Ein Beitrag von Selman Güzelyüz, Mezopotamya Ajansı
In den kritischen Tagen, als sich die Kämpfe in Rojava verschärften, hat sich Abdullah Öcalan eingeschaltet und wichtige Botschaften und Warnungen an die Demokratischen Kräfte Syriens (QSD), an staatliche Stellen und Politiker aus Südkurdistan ausgesprochen.
Die Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) haben am 30. Januar ihre Vereinbarung mit der syrischen Übergangsregierung der Öffentlichkeit bekannt gegeben. Nach dem Abkommen kam es zu einem Waffenstillstand, gleichzeitig nahm der diplomatische Verkehr an Fahrt auf. Delegationen aus Damaskus reisten sowohl nach Kobanê als auch nach Hesekê und Qamişlo. Die QSD ernannte Nureddîn Îsa Ahmed zum Gouverneur von Hesekê. Die Integrationsbemühungen dauern unterdessen an.
Neben Mithat Sancar und Pervin Buldan von der İmralı-Delegation der Partei der Völker für Gleichheit und Demokratie (DEM) erklärte auch deren Ko-Vorsitzender Tuncer Bakırhan, dass der kurdische Repräsentant Abdullah Öcalan eine große Rolle beim Zustandekommen des Abkommens gespielt hat.
Welche Warnungen sprach Abdullah Öcalan aus?
Dazu sprachen wir mit politischen Quellen, die über den Kommunikationsprozess auf der Insel İmralı informiert sind. Die von Vertretern der DEM-Partei genannten Informationen wurden dabei bestätigt. Zudem wurde bekannt, dass Abdullah Öcalan in diesem Prozess große Anstrengungen unternommen habe.
Den vorliegenden Informationen zufolge übermittelte Abdullah Öcalan während der Phase der Kämpfe Botschaften sowohl an die QSD als auch an kurdische politische Akteure in der Autonomen Region Kurdistan (KRI) sowie an die DEM-Partei und an staatliche Vertreter.
Nach Beginn der Angriffe auf Aleppo warnte Abdullah Öcalan demnach, dass sich ein äußerst blutiges Szenario entwickeln könne, wenn die Probleme nicht überwunden und die Angriffe fortgesetzt würden. Er habe betont, der Prozess berge eine gefährliche Dynamik mit dem Potenzial, das kommende Jahrhundert zu einem Konflikt zwischen Kurden, Türken und Arabern zu verwandeln.
Abdullah Öcalan übermittelte der QSD außerdem die Botschaft, dass die aktuelle Entwicklung nur durch Verhandlungen und Dialog aufgehalten werden könne. Zudem wurde bekannt, dass er der QSD mitteilte, ein „demokratischer Verhandlungsprozess“ könne möglich sein, wenn die al-Scharaa-Regierung sich der Demokratie zuwende, die kurdische Existenz klar anerkenne und den Kurden das Recht auf politische Vertretung zugestehe.
Botschaft an die kurdischen politischen Parteien
Den Berichten zufolge hat Abdullah Öcalan nicht nur an die QSD, sondern auch an kurdische politische Kräfte (KCK, Politiker der Autonomen Region Kurdistans, DEM-Partei und weiteren) Botschaften übermittelt. Darin habe er davor gewarnt, dass die Gefahr äußerst groß sei, und deshalb gefordert, Rojava auf Grundlage einer demokratischen Einheit zu unterstützen und zu verteidigen.
Botschaft an den Staat: „Beteiligt euch nicht an dem Plan“
Eine weitere Seite, an die Abdullah Öcalan in diesem Prozess Warnungen richtete, waren der türkische Staat und seine Regierung. Den Quellen zufolge hat Abdullah Öcalan an Staat und Regierung folgende Botschaft übermittelt: „Beteiligt euch nicht an dem Plan, der die Auslöschung der Kurden zum Ziel hat.“ Er warnte, eine Beteiligung an den Angriffen werde neben großen Brüchen auch schwere und negative Folgen nach sich ziehen. Staat und Regierung habe er die Botschaft übermittelt, „eine positive Rolle zu spielen“.
Die Vereinbarung wurde mit dem Willen von Abdullah Öcalan verwirklicht
Die am 30. Januar bekannt gegebene Vereinbarung wurde mit der vollen Unterstützung und dem Willen von Abdullah Öcalan umgesetzt. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Mesûd Barzanî, Vorsitzender der PDK, und Bafel Talabanî, Vorsitzender der YNK, in diesem Prozess ebenfalls eine wichtige Rolle spielten. Beide hätten die Seiten dabei ermutigt, das Abkommen umzusetzen.