AUSSTELLUNG Wasser als Waffe – Hasankeyf soll leben!

AUSSTELLUNG Wasser als Waffe – Hasankeyf soll leben! Türkischer Kolonialismus in Kurdistan und der Kampf gegen den Ilisu-Staudamm Die historisch einzigartige 12.000 Jahre alte Felsenstadt Hasankeyf im kurdischen Südosten der Türkei droht ebenso wie rund 200 Dörfer in den Fluten eines gigantischen Stausees zu verschwin­den. Beim Bau des Ilisu-Großstaudamms am Oberlauf des Tigris geht es nicht um nachhaltige Energiegewinnung. Vielmehr setzt die Regierung in Ankara das Wasser als Waffe gegen Mensch, Kultur und Natur zur Durchsetzung politischer Interessen ein. Durch das Aufstauen des Tigris soll die Bevölkerung in einer Hochburg der linken Demokratischen Partei der Völker (HDP) ihrer Lebensgrundlagen beraubt, die kurdische Guerilla in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt und das Nachbarland Irak erpressbar gemacht werden.… weiterlesen

Globaler Aktionstag für Hasankeyf und Sûr/Amed

-> Protestaktion in Berlin am 28.4. von 14 bis 17 Uhr vor dem Brandenburger Tor Stoppt die Zerstörung von Hasankeyf und Sûr! Wir rufen alle Menschen auf, am 28. April 2018 sich in einem globalen Aktionstag gegen die Zerstörung von Hasankeyf und Sûr (Altstadt in Amed/Diyarbakır) in Nord-Kurdistan (Südosten der Türkei), zu stellen. Hasankeyf und Sûr sind seit Jahrtausenden bewohnte Orte am Fluss Tigris in Obermesopotamien. Seit Jahren sind diese durch die von der AKP geführten türkischen Regierung systematischen Zerstörungen ausgesetzt. Doch beide sind auch zu Symbolen des Widerstandes sowohl gegen die ökologisch-soziale Zerstörung durch Mega-Investitionsprojekte als auch die seit 2015 laufende Kriegspolitik des türkischen Staates geworden.… weiterlesen

Wasser als Waffe: Widerstand gegen den Ilisu-Großstaudamm in der Osttürkei

Der kurz vor der Vollendung stehende Ilisu-Großstaudamm im Osten der Türkei ist eines der weltweit am meisten umstrittenen Staudammprojekte. Zehntausende Menschen werden durch die Aufstauung des Tigris von ihrem Agrarland vertrieben, 199 Dörfer sowie die 12.000 Jahre alte historisch einzigartige Felsenstadt Hasankeyf werden in den Fluten eines gigantischen Stausees versinken. Bei dem Projekt geht es nicht um nachhaltige Energiegewinnung, für die es für die Türkei ausreichend Alternativen gibt, sondern in erster Linie um die Durchsetzung politischer Interessen und die Profite der beteiligten Unternehmen, darunter an führender Stelle des österreichischen Anlagenbauers Andritz. Das Wasser wird von der türkischen Regierung als Waffe gegen Mensch, Kultur & Natur, zur Vertreibung der vor Ort lebenden kurdischen Bevölkerung sowie als Druckmittel auf die Nachbarländern Irak und Syrien eingesetzt.… weiterlesen

Das Ilısu-Projekt ist noch lange nicht durch

Ercan Ayboga, Initiative zur Rettung von Hasankeyf (HYG), über den Kampf und die Zerstörung in Hasankeyf (und am Tigris); für den Kurdistan Report März/April 2018
Die Diskussionen zum zerstörerischen Ilısu-Staudamm- und Wasserkraftwerksprojekt am Tigris in Nordkurdistan hatten mit August 2017 wieder erheblich zugenommen, als Bilder von der Sprengung von Felsenstücken in Hasankeyf (kurdisch: Heskîf) um die Welt gingen. Doch um die Jahreswende wurde es wieder stiller, obwohl die Vorbereitungen zum Abschluss des Projekts des türkischen Staates auf Hochtouren laufen. War der Aufschrei vom August 2017 der letzte vor der endgültigen Zerstörung gewesen oder ist es die Vorstufe zu einer wirklich großen Protestwelle?… weiterlesen

Ilısu-Staudamm wieder in der Öffentlichkeit und Kritik – aber die Zerstörung geht weiter

Ercan Ayboga, Initiative zur Rettung von Hasankeyf, 23.11.2017
Die Diskussion über das Ilısu-Staudamm- und Wasserkraftwerksprojekt am Dicle (Tigris) in Nordkurdistan und die Kritik daran haben im Sommer 2017 wieder erheblich zugenommen. Jahrelang war es in der breiten Öffentlichkeit relativ still gewesen, selten kamen Nachrichten über das Ilısu-Projekt und den von der Flutung bedrohten antiken Ort Heskîf (Hasankeyf) in den Mainstream- oder größeren türkischen oder internationalen Medien. Nur kurdische und einige linke Medien waren regelmäßiger interessiert, wie es mit einem der weltweit kon troversesten Talsperrenprojekte aussieht. Ein Schritt zurück … Das Ilısu-Projekt wurde 1997 von der türkischen Regierung in Angriff genommen, fast genauso alt sind die Kampagnen gegen dieses zerstörerische Projekt.… weiterlesen

Geschichte einfach so versetzen?

Ercan Ayboga, Initiative zur Rettung von Hasankeyf, für den Kurdistan Report Juli/August 2017
Am 12. Mai 2017 wurde das Zeynel-Bey-Mausoleum in Hasankeyf (kurdisch Heskîf) nach zwei Jahren Vorbereitung, Diskussion und Widerstand in ein Gebiet außerhalb des geplanten Ilısu-Stausees versetzt. Damit wird das kontrovers diskutierte Ilısu-Staudamm- und Wasserkraftwerks­projekt wieder in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Seit knapp zwanzig Jahren versucht der türkische Staat, dieses für ihn strategisch wichtige, aber für die Bevölkerung in vielerlei Hinsicht katastrophale Projekt am Tigris in Obermesopotamien zu realisieren. Begleitet von einem großen Polizeieinsatz hat das Konsortium aus der türkischen Er-Bu Inşaat und der niederländischen Bresser Eurasia BV das 550 Jahre alte berühmte Mausoleum in den geplanten »Archäologie-Park Hasankeyf« neben dem im Bau befindlichen »Neu-Hasankeyf« versetzt.… weiterlesen

Ilisu-Staudamm: Gerichtsurteil verhängt Baustopp

hasankeyfDer Widerstand gegen den zerstörerischen Staudamm kann noch Erfolg haben
Ercan Ayboga, Initiative zur Rettung von Hasankeyf
Kaum jemand hatte es erwartet. Den Kampf gegen das Ilisu-Staudamm- und Wasserkraftwerksprojekt hielten nach dem Baubeginn 2010 und dem schwächelnden Widerstand in Türkisch-Kurdistan und in der Türkei fast alle für verloren und aussichtslos. In Heskîf (Hasankeyf), Ilisu, Elih (Batman), Istanbul, Wien und Berlin hatten viele ihren Mut und ihre Motivation verloren. So haben einige AktivistInnen sich zurückgezogen oder ihr Engagement zurückgefahren. Diejenigen, die weitermachten, hatten entweder noch den Glauben an einen Stopp oder taten es aus grundsätzlichen Gewissensgründen. Doch die 14.… weiterlesen

Bedrohte Natur Ostkurdistans

Ercan Ayboğa, Initiative zur Rettung von Hasankeyf
Nachdem mir seit Sommer 2011 immer wieder etwas in die Quere gekommen war, schaffte ich es schließlich doch, in die Islamische Republik Iran zu reisen. Über den Grenzübergang Bajirge (Esendere)/Sero gelangte ich von Nord-(Türkisch-)Kurdistan nach Urmîya (Urmia), in die Stadt, in der KurdInnen und AserbaidschanerInnen (Azeris) gemeinsam leben. Während der ca. 50 km langen Strecke ging es aus dem Zagros-Gebirge langsam, aber stetig bergab, immer wieder durch Dörfer und kleine Ortschaften, die von kahlen Bergen umsäumt sind. Bergen, die mit Wäldern wunderschön aussehen würden. Das Fehlen von Wäldern in vielen Teilen Ostkurdistans fiel mir hier schon auf.… weiterlesen

Petition an die UNESCO für Hasankeyf und die Mesopotamischen Sümpfe!

hasankeyfErcan Ayboga, Initiative zur Rettung von Hasankeyf
In den letzten zwei Monaten haben sich zwei Entwicklungen rund um den zerstörerischen Ilisu-Staudamm und das Thema Wasser als Konfliktstoff ergeben. Zum einen handelt es sich um das 6. Weltwasserforum und das Alternative Weltwasserforum (FAME) und zum anderen um eine Petition an die UNESCO gegen den Ilisu-Staudamm. Die genannte weltweit gestartete Petition an die UNESCO [Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur] wurde von insgesamt vier Organisationen aus dem Mittleren Osten initiiert; und zwar je eine aus der Türkei, dem Irak, Irakisch-Kurdistan und dem Iran. Das Zusammenkommen dieser zivilen Organisationen basiert hauptsächlich auf dem 2011 aufgebauten Netzwerk Ekopotamya, dessen Ziel die Kritik an der Wasserressourcen-Politik der Staaten Türkei, Irak und Iran und die Herausarbeitung von Alternativen ist (www.ekopotamya.org).… weiterlesen

Ruhe vor dem nächsten Sturm am Tigris?

Stand beim Ilisu-Staudammprojekt
Ercan Ayboga, Initiative zur Rettung von Hasankeyf
Über den geplanten Ilisu-Staudamm am Tigris in Türkisch-Kurdistan wird seit letztem Frühjahr relativ wenig berichtet. Es ist ruhiger geworden um dieses ökologische, soziale und kulturelle Zerstörung bringende Projekt, welches zu den umstrittensten der Welt gehört. Doch der Bau des Staudamms im und am Dorf Ilisu geht unvermindert weiter. Es wird in zwei Schichten 16 Stunden am Tag gearbeitet, manchmal sogar rund um die Uhr. Der Bau soll nach normalem Zeitplan 2016 beendet werden, die AKP-Regierung fordert, dass alles bis 2014 fertiggestellt wird. Da solche Mega-Projekte oft länger als geplant dauern, ist nicht mit einer Beendigung vor 2015 zu rechnen.… weiterlesen