“Genozide im Nahen Osten und Perspektiven für eine Aussöhnung”

Über die Konferenz 2018 – 103 Jahre nach dem Genozid an den Armeniern und 80 Jahre nach dem Genozid in Dersim – ist, insbesondere in der Türkei, noch immer keine umfassende Debatte über diese Verbrechen möglich. Als Resultat dieser mangelnden Aufarbeitung ist der Nahe Osten weiterhin Schauplatz ethnisch und konfessionell konnotierter kriegerischer Handlungen. Der Genozid an den Eziden ist das jüngste Beispiel hierfür. Der kritische Umgang mit der Geschichte ist jedoch unabdingbar sowohl für die Befriedung der Region, als auch die Entstehung einer demokratischen politischen Kultur. Die demokratische Autonomie ist die Perspektive der kurdischen Seite für die Region, welche ihren Ausdruck in den autonomen Regionalverwaltungen in Rojava/Nordsyrien, in denen die verschiedenen Ethnien und Glaubensgemeinschaften gleichermaßen vertreten sind, und den Kommunalverwaltungen der DBP in Nordkurdistan/Türkei, zumindest vor ihrer Besetzung durch vom Innenministerium bestimmte Zwangsverwalter, findet.… weiterlesen

Fachtagung: Die “neue” Türkei und ihre Herausforderer

Fachtagung von KURD-AKAD: Die “neue” Türkei und ihre Herausforderer 19.01.18  13-18 Uhr  FORUM Volkshochschule im Museum am Neumarkt, Cäcilienstr. 35, 50667 Köln  Kooperationspartner: Volkshochschule Köln Unterstützer: Rosa Luxemburg Stiftung, Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit Civaka Azad e.V. Programm:  13:00 – 13:15 Uhr Begrüßung 13:15 – 14:45 Uhr Forum I: Von der Geschichte zur Gegenwart Ismail Küpeli (Politikwissenschaftler, Universität Bochum): Das Erbe von 1923: der türkische Nationalstaat damals und heute Mahir Tokatli (Politikwissenschaftler, Universität Bonn): Was ist “neu” am neuen Regierungssystem? Präsidentialismus alla Turca zwischen Kontinuität und Wandel Ziya Pir (ehem. HDP-Abgeordneter): Erdogans Außenpolitik: Stabilität oder Konflikt in der Region?… weiterlesen

Referendum in der Türkei am 16. April 2017: Aufruf zur Ablehnung der Verfassungsänderungen!

Kurd-Akad. Netzwerk Kurdischer AkademikerInnen, 23.03.2017
Die Türkei stimmt am 16. April 2017 über ein Verfassungsreferendum ab. Die Regierung strebt durch die Änderung der entsprechenden Artikel der Verfassung ein Präsidialsystem an. Dieses Präsidialsystem soll die gesamte staatliche Macht beim Präsidenten vereinen und die Gewaltenteilung zwischen Legislative, Exekutive und der Judikative als Grundpfeiler jeder demokratischen Ordnung aufheben. Mit den Verfassungsänderungen soll das parlamentarische Regierungssystem in der Türkei weitgehend abgeschafft werden. Der Präsident soll quasi als gewählter Autokrat die Staatsmacht uneingeschränkt ausüben. Wir, das Netzwerk Kurdischer AkademikerInnen rufen alle wahlberechtigten türkischen Staatsbürger dazu auf, bei diesem Referendum mit „Nein“ zu stimmen.… weiterlesen

Beziehungen zwischen Regierungsmacht und Medien in der Türkei

turk basiniFirat Deniz, Kurd-Akad
Das Geschehen in Kurdistan und der Türkei wird gerade von einer Phase mit unklarem Ausgang bestimmt. Angesichts der aktuellen politischen Lage wird eifrig über Krieg und Frieden diskutiert. Nach einem breit angelegten und intensiv geführten Krieg in den Sommermonaten dominieren wieder Friedensgespräche die aktuellen Schlagzeilen. Die einen interpretieren das Wiederanknüpfen an die Friedensbemühungen als ein Manöver, als Teil der „Integrationspolitik“ der AKP, das lediglich die Zerschlagung der kurdischen Freiheitsbewegung zum Ziel hat. Die anderen hingegen bewerten die Friedensgespräche als unterstützenswerte Phase, die in eine friedliche Lösung münden könnte. Betrachtet man in dieser Situation die Positionierung der Medien, so führt das nur zu Verwirrung und Unverständnis.… weiterlesen

Die Neustrukturierung des Nahen Ostens und der ‘Kurdische Aufbruch’ in Syrien

fachtagungFachtagung am 26.01. in Dortmund, organisiert von KURD-AKAD
Der Nahe Osten gleicht einem Pulverfass: Die ‘Arabellion’ in den nordafrikanischen Staaten scheint mit einem kurzfristigen ‘Regime Change’ aufgeschoben – wie die aktuellen Ereignisse in Ägypten belegen – und die Gefechte in Syrien eskalieren zu einem Bürgerkrieg. Internationale Interessen sind hierbei determinierend. Die NATO beschließt die Aufrüstung der Türkei mit Patriot-Systemen. Auch Deutschland erklärt bereitwillig seine Unterstützung, alles unter dem Deckmantel der Bündnissolidarität. Die Raketenabwehrsysteme sollen an der syrisch-türkischen Grenze, somit auf kurdischem Gebiet, stationiert werden. Auf der anderen Seite werden weite Teile Kurdistans auf syrischem Territorium seit geraumer Zeit von den Kräften der Partei der Demokratischen Einheit (PYD) nach dem Prinzip einer demokratischen Autonomie verwaltet und kontrolliert – für die Türkei aufgrund der ungelösten kurdischen Frage im eigenen Land ein Dorn im Auge.… weiterlesen

Die Neustrukturierung Syriens und die Schlüsselfunktion der Kurden

rojava-syrienEmel Engintepe, Kurd-Akad. Netzwerk kurdischer AkademikerInnen e.V.
Ende Mai heizte ein brutales Massaker mit über 100 zivilen Opfern im syrischen Hula (25.05.2012) die Debatte um eine internationale Intervention zum Sturz des Assad-Regimes erneut an. Noch vor Abschluss der UN-Untersuchungen machte der in Istanbul gegründete „Syrische Nationalrat“ – eine der Oppositionsgruppen, die aus dem Ausland agiert – die Regierungstruppen für das Massaker verantwortlich. Die „Freie Syrische Armee“ bezeichnete die durch die Vereinten Nationen unter Leitung des Sondergesandten Kofi Annan vermittelte und seit Mitte April wirksame Waffenruhe öffentlich als gescheitert. Einzig die innersyrische Oppositionsgruppe „Nationales Koordinationskomitee für einen demokratischen Wandel in Syrien – NCC“ hielt beharrlich an der UN-Beobachtermission sowie dem Sechs-Punkte-Plan Annans fest und bekräftigte ihre Ablehnung ausländischer Einmischung.… weiterlesen