Who is Who?

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Who is Who? – Glossar

Diese Seite erklärt zentrale Abkürzungen, Organisationen und Strukturen in den unterschiedlichen Regionen (Nordkurdistan/Türkei, Südkurdistan/Nordirak, Rojava/Nordsyrien, Ostkurdistan/Iran) sowie in Europa.

NORDKURDISTAN / TÜRKEI

HDP Demokratische Partei der Völker

Linke, prokurdische, gesamttürkische Partei. Die HDP konnte bei den Parlamentswahlen am 7. Juni 2015 erstmals die 10%-Wahlhürde mit 13% überspringen und in Fraktionsstärke ins Parlament einziehen. Auch in nachfolgenden Wahlen konnte die HDP trotz starker staatlicher Repressionen parlamentarisch vertreten bleiben.

Wichtig: In den Nach dem eingeleiteten Verbotsverfahren gegen die HDP im Jahr 2021 und Festnahme ihrer Co-Vorsitzenden wurde mit der DEM-Partei eine neue Partei gegründet, die als Nachfolgepartei der HDP gilt.

DEM DEM-Partei (Dem Parti)

Prokurdisch und linkspluralistisch ausgerichtete Partei in der Türkei. Die DEM-Partei wird häufig als politische Plattform beschrieben, über die viele Kräfte aus dem Umfeld der kurdischen Bewegung und der demokratischen Opposition ihre Arbeit fortsetzen – auch vor dem Hintergrund massiver Repressionen gegen frühere Parteistrukturen.

DTK Demokratischer Gesellschaftskongress

Dachorganisation der Volksratsstrukturen und zivilgesellschaftlichen Organisierung in Nordkurdistan.

TJA Tevgera Jinên Azad

Bewegung Freier Frauen; Dachorganisation der autonomen Frauenstrukturen in Nordkurdistan.

PKK Arbeiterpartei Kurdistans

Gegründet 1978; Gründer und Vorsitzender: Abdullah Öcalan. 1999 wurde er aus Kenia in die Türkei verschleppt; die Todesstrafe wurde später in eine lebenslange Freiheitsstrafe umgewandelt. Öcalan befindet sich auf der Gefängnisinsel Imrali im Marmarameer. Sitz und Zentrum der PKK sind die Kandil-Berge im Nordirak. In der Türkei ist sie verboten; in Deutschland besteht seit dem 26. November 1993 ein Betätigungsverbot.

PAJK Partiya Azadiya Jinan a Kurdistanê

Partei der Freiheit der Frauen Kurdistans.

HPG Selbstverteidigungseinheiten / Guerilla

Bewaffnete Einheiten der PKK. HPG und YPG/YPJ retteten 2014 Zehntausende Ezidinnen und Eziden aus dem Sindschar-Gebirge vor dem sicheren Tod durch den IS.

SÜDKURDISTAN / NORDIRAK

Seit dem 1. Golfkrieg wurde diese Region aufgrund von Öl- und Wasservorkommen sowie ihrer geostrategischen Bedeutung wichtig. Nach 2003 wurde die Autonomie weiter ausgebaut; 2005 wurde sie als „Kurdistan Region of Iraq“ in der irakischen Verfassung verankert.

PDK (KDP) Partiya Demokrat a Kurdistanê

Gegründet 1946. Die Autonome Region Kurdistan wird stark vom Barzanî-Clan geprägt; Metropole ist Erbil (Hewlêr). Die PDK pflegt enge Kontakte mit der Türkei. 16.000 Peschmergas („Die dem Tod ins Auge sehen“) bilden Barzanîs Armee.

YNK (PUK) Yekîtiya Nîştimanî ya Kurdistanê

1975 als Spaltung von der PDK im Exil gegründet. Hauptsitz ist Sülaimaniya. Die YNK erklärte sich solidarisch mit Rojava und unterstützt Kurden im Südosten der Türkei.

GORAN Partei Goran (Wandel)

Existiert seit 2010 als Abspaltung von der PUK; erhielt 2013 großen Zuspruch, u.a. wegen ihrer Positionen gegen Korruption und Vetternwirtschaft. 2013 wurde sie zweitstärkste Partei.

KCK Koma Civakên Kurdistan

Gegründet 2007; hervorgegangen aus der PKK. Ziel ist die Umsetzung des von Abdullah Öcalan 2005 deklarierten „Demokratischen Konföderalismus“. Seit 2009 wurden zahlreiche Aktivist*innen in der Türkei wegen angeblicher KCK-Mitgliedschaft angeklagt, darunter Bürgermeister*innen, Anwält*innen, Journalist*innen und Gewerkschafter*innen.

YBŞ Widerstandseinheiten Şengals

Bewaffnete Selbstverteidigungseinheiten der ezidischen Region Şengal; gegründet 2015 als Reaktion auf das Genozid des IS im August 2014.

YJŞ Fraueneinheiten Şengals

Bewaffnete autonome Fraueneinheiten in der ezidischen Region Şengal.

ROJAVA / NORDSYRIEN

Seit 2012 begann die kurdische Bevölkerung in Syrien mit der Umsetzung des Modells des „Demokratischen Konföderalismus“ (Demokratische Autonomie). Rojava bestand anfangs aus den drei Kantonen Efrîn, Kobanê und Cizîrê. Im Zuge des Kampfes gegen den sogenannten Islamischen Staat konnten weitere Gebiete befreit werden; das Gesellschaftsmodell wird heute auch in mehrheitlich arabischen Regionen praktiziert.

PYD Partiya Yekitîya Demokrat

Partei der demokratischen Einheit; aktiv in Rojava/Westkurdistan – Nordsyrien; gegründet 2003.

TEV-DEM Tevgera Cîvaka Dimokratîk

Bewegung der demokratischen Gesellschaft; Organisierung der Selbstverwaltung (Kommunen, Räte, Koordination) sowie ihrer Exekutivinstitutionen in Rojava.

Kongra Star Autonome Frauenstrukturen

Dachorganisation der autonomen Frauenstrukturen in Nordsyrien/Rojava; Organisationsmuster vergleichbar mit TEV-DEM.

YPG Yekîneyên Parastina Gel

Volksverteidigungseinheiten von Rojava.

YPJ Yekîneyên Parastina Jin

Frauenverteidigungseinheiten von Rojava.

MSD Meclîsa Suriya Dimokratîk

Rat des demokratischen Syriens; politisches Bündnis verschiedener Volks- und Religionsgemeinschaften in Syrien, die sich für ein demokratisches und föderales Syrien organisieren.

QSD (SDF) Quwetên Suriya Dimokratîk

Demokratische Kräfte Syriens; militärisches Bündnis zur Verteidigung der selbstverwalteten Gebiete in Rojava und Syrien.

OSTKURDISTAN / IRAN

PJAK Partei für ein freies Leben in Kurdistan

Gegründet im April 2004 in den Kandil-Bergen (Nordirak). Gehört zur KCK. Zahlreiche PJAK-Kämpfer*innen wurden in den vergangenen Jahren verurteilt; die Zusammenarbeit mit iranischer Opposition ist schwierig.

KODAR Selbstverwaltungs-Strukturen

Organisierung der Selbstverwaltung (Kommunen, Räte, Koordination) sowie ihrer Exekutivinstitutionen in Ostkurdistan.

DIASPORA/EUROPA

KON-MED Konföderation der Gemeinschaften Kurdistans in Deutschland e.V.

Dachorganisation zur Unterstützung der Selbstorganisierung von Kurdinnen und Kurden in Deutschland – politisch, religiös, wirtschaftlich und kulturell. Rund 80 kurdische Einrichtungen und Vereine organisieren sich unter dem Dach von KON-MED.

CENÎ e.V. Kurdisches Frauenbüro für Frieden

Gegründet 1999; stärkt internationale Solidarität von Frauen für Friedensprozesse in der Türkei, in Kurdistan, im Mittleren Osten und weltweit. Ansprechpartnerin für Referentinnen zu Frauenbefreiung, Selbstorganisierung und Jineolojî.

KGD Kurdische Gemeinde Deutschland

Dachverband deutsch-kurdischer Vereine im Bundesgebiet.

KURD-AKAD e.V. Netzwerk kurdischer AkademikerInnen

Gegründet 2009; vernetzt Hochschulabsolvent*innen und Akademiker*innen und verleiht den sozialen, kulturellen und politischen Belangen der Kurd*innen in Europa und Kurdistan auf akademischer Ebene Ausdruck.

YEKMAL e.V. Verein der Eltern aus Kurdistan in Deutschland

Gegründet 1993; fördert Partizipation und Bildung, insbesondere für Familien mit Migrationsgeschichte und kurdischer Herkunft. Schwerpunkte: kurdische Sprache und Kultur, mehrsprachige Sprachentwicklung (Kurdisch/Deutsch), Elternbildung und Zusammenarbeit mit Kitas und Schulen.

KNK Kurdistan Nationalkongress

Unter dem Dach des KNK sind Vertreter*innen von Parteien und Organisationen aus allen vier Teilen Kurdistans vertreten. Ziel ist Vermittlung zwischen kurdischen Parteien und Arbeit an nationaler Einheit. Sitz in Brüssel.

KCDK-E Kongress der kurdischen demokratischen Gesellschaft Kurdistans in Europa

Europaweiter Dachverband kurdischer Organisationen und Einrichtungen. Umfasst u.a. Gesellschaftszentren aus Europa, Kanada und Australien sowie Frauen- und Jugendbewegungen, Institutionen aus allen Teilen Kurdistans und verschiedenen Glaubensgemeinschaften.

Ezidischer Frauenrat e.V. Dachverband

Engagiert sich für Vernetzung und Zusammenarbeit mit Frauenorganisationen und organisiert regelmäßige Aktivitäten (u.a. 8. März, 25. November sowie Gedenktag an den Genozid/Feminizid vom 3. August 2014).

Vertretung der Selbstverwaltung Nord- und Ostsyrien

Offizielle Vertretung der nordsyrischen Selbstverwaltung mit Sitz in Berlin; Anlaufstelle für Politik und Zivilgesellschaft.