Demonstration in Paris: Fünf Jahre ohne Gerechtigkeit

Am 9. Januar 2013 wurden Sakine Cansız (Sara), Fidan Doğan (Rojbîn) und Leyla Şaylemez (Ronahî) in den Räumen des Kurdischen Informationsbüros in Paris ermordet. Diese politisch motivierten Morde sind bis heute nicht aufgeklärt.

Das in Düsseldorf ansässige Kurdische Frauenbüro für Frieden – Cenî ruft aus diesem Anlass zur Teilnahme an einer Demonstration am 6. Januar 2018 um 11 Uhr am Gare du Nord in Paris auf.

In der Erklärung heißt es:

„Jedes Jahr versammeln sich zehntausende Aktivist*innen, Politiker*innen, Freund*innen und Familien in Paris, um ihre noch immer anhaltende Trauer und Wut über die Morde, aber auch ihre Entschlossenheit zur Weiterführung

Immer noch auf der Suche nach der Wahrheit

Mahmut Şakar über die drei in Paris ermordeten kurdischen Revolutionärinnen; für den Kurdistan Report Januar/Februar 2018

Am 9. Januar 2013 wurden die drei kurdischen Revolutionärinnen Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez im Kurdistan-Informationszentrum im Herzen von Paris ermordet. Kurz darauf wurde bekannt, dass es sich bei dem Mörder Ömer Güney um einen türkischen Nationalisten handelte. Nach einem langjährigen Aufenthalt in Deutschland hatte er sich in die kurdische Gesellschaft und deren Institutionen in Paris eingeschlichen. Dokumente belegen heute, dass Güney für den türkischen Geheimdienst MIT (Millî İstihbarat Teşkilâtı) arbeitete und in Kontakt stand mit Personen der höchsten Leitungsebene des MIT. …

Französische Justiz lässt Prozess gegen Mörder von drei kurdischen Aktivistinnen fallen

Pressemitteilung von Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, 25.01.2017

Die französische Justiz lässt den Prozess gegen Ömer Güney, dem mutmaßlichen Mörder der drei kurdischen Politikerinnen Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez fallen. Eine solche Entscheidung der französischen Justiz war nach dem plötzlichen Tod des dringend Tatverdächtigen Güney am 18. Dezember vergangenen Jahres erwartet worden. Güney war kurz nach dem Mord am 9. Januar 2013 durch die französischen Sicherheitskräfte festgenommen wurde. Die Beweislast ließ keinen Zweifel daran, dass Ömer Güney die ausführende Kraft hinter dem Mord war.
Was den Mordfall und nun den plötzlichen Tod von Ömer Güney allerdings …

Mutmaßlicher Täter des Massakers von Paris kurz vor Prozessbeginn tot aufgefunden: Kein Vergessen, kein Vergeben! Wir fordern Gerechtigkeit!

Cenî – Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V., 09.01.2017

Am 9. Januar 2013 sind die drei kurdischen Politikerinnen Sakine Cansız, Leyla Doğan und Leyla Şaylemez mitten in Paris ermordet worden. Im Januar 2017 sollte der Prozess zur Aufklärung dieses politischen Mords starten. Doch kurz vor Prozessbeginn ist der Hauptangeklagte Ömer Güney in seiner Zelle tot aufgefunden worden.

Sakine Cansız war eine herausragende Persönlichkeit und lebende Legende im kurdischen Kampf für Freiheit und Selbstbestimmung. Geboren wurde sie 1958 in der kurdischen Stadt Dersim, welche die letzte Station einer Reihe von kurdischen Aufständen gegen türkische Unterdrückungspolitik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts …

Die Morde von Paris: Dieser Fall ist noch lange nicht abgeschlossen!

Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, 08.01.2017

Anlässlich des vierten Jahrestages der Morde an Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez versammelten sich tausende Menschen in Paris, um den drei kurdischen Revolutionärinnen zu gedenken und Gerechtigkeit einzufordern. Aus ganz Europa kamen am gestrigen 7. Januar Menschen in der französischen Hauptstadt zusammen, wo die drei Frauen am 9. Januar 2013 kaltblütig ermordet worden waren. Die Demonstranten machten durch ihre Sprechchöre und Transparente deutlich, dass für sie der Fall erst abgeschlossen ist, wenn der Mord an den drei Frauen lückenlos aufgeklärt ist.  Sie protestierten auch gegen den französischen Staat und ihre …

„Der französische Staat hat Sakine, Fidan und Leyla ein zweites Mal ermordet“

Fidan Dogan, Sakine Cansiz und Leyla SaylemezErklärung der Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans (KCK), 22.12.2016

Die Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans (KCK) hat zum plötzlichen Tod des Mörders von Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez folgende Erklärung veröffentlicht, in welcher sie den französischen Staat für mitschuldig an dieser Tat erklärt und die kurdische und französische Bevölkerung dazu aufruft, den Fall solange weiterzuverfolgen, bis die ganze Wahrheit ans Tageslicht kommt:

„Die drei Revolutionärinnen Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez wurde mit dem Befehl der AKP-Regierung durch den türkischen Geheimdienst MIT ermordet. Dass der Mörder Ömer Güney durch den MIT beauftragt wurde, geht aus Dokumenten hervor, die in …

Vier Jahre nach dem dreifachen Mord in Paris / Aufruf zur Prozessbeobachtung

Maxime Azadi, Journalist, 12.12.2016

Nach der Ermordung der drei kurdischen Revolutionärinnen in Paris sind jetzt genau vier Jahre vergangen. Nun soll nach vier Jahren der Prozess beginnen.

Nach Angaben von Personen, die mit dem Fall vertraut sind, soll der Prozess am 23. Januar im Pariser Strafgericht beginnen und voraussichtlich fünf Wochen dauern. Sakine Cansiz, Gründungsmitglied der Arbeiterpartei Kurdistan (PKK), Fidan Dogan, Mitglied des Kurdistan Nationalkongresses (KNK) und Leyla Şaylemez, Mitglied der Kurdischen Jugendbewegung, wurden am 9. Januar 2013 in den Räumen des Kurdistan Informationszentrum (CIK – Centre d‘Information du Kurdistan) Nähe Gare du Nord, mitten in Paris, am helllichten Tag …

Vertuschte Wahrheiten und ihre Folgen

Fidan Dogan, Sakine Cansiz und Leyla SaylemezDrei kurdische Frauen, Charlie Hebdo, das Pariser Massaker vom 13. November …, Maxime Azadî, Kurdistan Report 183

Jedes nicht aufgeklärte Verbrechen hat nachfolgenden die Tür geöffnet. Jede Vertuschung eines Verbrechens ist eine Einladung zu einem weiteren. Die Mitwirkung, bzw. schärfer ausgedrückt die Mitschuld, tritt dann als Mittäterschaft an den politischen Morden in Erscheinung. Geheimdienste, Politiker, Verschwörungen, geheime Beziehungen, politische und ökonomische Interessen im Umfeld der Auftragsmörder haben um die Mordtaten herum ein weites Netzwerk geschaffen.

Vor drei Jahren, am 9. Januar 2013, wurden im Zentrum von Paris drei kurdische revolutionäre Frauen durch Kopfschüsse ermordet. Jede Frau wurde von drei Kugeln …

Keine Fortschritte bei den Ermittlungen zu den Pariser Morden

sakine-rojbin-leylaMaxime Azadi, Journalist, 07.01.2015

Seit dem Mittag des 9. Januar 2013 nahm niemand mehr die Anrufe im Kurdistan-Informationszentrum von Paris entgegen. Drei Frauen hielten sich dort auf und es herrschte tödliche Stille. Anfangs merkte noch niemand, dass etwas nicht stimmte.

Am Abend machten sich die Ersten Sorgen. Das Telefon im Zentrum läutete weiter. Doch es gab kein Lebenszeichen von drinnen. In der Nacht klingelte es dann auch an der Tür des Zentrums in der Rue La Fayette 147. Es war ein kalter Wintertag.

Erst gegen ein Uhr nachts am 10. Januar gelang es drei Personen, in das Informationszentrum zu gelangen. …

Die Staaten schweigen weiterhin zu den Morden von Paris: “Sie schweigen, weil sie schuldig sind!”

Fidan Dogan, Sakine Cansiz und Leyla SaylemezErklärung vom Cenî-Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V., 06.01.2015

Am 9. Januar 2013 wurden die drei kurdische Revolutionärinnen, Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Saylemez am helligsten Tag im Kurdistan Informationsbüro in einer der belebtesten Gegenden von Paris ermordet. Anlässlich des zweiten Jahrestages dieser brutalen Morde verurteilen wir die Mörder und ihre Hintermänner auf das Schärfste. Zugleich gedenken wir den Ermordeten mit großem Respekt.

Sakine Cansiz leistete ihr ganzes Leben lang entschlossen Widerstand gegen jegliche Form von Unterdrückung und Unrecht. Hierzu gehörte insbesondere auch ihr Kampf gegen die Militärjunta, die in der Türkei 1980 errichtet wurde. Sakine Cansiz kämpfte für die …

Die letzten Entwicklungen zu den Morden von Paris und offene Fragen

Fidan Dogan, Sakine Cansiz und Leyla SaylemezCivaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e. V., 26.05.2014

Als am 9. Januar 2013 die Meldung von der Ermordung von den drei kurdischen Revolutionärinnen Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez in Paris durch die Welt ging, war der Schock innerhalb der kurdischen Gesellschaft groß. Ein Massaker dieser Art mitten in Europa trägt  das Potential, den kurdisch-türkischen Konflikt auf eine ganz neue Ebene zu tragen. Dass dieser Mord kurz nach dem Bekanntwerden von der Wiederaufnahme von Gesprächen zwischen dem inhaftierten PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan und den Vertretern des türkischen Staates durchgeführt worden ist, sagt viel darüber aus, welche Interessen hinter …

Im Krieg den Frieden vorbereiten

Spendenaufruf SaraSpendenaufruf von Cenî – Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V. für das Frauenzentrum Sara zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen in Qamişlo (Nordsyrien)

Seit Anfang 2011 herrscht in Syrien Krieg. Die kurdischen Gebiete im Norden Syriens (Rojava) waren anfangs wenig von den kriegerischen Auseinandersetzungen betroffen und wurden zum Zufluchtsort vieler Menschen, die als verfolgte Minderheiten aus den Kampfgebieten flüchten mussten. Im Juli 2012 gelang es der Bevölkerung in Rojava, die marode syrische Zentralregierung aus den kurdischen Gebieten zu vertreiben. Seit Sommer 2013 jedoch müssen sie sich zunehmend gegen die brutalen Angriffe islamistischer Söldnergruppen wehren, die die Bevölkerung ganzer Dörfer regelrecht abschlachten.…

KINOSTART: „HÊVÎ – HOFFNUNG“

poster-heviab 6. März im Kino, ein Film von Yüksel Yavuz

Der Dokumentarfilm Hêvî -Hoffnung handelt von vier kurdischen Frauen, die sich gegen die Unterdrückung und Gewalt in ihrem Land einsetzen. Der Regisseur Yüksel Yavuz porträtiert die Schicksale dieser Frauen, welche auf unterschiedliche Weise Wege gefunden haben, Widerstand gegen Ungerechtigkeiten zu leisten.

Die Anwältin und Menschenrechtsaktivistin Eren Keskin schildert ihre Erfahrungen aus den  90er Jahren. Keskin geht insbesondere auf die Lage der kurdischen Frauen während des bewaffneten Krieges zwischen den kurdischen Guerillas und dem türkischen Staat ein, die vor allem mit sexueller Gewalt erniedrigt und unterdrückt wurden.

Die Politikerinnen Gültan Kışanak …

Morde von Paris – Tonaufzeichnungen deuten auf Beteiligung des türkischen Geheimdienstes

Fidan Dogan, Sakine Cansiz und Leyla SaylemezPressemitteilung von Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V., 14.01.2014

Am 12. Januar 2014 gelangten Mitschnitte von Tonaufzeichnungen ins Internet, auf denen vermutlich Ömer Güney, der bislang einzige dringend Tatverdächtige für die Morde an drei kurdischen Frauen in Paris am 09. Januar 2013, mit zwei weiteren Personen über die Planung von Attentate auf kurdische Politiker und Aktivisten in Europa diskutiert. Die Mitschnitte haben zeitlich vor den Morden von Paris stattgefunden.

Bei den beiden Personen, mit denen Güney spricht, soll es sich um Mitglieder des türkischen Geheimdienstes MIT handeln. Güney klärt mit diesen beiden Personen ab, wo er die Tatwaffen

Ein Jahr nach den Morden von Paris – Wir fordern weiter Gerechtigkeit

Fidan Dogan, Sakine Cansiz und Leyla SaylemezKurdisches Frauenbüro für Frieden – Cenî, 09.01.2014

Vor genau einem Jahr, dem 09.Januar 2013, wurden drei kurdische Revolutionärinnen Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Saylemez im Kurdistan-Informationszentrum mitten in Paris brutal ermordet. Sakine Cansiz war Gründungsmitglied der PKK und eine der ersten Frauen, die sich dem kurdischen Freiheitskampf anschloss. Fidan Dogan war Vertreterin des Kurdistan Nationalkongresses (KNK) in Frankreich. Leyla Saylemez war Aktivistin der kurdischen Jugendbewegung. Ihre Ermordung mitten in Europa war ein Schock für die gesamte kurdische Bevölkerung und die Freundinnen und Freunde des kurdischen Freiheitskampfes. Dementsprechend groß waren die Trauer und die Wut nach der Ermordung. Und diese …

Ist euer Schweigen das Eingeständnis eurer Mitschuld?

sara- rojbin- ronahiDer Stand der Entwicklungen im Falle der Pariser Morde
Maxime Azadi, Journalist

(…) Sowohl die Angehörigen als auch das kurdische Volk wollen endlich, dass die Morde aufgeklärt und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Das Schweigen der französischen Behörden sowie der westlichen Regierungen verstärkt den Unmut. Daher gehen kurdische Frauen jeden Mittwoch unter dem Motto »Ist euer Schweigen das Eingeständnis eurer Mitschuld?« in zahlreichen europäischen Großstädten auf die Straße und fordern Gerechtigkeit. (…)

Sakine Cansiz, genannt Sara, befand sich unter den 21 Personen, die an der Gründungsversammlung der PKK am 27. November 1978 im Dorf Fis, Licê/Amed (Diyarbakir) teilgenommen

Massaker von Paris: Indizien deuten auf Beteiligung der Türkei

sakine-rojnin-leylaAntoine Comte, Anwalt, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Firat

Mehr als elf Monate nach den Morden an den kurdischen Aktivistinnen Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Saylemez in Paris, erklärt Antoine Comte, dass die Untersuchungen vorankommen. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Firat (ANF) erklärt der Anwalt der Angehörigen der drei ermordeten Frauen, dass viele Indizien auf die Beteiligung des türkischen Staates beim Massaker vom 9. Januar hindeuten.

Im Folgenden geben wir die Übersetzung des Interviews wieder:

Hinsichtlich des Massakers an den drei kurdischen Frauen vom 9. Januar 2013 in Paris gibt es noch viele unbeantwortete Fragen. Wie verlaufen die

Wir fordern Gerechtigkeit und eine politische Lösung in Kurdistan

Kurdische Frauenbewegung in Europa (TJKE), 09.10.2013

9. Oktober 1998: Internationales Komplott gegen Abdullah Öcalan
Am 9. Oktober 1998 begann das internationale Komplott gegen Abdullah Öcalan, der von Kurdinnen und Kurden als Führungspersönlichkeit angesehen wird. Vor 15 Jahren spitzte sich die politische Lage im Mittleren Osten und in Kurdistan zu. Durch die Intervention imperialistischer Kräfte wie den USA und Israel sowie ihres Handlangers Türkei musste Abdullah Öcalan als Generalsekretär der kurdischen Arbeiterpartei PKK Syrien verlassen und wurde nach einer viermonatigen Reise durch verschiedene Staaten schließlich in Kenias Hauptstadt Nairobi gefasst und an die Türkei ausgeliefert.

Dieses Komplott fiel in eine Zeit, …

Hat der vermeintliche Mörder von Paris ein Kopfgeld von der türkischen Regierung erhalten?

ErdoganPressemitteilung von Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V., 29.01.2013

Die kurdische Tageszeitung Yeni Özgür Politika vermeldete in ihrer gestrigen Ausgabe vom 28.01.2013, dass Ömer Güney für die Ermordung an den drei kurdischen Politikerinnen und Frauen-aktivisten in Paris am 09.01.2013 bis zu 4 Millionen Türkische Lira (etwa 2 Millionen €) vom türkischen Staat erhalten haben könnte.

Grund für die Annahme ist u.a. ein öffentliches Dokument des türkischen Innenministeriums, wonach der türkische Staat Kopfgelder für die Tötung von 50 Führungskadern der PKK (Arbeiterpartei Kurdistan), von denen sich 20 in Europa befinden sollen, ausgesetzt hat.

Die materielle Belohnung dafür beläuft sich