Rojava und Syrien

Rojava (auch Westkurdistan) ist der kleinste der vier Teile, auf denen die kurdischen Siedlungsgebiete aufgeteilt sind. Mit der Revolution von Rojava im Zuge des syrischen Bürgerkriegs hat die Region dennoch weltweite Berühmtheit erlangt. Heute hat das basisdemokratische Gesellschaftssystem Rojavas auch bei den anderen Völkern Nordsyriens Wurzeln geschlagen. Doch die Bedrohung des Gesellschaftsmodells ist weiterhin akut. Wir berichten hier über die aktuellen Entwicklungen in Rojava und Syrien und tragen Hintergrundinformationen zum Gesellschaftsmodell zusammen.
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Menschenrechtsrevolution zur Verteidigung der Selbstverwaltung in Nordsyrien

Dr. Thomas Seibert ist Philosoph, Autor, Südasienreferent von medico international und Vorstandssprecher des Instituts Solidarische Moderne. In seinem Beitrag für Civaka Azad schreibt er über die emanzipatorische Dynamik der aktuell bedrohten kurdischen Selbstverwaltung in Nordsyrien. Er plädiert hierbei für demokratische Politik, die sich an den (Menschen-)Rechten aller Menschen orientiertet.

Durchs wilde Kurdistan?

Der slowenische Philosoph Slavoj Žižek kritisiert in seinem Artikel für Civaka Azad neben der Haltung der Staaten auch die Position von antiimperialistischen „Linken“, welche die Selbstverwaltung für ihr taktisches Bündnis mit den USA verurteilen. Er weist auf die Werte hin, welche die KurdInnen an Feminismus, Freiheit und Weltlichkeit geschaffen haben.

Krieg um Nordsyrien

Angesichts des türkischen Angriffskriegs reagiert die EU mit gewissen Einschränkungen beim Rüstungsexport. Beobachter stufen den angeblichen Exportstopp der deutschen Bundesregierung gegen die Türkei offen als "Placebo" ein. Jörg Kronauer im German Foreign Policy (https://www.german-foreign-policy.com/) über die Rolle Deutschlands im Krieg um Nordsyrien.

Die Lösung(-slosigkeit) syrischer Friedensverhandlungen

Mit der türkischen Drohung sollen die kurdischen Akteure in Nordsyrien und mit der ungelösten kurdischen Frage die jeweiligen Besatzerstaaten auf Linie gebracht werden – Ein perfides Spiel, das sich ein weiteres Mal wiederholt. Mako Qocgiri berichtet, was es mit der Nichteinladung der Kurden zu dem UN-Verfassungskomitee für Syrien auf sich hat.

Sie brauchen dringend diese Kriege

Mako Qoçgirî, Mitarbeiter von Civaka Azad, über den drohenden türkischen Einmarsch in Nordsyrien, 23.08.2019

Nach wochenlangen Kriegsdrohungen hat sich die Lage erst einmal wieder beruhigt: Die türkische Regierung hat von den USA kein grünes Licht für eine Intervention in Nordsyrien (Rojava) erhalten. Stattdessen einigten sich beide Seiten Anfang August auf die Errichtung eines gemeinsamen Einsatzzentrums auf der türkischen Seite der Grenze, das wiederum eine Sicherheitszone in Nordsyrien einrichten soll. Weitere Details der Verhandlungen gelangten bisher nicht an die Öffentlichkeit. Wahrscheinlich ist bei den Gesprächen auch nichts weiter herausgekommen, was der Öffentlichkeit hätte mitgeteilt werden können. Das Einsatzzentrum klingt stark nach …

Cenî: „Friedenskorridor“ ist Teil der Kriegspolitik

Tag gegen Gewalt an FrauenPresseerklärung von CENÎ – Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V., 10.08.2017

Am 7. August erklärten die Türkei und USA, dass sie in Bezug auf die Einrichtung eines sogenannten „Friedenskorridors“ auf dem Gebiet der demokratischen Föderation Nordostsyriens übereingekommen seien. Die Diskussionen um einen Sicherheitskorridor kamen nach dem militärischen Sieg über den IS im März 2019 auf. Dieser Sieg war nur aufgrund der großen Bemühungen und Opfer der Bevölkerung vor Ort möglich. Im Kampf gegen den IS sind 11.000 Kämpfer*innen der SDF (Syrian Democratic Forces) gefallen, es gibt mehr als doppelt so viele Verletzte. Neben diesen militärischen Anstrengungen bauten die Kurd*innen, Araber*innen, Suryoye, …

Internationale Verbindungen schaffen, die Revolution in Rojava verteidigen

Interview mit Info Aut und der Internationalistischen Kommune von Rojava über die Kampagne #riseup4rojava – smash turkish fascism!, 06.08.2019

»Info Aut – Informazione di parte« wurde 2007 als antagonistische Informationsseite gegründet, Ausdruck eines Netzwerks autonomer, antikapitalistischer und feministischer politischer Strukturen, die in verschiedenen italienischen Städten aktiv sind. Die »Internationalistische Kommune von Rojava« wurde am 1. Mai 2017 ausgerufen und versammelt die InternationalistInnen, die in der Zivilgesellschaft von Rojava arbeiten, unter dem Motto »learn, support, organize«.

Am 25. April 2019, 74 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus in Italien, habt ihr die Kampagne »#riseup4rojava – smash turkish fascism!« gegen den türkischen

Was wird aus den internationalen IS-Mitgliedern?

Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, 15.07.2019

Der militärische Sieg über den sogenannten Islamischen Staat (IS) wurde von der gesamten Weltöffentlichkeit gefeiert. Doch mit dem Sieg über die Territorialherrschaft der Organisation ist das Problem nicht gelöst. Die zentrale ungelöste Frage lautet, was soll aus den gefangenen IS-Mitgliedern nun geschehen. So sehr der Kampf der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) gegen den IS bejubelt wurde, ebenso sehr werden die politischen Kräfte im Norden Syriens nun mit dieser Last alleine gelassen. Doch die gefangenen IS-Mitglieder stellen ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko dar und das nicht nur für die Region des Mittleren Ostens, sondern für …

»Besatzer raus aus Efrîn«

Devriş Çimen, Journalist und Mitarbeiter von Civaka Azad, über die Besatzung und ihren Verlauf, 10.07.2019

Unter internationalem Schweigen und der Duldung der Besatzung finden kontinuierlich Zerstörungen, Plünderungen, Vertreibungen, Entführungen, Kriegsverbrechen und Übergriffe durch türkische und islamistische Besatzungstruppen gegen die Bevölkerung in Efrîn statt. Aber auch der Widerstand hält ununterbrochen an.

»Obwohl der kürzlich durch die türkische Armee und die Besatzungsmilizen begonnene Mauerbau jeglichem internationalen Recht widerspricht, schaut die Welt einfach zu. Wenn strategische Interessen vorherrschen, scheint das Völkerrecht keine große Rolle zu spielen. Die türkische Regierung will den Völkern der Region ihr osmanisches Projekt aufzwingen, die Besetzung von Efrîn verstetigen …