gemeinde, den Kiez, das Seniorenheim und die Kita!
Lasst uns teilhaben!
Bei allen unseren Vorschlägen geht es uns nicht nur darum Geld zu sammeln, wir wollen auch, dass ihr euch als Teil unseres Projektes fühlt, dass die Avahi Solibaustelle am Ende doch ein gemeinsames Projekt wird, und das mit mehr Leuten, als wir je gedacht hätten. Wir informieren über die Baustelle und die Erfolge der Arbeit ringsherum (avahi.noblogs.org)!
Erzählt uns auch was ihr beitragt, und lasst uns einander und der Welt zeigen, dass wir zusammen allen Widerständen zum trotz dran bleiben und etwas schaffen das bleibt!

Spendenkonto
Kurdistan Hilfe e.V.
Hamburger Sparkasse
IBAN: DE40200505501049222704
BIC: HASPDEHHXXX

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medico international

Die Strom- und Wasserversorgung des verlassenen Krankenhauses in Tirbespi/Cizire muss wieder hergestellt werden und eine Notaufnahme, eine Röntgenstation, ein Labor und mehrere Patient*innenzimmer sollen in dem zweistöckigen Gebäude eingerichtet werden. Außerdem unterstützt medico die Beschaffung der Ausrüstung für eine Mutter-Kind Station (Frauenheilkunde und Geburtshilfe).

Die Neueröffnung hat höchste Priorität, denn das Krankenhaus wird für 100.000 Menschen die einzige Möglichkeit sein, eine kostenlose und gute Gesundheitsversorgung zu bekommen. Seit 2014 gibt es hier kein öffentliches Krankenhaus mehr, nur eine kleine Gesundheitsstation sichert notdürftig die medizinischen Grundbedürfnisse der Bevölkerung.

Unterversorgt waren die kurdischen Gebiete im Norden Syriens schon zu Zeiten der Herrschaft Assads. Die Korruption führte zu einer schleichenden Privatisierung des Gesundheitswesens, öffentliche Gelder fehlten auch bei der adäquaten Ausstattung der Gesundheitseinrichtungen. Ärzt*innen verließen wegen schlechter und unregelmäßiger Bezahlung die öffentlichen Gesundheitseinrichtungen und eröffneten Privatkliniken, wo sie sich Behandlungen teuer bezahlen ließen. Auch in Tirbespi führten Korruption und Missmanagement dazu, dass die Bewohner*innen Privatkliniken aufsuchen mussten – obwohl es ein öffentliches Krankenhaus gab.

Mit der Belagerung durch die dschihadistische Al Nusra-Front ab 2014 und später dem IS verschärfte sich die Situation in Nord-Ost-Syrien dramatisch. Viele Menschen aus den umliegenden Dörfern flohen vor den Angriffen nach Tirbespi, das von der Schreckensherrschaft des IS verschont blieb. Das Krankenhaus war zu dieser Zeit schon nicht mehr in Betrieb.

Die medico-Partnerorganisation, der Kurdische Rote Halbmond, betreibt in Tirbespi inzwischen eine „Primary Health Clinic“, in der grundlegende Behandlungen durchgeführt werden können. Das Einzugsgebiet umfasst die umliegenden Kleinstädte und Dörfer, insgesamt etwa 100.000 Menschen. Aber es braucht dringend eine bessere Infrastruktur, denn für größere Operationen und Behandlungen müssen die Menschen in die Hauptstadt von Cizire, nach Qamishlo fahren. Und auch hier gibt es nur Privatkliniken und ein Krankenhaus – das im Gebiet des Assad-Regimes liegt.

Zwischen Nothilfe und Strukturaufbau

„Die Bevölkerung in Nordsyrien leidet unter fehlender sozialer Infrastruktur. Besonders im Gesundheitsbereich ist die Situation noch besonders unzulänglich“ sagt der Vorsitzende des Kurdischen Roten Halbmondes Sherwan Bery gegenüber medico. In den letzten Jahren hat medico den Kurdischen Roten Halbmond größtenteils mit Nothilfemaßnahmen unterstützt, zuletzt bei der Medikamentenbeschaffung für das Flüchtlingslager Sheba, wo immer noch bis zu 100.000 Menschen festsitzen, die vor dem Einmarsch der Türkei in den kurdischen Kanton Afrin geflohen sind. Diese Hilfe des Roten Halbmonds und die Unterstützung dafür durch medico wird weitergehen.

Gleichzeitig unterstützen wir den Aufbau von Infrastruktur, denn nur so kann Veränderung nachhaltig werden. Unter der demokratischen Selbstverwaltung wird in Nordsyrien ein neues Gesundheitssystem aufgebaut, in einer Gesundheitsakademie werden nach einem eigens entwickelten Curriculum Ärzt*innen und Helfer*innen ausgebildet. Die ersten Absolvent*innen arbeiten bereits in Krankenhäusern oder Gesundheitsposten der Region. Ziel des Programms ist es, allen Gesundheitsarbeiter*innen ein angemessenes Gehalt zu zahlen und eine kostenlose Basisgesundheitsversorgung für die Bevölkerung sicherzustellen. Auch Gesundheitsbildung, Verhütung, die Reduzierung von Kaiserschnitten und sogar das Thema Abtreibung finden hier Eingang. In einer sehr konservativ geprägten Gesellschaft wie im Norden Syriens bedeuten bereits kleine Fortschritte in diesem Bereich einen großen Erfolg.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass diese Entwicklung in einer sehr bedrohlichen Situation stattfindet. Erst kürzlich startete die Türkei wieder Angriffe auf kleinere Orte in der Nähe von Kobane und der Fortgang des entgrenzten Stellvertreterkriegs in Syrien ist unklar. Dass die Kurd*innen in Nordsyrien in dieser undurchsichtigen und bedrohlichen Zeit Strukturen demokratischer Teilhabe und Partizipation aufbauen, ist mehr als unterstützenswert.

Spendenkonto
medico international
Frankfurter Sparkasse
IBAN: DE21 5005 0201 0000 0018 00
BIC: HELADEF1822

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Friedrsh_kreuzberg-Derik

A Cinema For Rojava

Ein Projekt für den Bau eines Kulturzentrums und Kinos in Amudê.

Ziel des Projekts ist die Errichtung eines Kulturhauses mit Kino in Amudê. Mit ca. 200 Sitzplätzen wird es neben einer Bühne zeitgemäße und zugleich einfach zu bedienende Technik enthalten, wie etwa Laptop und Beamer. Neben dem Low-Budget-Ansatz des Projekts sollte das Gebäude vornehmlich von Menschen aus der Region mit vor Ort vorhandenen Materialien errichtet werden.
Dieses Kulturhaus mit Kino versteht sich als ein Symbol internationaler Solidarität mit Rojava, getragen von der lokalen Jugend und in dem Internationalismus.
Es soll Beispiel sein für einfache und zugleich innovative Bautechniken, es ist nicht paternalistisch geprägt, sondern getragen von kooperativer Wertschätzung und nachhaltiger Wertschöpfung.

Am Projekt nehmen teil: Architektinnen und Architekten sowie Expertinnen und Experten vor Ort die ihre Erfahrungen und Kompetenzen einbringen, beispielsweise in den Bereichen Herstellung von Ziegelsteinen, Bau von Solaranlagen zur Stromgewinnung, Kinotechnik, Beleuchtung, Möbelbau sowie Sicherheitstechnik, vor allem im Bereich Brandschutz. Bereits heute sind Filmemacherinnen und Filmemacher sowie technisch Versierte am Projekt beteiligt. Zudem wird das Projekt medial, u.a. in Zeitungen sowie auf Internetplattformen bekannt gemacht.

Die meisten der benötigten Materialien werden aus der Region gewonnen bzw. dort produziert; einige Materialien werden aus Deutschland bereitgestellt. Unter den politischen Gegebenheiten ist es derzeit kaum möglich, Baustoffe und Material über die türkische Grenze nach Kurdistan zu transportieren. Um die Grenzen offenzuhalten bzw. neu zu öffnen ist somit politischer Druck notwendig. Deshalb werden wir uns an NGOs und politische Parteien vornehmlich in Deutschland, Großbritannien und Lateinamerika richten, um sich für offene Grenzen in der Region einzusetzen.

Spendenkonto
Stichwort: “CinemaRojava” (bitte angeben!)
KurdistanHilfe e. V.
Hamburger Sparkasse
IBAN: DE40 2005 0550 1049 2227 04

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Friedrsh_kreuzberg-Derik

Städtepartnerschaft Friedrichshain-Kreuzberg – Dêrik e.V

Seit Anfang des Jahres arbeitet die Stadtverwaltung von Dêrik zusammen mit der ökologischen Initiative Make Rojava Green Again an der Begrünung eines Flussbetts im Zentrum Dêriks. Hier entsteht unter Mitarbeit der Anwohner*innen ein neuer Park für alle Bewohner*innen Dêriks. Die Durchführung des Projekts erfolgt mit Fördergeldern der deutschen Stiftung Nord-Süd-Brücken und Spenden, die vom Städtepartnerschaftsverein gesammelt wurden.

Der Fluss ist in Folge der türkischen Staudammpolitik fast ausgetrocknet, doch jetzt erwacht das Areal wieder zum Leben. Nach einem Aufräumtag, an dem die Nachbarschaft gemeinsam den Ort vom Müll befreit hat, können nun Terrassen angelegt werden, auf denen diverse Baum- und Pflanzenarten wachsen werden. Das Projekt ist somit auch ein Beitrag zur Verbesserung der Artenvielfalt, welche durch landwirtschaftliche Monokulturen in Nordsyrien geschädigt wurde.

Spendenkonto
Städtepartnerschaft
Friedrichshain-Kreuzberg – Dêrik e.V.
GLS Bank
IBAN: DE54 4306 0967 1225 6804 00
BIC: GENODEM1GLS

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