Südkurdistan und Irak

Ende der 80er Jahre waren die Kurdinnen und Kurden in Südkurdistan noch genozidalen Angriffen des Regimes von Saddam Hussein ausgesetzt. Heute verfügt die Region über einen weitgehenden Autonomiestatus. Dennoch ist die Situation keineswegs stabil. Nach der Beilegung der Bedrohung durch den Islamischen Staat (IS) flammen alte Konflikte mit Bagdad wieder auf. Auch die innerkurdischen Rivalitäten zwischen PDK und YNK halten an. Die Türkei versucht weite Gebiete Südkurdistans zu besetzen. Und die Bevölkerung der ezidischen Stadt Şengal baut nach dem Genozid durch den IS ihre demokratische Autonomie auf. Wir berichten hier über die politischen Entwicklungen und die sich widersprechenden und überkreuzenden Interessen der verschiedenen politischen Akteure.
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IHD: In Gare wurde ein Kriegsverbrechen verübt

Bei dem Mord an 13 Soldaten und Polizisten während der türkischen Invasion in Gare handelt es sich nach Einschätzung des Menschenrechtsvereins IHD um ein Kriegsverbrechen. IHD-Vorsitzender Öztürk Türkdoğan fordert unabhängige Ermittlungen.

Proteste in Südkurdistan nur für Gehälter?

Die Antiregierungsproteste in Südkurdistan, die sich an den fehlenden Gehältern für Lehrkräfte entzündet haben, werden zunehmend von der jungen Generation getragen. Ein Beitrag von Meral Çiçek, die Vorsitzende des Frauenzentrums REPAK mit Sitz in Silêmanî.

Enge Vertraute im Kampf gegen die PKK

Arif Rhein und Ferda Cetin analysieren, welche Rolle die Demokratische Partei Kurdistans im türkischen Kampf gegen die PKK spielt.

KCK: PDK setzt Kriegsentscheidung in die Praxis um

Die KCK hat eine Erklärung veröffentlicht, in der sie die Kriegstreiberei Barzanîs in Südkurdistan scharf verurteilt. In der Erklärung werden die Lügen aufgedeckt, mit denen die PDK ihre Kriegspolitik zu rechtfertigen versucht.

Şengal: „Das Abkommen hat für uns keine Gültigkeit“

Die irakische Zentralregierung und die südkurdische PDK haben ein Abkommen zur Zukunft von Şengal beschlossen. Die Menschen aus der Region lehnen dieses Abkommen als illegitim ab und befürchten ein weiteres Massaker am ezidischen Volk.

Mexmûr: Leben unter Blockade

Vor einem Jahr verhängte die südkurdische Regierungspartei PDK ein Embargo über das Flüchtlingslager Mexmûr. Çiçek Cengiz, die Kovorsitzende des Volksrates von Mexmûr, berichtet über das Leben unter dem Embargo.

Ist die PKK der Grund oder das Ergebnis?

Nicht die Existenz der PKK ist der Grund, dass der türkische Staat Kurden angreift, sondern der Umstand, dass der türkische Staat Kurden angreift, ist der Grund der Existenz der PKK, kommentiert die Journalistin Meral Çiçek aus Silêmanî.

An mehreren Fronten gleichzeitig

Der aktuelle Völkerrechtsbruch der Türkei in Südkurdistan erregt praktisch keine Aufmerksamkeit – das muss sich ändern. Ali Çiçek über Kriege ohne internationale Beachtung.

Reisebericht zum Embargo gegen Mexmûr

Im März besuchten die Bochumer Rechtsanwältinnen Besra Güler und Heike Geisweid das seit mehr als neun Monaten einem Embargo unterliegende Flüchtlingscamp Mexmûr in Südkurdistan. Nun wurde ein 32-seitiger Bericht über die Delegationsreise veröffentlicht.

Aktionstag zum fünften Jahrestag des Genozids in Şengal

Pressemitteilung des Dachverbandes des ezidischen Frauenrats e.V. zum fünften Jahrestag des Genozids und Feminizids in Şengal, 01.08.2019

Anlässlich des inzwischen fünften Jahrestages, gedenken wir mit großem Respekt den Opfern des noch andauernden Feminizids und Genozids an den EzidInnen vom 3.8.2014 in der Shengal Region durch den IS und seine Verbündeten. Wir erinnern an die verschleppten Frauen und Kinder, von denen noch immer jegliche Spur fehlt. Wir machen erneut deutlich, dass wir die verschleppten Frauen und Kinder niemals vergessen werden. Wir werden uns weiterhin für ihre Freiheit einsetzen. Denn die Freiheit der Frauen und Kinder in Shengal ist die Freiheit der …

»Jin Jiyan – Der Aufbruch«

Interview mit der Schweizer Schauspielerin und Leiterin der Volksbühne Basel, Anina Jendreyko, 29.07.2019

Im Theater Mönchengladbach fand am 6. April die Uraufführung eines Theaterstücks von Anina Jendreyko basierend auf Recherchen in Şengal und Südkurdistan statt. Das Theaterstück »Jin Jiyan – Der Aufbruch« gibt nach Angaben der Volksbühne Basel, die das Stück in Zusammenarbeit mit dem êzîdischen Frauendachverband e.V. und in Kooperation mit dem Goethe-Institut Irak produziert hat, unterschiedlichen Perspektiven der Êzîd*innen im Şengal eine Stimme zwischen Tradition und Neuaufbau. Im Mittelpunkt steht die Kraft der êzîdischen Frauen. Ein gemischtes Ensemble aus Schauspieler*innen des Gemeinschaftstheaters sowie êzîdischen und kurdischen Künstler*innen geht

Türkische Armee bombardiert Geflüchtetencamp in Südkurdistan/Nordirak

Pressemitteilung von Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, 19.07.2019

Die türkische Luftwaffe hat das Flüchtlingscamp Mexmûr (Makhmour) nahe der südkurdischen Metropole Hewlêr (Erbil) bombardiert. Wie es aus dem Camp heißt, setzten mindestens drei Bombardements um 23:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit ein. Zu Toten ist es nach bisherigem Stand nicht gekommen, zwei Menschen wurden von Erde verschüttet und leicht verletzt, da die Detonationswelle noch mehrere hundert Meter weit reichte. Zudem entstand massiver Sachschaden in den Anbauflächen und Weingärten der Bevölkerung.

In dem 1998 gegründeten Camp Mexmûr leben rund 12.000 Menschen, die in den 1990er Jahren aufgrund der Repression des türkischen Staates …

Türkische Luftangriffe in der Autonomen Region Kurdistan: Vier Zivilisten getötet

Pressemitteilung von Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, 28.06.2019

Bei Luftangriffen der türkischen Armee in der Autonomen Region Kurdistan (Nordirak) sind gestern vier Zivilisten getötet worden. Die türkische Luftwaffe hat ein ziviles Siedlungsgebiet in Kortek in der südkurdischen Region Qendîl bombardiert. Bei dem gezielten Beschuss von zwei zivilen Fahrzeugen im Dorf Berd Kuran sind am Donnerstagabend vier Menschen ums Leben gekommen, fünf weitere wurden teils schwer verletzt. Unter den Opfern befinden sich auch eine Frau und ein vierjähriges Kind. Die Verletzten werden in Krankenhäusern in Ranya (Gouvernement Silêmanî/Sulaimaniya) behandelt. Der durch die Bombardierung in Kortek entstandene Flächenbrand war am …