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Belagerung von Kobanê wird begleitet vom Staatsterror in der Türkei – Newsticker

17.00 Uhr: Erklärung: Gefahr eines Völkermordes in Kobanê hält an – Dringender Handlungsbedarf!

Das Kurdische Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, Civaka Azad, hat den News-Ticker (Teil 1 & Teil 2) zur Lage in Kobanê mit dem Ziel betrieben, um über die Lage in Kobanê mit den Stimmen von vor Ort zu berichten und den Medien und der Öffentlichkeit einen Einblick in die kurdische Enklave zu bieten. Wir hatten am 6. Oktober mit der Berichterstattung über den News-Ticker begonnen, als die ersten Terroristen des Islamischen Staates (IS) vor den Toren der Stadt Kobanê standen. Von nun an werden wir unsere Informationsarbeit in gewohnter Weise weiterführen.

Die Ereignisse in Kobanê fanden einen breiten Wiederklang, sowohl in der deutschsprachigen Medienlandschaft, als auch in der deutschen Politik. Auch die Öffentlichkeit hier zeigte sich äußerst solidarisch mit der Bevölkerung des Kantons Kobanê. Jetzt liegt die Verantwortung bei den politischen Entscheidungsträgern entsprechend den Forderungen konkrete Schritte folgen zu lassen. Denn die Gefahr eines Völkermordes an den Menschen von Kobanê ist nach wie vor akut.

Als Abschluss des News-Tickers wollen wir nochmals auf die Postulate der Bevölkerung von Kobanê hinweisen, die wir in Form einer Konklusion der erfassten Aussagen und Informationen von Vertreterinnen und Vertretern zusammengefasst haben.

Die Menschen aus Kobanê fordern

von der internationalen Staatengemeinschaft

• die Errichtung eines Korridors unter Aufsicht der Vereinten Nationen (UN), über den Hilfsgüter und freiwillige Kämpferinnen und Kämpfer zur Verteidigung Kobanês gelangen können.
• die Bereitstellung von panzerbrechenden Waffen, damit sich die kurdischen Kämpferinnen und Kämpfer gegen die schwere Artillerie des IS verteidigen können.
• effektivere Luftschläge gegen Stellungen des IS.
• humanitäre Hilfe, zur Errichtung von Flüchtlingslagern unter der Kontrolle des Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen UNHCR.

von der Türkei

• die Einstellung der Unterstützung des IS.
• keine Waffenlieferung mehr an den IS.
• den Grenzverkehr für IS- Terroristen einzustellen.
• die Beendigung der antikurdischen Rhetorik.
• die Öffnung der Grenzen zu den beiden weiteren kurdischen Kantonen Cizîrê und Afrin in Rojava/Nordsyrien, gegen die bis dato ein faktisches Wirtschaftsembargo herrscht.
• keine weiteren Behinderungen gegenüber PressevertreterInnen, die über die tatsächliche Situation aus der Region berichten.

von der EU und Deutschland

• Druck auf die Türkei auszuüben, damit diese ihre Unterstützung für den IS einstellt.
• auf die türkische Regierung einwirkt, dass sie ihre jetzige Politik gegenüber der kurdischen Bevölkerung ändert und konkrete Schritte hin zu Verhandlungen im Friedensprozess tätigt, was Entspannend auf die derzeitige Lage wirken würde.
• die Aufstockung humanitärer Hilfe. Bei der die Bevölkerung von Kobanê mehr berücksichtigt werden sollte.

Für Vermittlungen an Ansprechpartner vor Ort stehen wir gerne zur Verfügung.

Des Weiteren können Informationen zu Kobanê weiter über folgende Internetseiten bezogen werden:
Nachrichtenagentur Firat ANF: www.firatnews.com
Nachrichtenagentur Dicle DIHA: www.diclehaber.com
Informationsstelle Kurdistan ISKU www.isku.org
Kurdish Info www.kurdish-info.org

Für weitere Informationen und Rückfragen stehen wir Ihnen gerne per Mail oder unter der Nummer 0049/6984772084 oder 0049/15738485818 zur Verfügung.

Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V.

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15.28: Uhr

Chomsky called it a terrible situation, noting that Turkey had just bombed not the Islamic State of Iraq and the Levant but rather the Kurdish PKK, which he called the most effective force so far in combating ISIL.
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Listen the speech

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14.28 Uhr: KCK: Arrests should be responded with resistance

KCK (Kurdistan Communities Union) Executive Council Presidency has released a statement calling for massive objection to a controversial amendment to the criminal code granting sweeping powers to the police force, submitted to parliament by the ruling party AKP.
KCK stressed that; “While the anti-terror law has long been expected to be abolished, steps taken to disguise it in a more fascist character stands as a fight declared against the Kurdish people and democracy powers which will bring along further repression and further arrests.”

ANF, read more

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13.34 Uhr: Zur Erinnerung: Wie der Friedensprozess begann und ob er weiterhin fortgeführt wird

“(…)Durch diesen Kampf, der mit meinem individuellen Aufstand gegen die Ausweglosigkeit, in die ich geboren wurde, gegen Ignoranz und Knechtschaft begann, wollte ich ein Bewusstsein, ein Denken, einen Geist gegen jede Art von Zwang schaffen. Heute sehe ich, wie weit dieser Aufschrei geführt hat.

Unser Kampf war niemals gegen ein Volk, eine Religion, eine Konfession oder Gruppe gerichtet, das könnte niemals der Fall sein. Unser Kampf richtete sich gegen Unterdrückung, Unwissen, Ungerechtigkeit und erzwungene Rückständigkeit, gegen alle Formen von Repression und Knechtschaft.

Heute wachen wir in einer neuen Türkei, einem neuen Mittleren Osten auf und sehen in eine neue Zukunft. (…)” beschrieb Abdullah Öcalan in seiner historische Erklärung zu Newroz am 21. März 2013 aus der Gefängnis Imrali, was vor Millionen Menschen in Amed (Diyarbakır) mit der Weltöffentlichkeit geteitl wurde.

Es kam zu bestimmten Wandelungen und Entwicklungen in dieser Zeit, die im allgemeinen als positiv zu bewerten sind. Jedoch liegt im Fokus der Kritik in diesem Zusammenhang die Haltung der AKP-Regierung. Internationale, wie auch türkische, Kritiker werfen der türkischen Regierung vor, auf Zeit zu spielen. Das lässt erklären warum konkrete Schritte im Lösungsprozess seitens der AKP-Regierung sich missen lassen. Die agressive Innen- und Außenpolitik der AKP lässt allmählich die Hoffnung der Menschen in der Türkei und Kurdistan für eine friedliche Lösung des Konfliktes schwinden.

Roadmap für Frieden

Eine mögliche Roadmap hatten wir entsprechend der Aussagen und Vereinbarungen der türkischen und kurdischen Seite in unseren INFOBLÄTTERN “Der Weg zur Lösung” – Verlauf und Forderungen im Lösungsprozess in der kurdsichen Frage” Schritt für Schritt aufgezeigt. Getan hat sich bis heute jedoch nichts. „Unsererseits ist alles geklärt. Unsere Pflichten haben wir erfüllt und werden wir weiter erfüllen. Aber dieser Prozess kann einseitig nicht funktionieren. (…) Ich habe ihnen schon zu Beginn gesagt, wenn ein Prozess in Gang gesetzt werden soll, dann darf es keine Hinhaltetaktik geben. Es müssen korrekte und wahre Verhandlungen sein. (…) Theoretisch gibt es den (Lösungs-)Prozess, aber praktisch passiert nichts. Auf diese Weise wird der Prozess nicht vorankommen.“, so die Worte von Öcalan, bei dem Besuch seines Bruders Mehmet Öcalan am 8. Oktober.

Konträr dazu hat sich der Krieg der bis dato auf türkischem Staatsterritorium ausgetragen wurde in die kurdischen Gebiete in Nordsyrien verlagert. Auch heute stehen türkische Panzer vor dem Kriegsschauplatz. Nur dass sie nicht aktiv eingreifen, sondern dem grausamen Vorgehen der IS-Terrormiliz von der Grenze zu Kobanê aus beobachten. In der Hoffnung, dass die Freiheit siegen wird und Frieden herrschen wird. Auch in Kobanê…

CA

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11.13 Uhr: Medienzensur der AKP-Regierung

Bei einer gestrigen Diskussionsveranstaltung eines regierungsnahen Fernsehsenders wurde Professor Mithat Sincar, als er die Verabschiedung eines neuen Gesetzes der türkischen AKP-Regierung kritisierte, unterbrochen. Die Moderatorin kündigte an, dass sie in die Werbung gehen müssten. Daraufhin wurde Sancar aus dem Studio verwiesen.

Zum Hintergrund: Das verabschiedete Gesetzt erlaubt willkürliche Polizeigewalt bei Protesten. In den letzten Tagen kamen bei Demonstrationen gegen die AKP-Regierung bezüglich ihres Verhaltens zu mehr als 30 Toten, tausende Festnahmen und hunderte Inhaftierungen.

Bezüglich seines Rausschmiss aus der Live-Sendung schrieb Sincar einen Artikel für die türkische Tageszeitung Radikal, in dem er den Vorfall schildert.

Zum Artikel gelangen Sie hier

 

10.37 Uhr: Aktan: “Die IS-Miliz ist wie ein Virus”

Waffenlieferungen der Türkei an die kurdischen Kämpfer Kobanês wären entscheidend, sagt der kurdische Autor Irfan Aktan in einem Interview mit der österreichischen Tageszeitung Der Standard:

“Das größte Problem in Kobanê ist eigentlich, dass die Kämpfer nicht genug Waffen haben. Die Türkei müsste einen Korridor nach Kobanê öffnen und mit Waffenlieferungen die Kurden stärken. So könnte die IS-Miliz vertrieben werden. Auch die internationale Nutzung der Stützpunkte ist sehr wichtig, aber NATO und EU setzen die Türkei zu wenig unter Druck, die Stützpunkte zu öffnen. Die Aufmerksamkeit der ganzen Welt ist zwar auf Kobanê gerichtet, aber man sieht nur zu. Auch die Türkei tut nichts anderes. Der Westen sollte nicht glauben, dass man die IS-Miliz durch höhere Mauern und verschärfte Grenzkontrollen aufhalten kann. Sie ist wie ein Virus.”

Zum Interview gelangen Sie hier

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10.21 Uhr: Asya Abdullah: Kämpfe gehen weiter, Korridor muss errichtet werden…

Wir sprachen gestern (14.10.) telefonisch mit der PYD Co-Vorsitzenden Asya Abdullah, die sich weiterhin in Kobanê befindet und uns über die aktuelle Situation in der Stadt informierte. Zunächst erklärte sie, dass die Meldung, der IS habe 50% der Stadt eingenommen, nicht der Wahrheit entspreche. “Im Gegenteil, wir haben sie aus Teilen der Stadt hinausgedrängt. Wir hatten unsere Vorkehrungen für den Kampf in der Stadt getroffen und es gelingt uns immer wieder den IS Kämpfern harte Schläge zu versetzen”, berichtet Abdullah.

Allerdings erklärte die PYD Co-Vorsitzende auch, dass die Kämpfe in und um die Stadt weiter anhalten. “Vor allem an der Ostfront werden derzeit harte Auseinandersetzungen geführt” fährt sie fort. Doch die Kräfte der YPG und der YPJ leiste einen großen Widerstand. Die Zurückeroberung des Dorfs Tıl Şeir sei der jüngste Beweis hierfür. Die Luftangriffe der letzten Tage gegen die Stellungen des IS seien effektiv gewesen. Allerdings fordert Abdullah, dass die Luftangriffe in dieser Intensität fortgesetzt werden müssten, damit sie zu nachhaltigen Ergebnissen führen können.

Der IS versuche weiterhin aus Raqqa und anderen Städten ihre Kämpfer und ihre schweren Waffen nach Kobane zu verlegen. “Ein versuchter Waffentransport konnte durch eine gelungene Aktion Operation durch die Kräfte der YPG gestoppt werden”, so Abdullah, die wie folgt fortfährt: “Doch sie setzen bei ihren Angriffen weiterhin schwere Waffen ein.” Ein weiteres Mittel, auf das die Islamisten verstärkt setzen, seien Versuche, durch mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge die Verteidigungslinien der YPG und YPJ zu sprengen. Allein gestern hätten die kurdischen Verteidigungseinheiten drei solcher Fahrzeuge rechtzeitig vor der Stadt stoppen und zur Explosion bringen können. Diese Praxis der Islamisten stelle auch eine große Gefahr für die übrigen Zivilisten in Kobanê dar, erklärte die PYD Co-Vorsitzende.

Asya Abdullah kritisierte uns gegenüber telefonisch, dass außer den Luftangriffen bislang keine weitere internationale Unterstützung Kobanê erreicht habe. Ihre wichtigste Forderung bleibe die Errichtung eines Korridors. “Der IS zieht aus drei Himmelsrichtungen neue Kämpfer in die Stadt. Damit die YPG das tun kann, bedarf es dieses Korridors. Nur auf diesem Wege können wir nicht nur die Stadt sondern auch die umliegenden Dörfer vom IS befreien” so Abdullah.

Außerdem berichtete sie, dass allein in den letzten Tagen mehrere Hundert Zivilisten nach Kobanê zurückgekehrt seien und schloss wie folgt unser Gespräch ab: “Jeder sollte wissen, dass die YPG und die YPJ keine Sekunde am Erfolg dieses Widerstands zweifelt. Doch dieser Widerstand benötigt auch die Unterstützung und die Solidarität von jeden da draußen.”

CA

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09.57 Uhr: “Die Türken leiden unter Kurdophobie”

PYD Co-Vorsitzender Salih Muslim im Interview mit Özlem Topçu von Zeit Online:

(…) Wir werden Kobani nicht aufgeben. Auch wenn es am Ende halb zerstört ist. Es kommt jetzt sehr auf die Unterstützung von außen an. Die Menschen in der Stadt werden sich bis zur letzten Kugel wehren. (…)

Dieses demokratische Modell ist nicht nur Modell für Syrien, sondern für alle Menschen in der Region. Wir haben nichts Falsches gemacht, indem wir es errichtet haben. Bei uns verteidigen Muslime Kirchen, sie verteidigen Jesiden, Andersgläubige. Das gab es im Nahen Osten noch nie. In Rojava findet ein Mentalitätenwechsel statt, eine Demokratisierung. Davor fürchten sich viele. Auch davor, dass wir Frauenrechte stärken. In unserem Modell gibt es eine Frauenquote. Meine Partei hat etwa zwei Vorsitzende: Asia Abdullah und mich. Schauen Sie: Frau Abdullah ist gerade in Kobani. (…)

Zum Interview gelangen Sie hier

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00.05 Uhr: Kobanê – Kämpfe dauern an

Die Gefechte zwischen den Volksverteidigungseinheiten und der Terrormiliz des sogenannten Islamischen Staates dauern an. Angaben der Nachrichtenagentur Hawar, dessen Reporter sich vor Ort in Kobanê befinden, gehen die Kämpfe an den jeweiligen Fronten weiter. Dabei konzentrieren sich die Angriffe der Terrorbande IS vor allem auf die Ostfront. Bei den Gefechten an der Südfront hat der IS große Verluste zu verzeichnen. Weiter bombardieren Luftzüge der Anti-IS-Koalition Stellungen der Terrormiliz um Kobanê.

ANF

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15.10.2014

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21.03 Uhr: Kauder kritisiert türkisches PKK-Bombardement

Unionsfraktionschef Volker Kauder rügt die jüngsten türkischen Bombardements von Pkk-Stellungen: “Das kann man so nicht laufen lassen”, sagte der CDU-Politiker in einer Fraktionssitzung – und forderte eine Nato-Debatte über das Bündnismitglied Türkei.

Spiegel

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18.06 Uhr: Heutige Presseerklärung der Volksverteidigungseinheiten (YPG)

Die Angriffe und Besatzungsversuche der Terrormiliz „Islamischer Staat“ auf Kobanê, die am 15.September begonnen haben, dauern an ihrem 29. Tag an. Der Vormarsch der Terroristen wurde an der Ost-, Süd- und Westfront gestoppt. Unsere Kräfte haben mit Unterstützung von Luftangriffen der internationalen Anti-IS-Koalition einige die zur Westfront gehörende und im Stadtzentrum liegende Stellungen zurückerobern können.
Die Angriffe der Terrormiliz, die gestern in den frühen Morgenstunden begannen dauerten bis in die tiefe Nacht ununterbrochen an. Entgegen des Widerstandes unserer Kräfte haben die Terroristen mit drei Angriffe mit sprengstoffgeladenen Autos vollzogen. Sämtliche sprengstoffgeladenen Wagen konnten von unseren Kräften von weiter Entfernung aus zur Explosion gebracht werden. So dass es zu keinen Verlusten kam. Während der Gefechte in dieser Front wurden 9 Terroristen getötet. Dabei wurden sieben Kalschnikows, ein Granatswerfer und zahlreiche Munition beschlagnahmt.
An der Südfront haben die Terroristen versucht mit einem sprengstoffgeladenen LKW und einem Motorrad an zwei Stellen Anschläge zu verüben. Unsere Einheiten haben, sowohl den LKW, als auch das Motorrad, innerhalb der Terroristen zur Explosion bringen können. Die Anzahl ihrer Verluste konnte nicht ermittelt werden. Unsere Kräfte haben 9 Kalaschnikows der Terroristen beschlagnahmt.
An der Westfront haben unsere Einheiten eine Operation gegen die Terroristen im besetzen Dorf Til Shair gestartet. Durch die Operation wurden strategische Stellungen, sowohl im als auch um das Dorf von den Terroristen befreit. Bei der Operation wurden 4 Terroristen getötet. Es wurden 2 BKC und eine Kalaschnikows beschlagnahmt. Weiter befinden sich die Leichen von drei Terroristen in unseren Händen.

ANHA

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17.31 Uhr: Erklärung des österreichischen Nationalratsabgeordneten der Grünen Peter Pilz

“DIE TÜRKEI GREIFT AN”

Seit wenigen Stunden greifen türkische Kampfbomber an – aber nicht die ISIS. Erdogans Bomber zielen auf die PKK und damit auf die Kurden im Osten der Türkei.
Damit hat die türkische Regierung ihre Entscheidung getroffen. Erdogan kämpft im Bündnis mit ISIS gegen die Kurden in der Türkei und in Syrien.
Jetzt brauchen die Kurden alle Unterstützung die in Europa möglich ist. Und eines muss jetzt auch klar sein: Die PKK ist keine terroristische Organisation mehr. Bei aller Kritik an ihr – jetzt ist sie die einzige funktionierende Selbstverteidigung der Kurden in der Türkei.
Daher ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, die PKK von den Terroristenlisten der EU zu streichen. Mit der türkischen Regierung und Erdogans Partei gibt es für die Listen neue überzeugende Kandidaten.
Jetzt ist auch Zeit für ein klares österreichisches Signal. Ich erwarte mir von unserem Außenminister eine sofortige Zitierung des türkischen Botschafters ins Ministerium. Erdogan muss klar gemacht werden, dass er jetzt eine entscheidende Grenze überschritten hat.”

FB

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16.56 Uhr
Der französische Ministerpräsident Francois Hollande fordert die Türkei dazu auf, ihre Grenze zu Kobanê zu öffnen. „Die Türkei muss definitiv ihre Grenze öffenen, damit die syrisch-kurdischen Widerstandskämpfer Unterstützung erfahren können.“, so die Worte von Hollande

Cihan

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16.01 Uhr: Message vom PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan

Auf der heutigen Fraktionssitzung der Demokratischen Partei der Völker (HDP) verlas ihr Co-Vorsitzender Selahattin Demirtas eine schriftliche Mitteilung von Abdullah Öcalan bezüglich der heftigen Proteste gegen die türkische AKP-Regierung.

Die Message von Öcalan lautet wie folgt:

“Um Vorfällen auf den Straßen vorzubeugen, wie sie aktuell aufgrund der IS-Umzingelung Kobanês zu beobachten sind, ist unbedingt mit der Regierung Kontakt aufzunehmen. Anderenfalls würde Provokationen, womöglich Massakern, der Weg geebnet. Die [beiden] Seiten müssen sich von ihrer starren Sichtweise lösen, auf kurzfristige Vorteile zu spekulieren. Den Lösungsprozess in dieser Phase zu forcieren, ist mit Eurem Erfolg verbunden. Umgehende Schritte von der Regierung zu erwarten, ist richtig und unser Recht. Es ist wichtig, auf zivilgesellschaftliche Organisationen als Vermittler in Gefechtsphasen zurückzugreifen, um sich mit ihnen der Methode des Dialogs zu bedienen.
In Erwartung der nötigen Sensibilität in dieser Hinsicht und mit dem Wunsch nach einem baldigen Wiedersehen Abdullah Öcalan”

DIHA

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12.23 Uhr: Menschenkette vor Landtag in Erfurt

Rund 200 Demonstranten haben am heutigen Vormittag mit eine Menschenkette vor dem Landtag in Erfurt gebildet. Mit Plakarten und Flyern haben sie versucht auf die Lage in Kobane aufmerksam zu machen.
Heute war die erste Sitzung des neu gewählten Landtages. Die Demonstranten forderten vor dem Plenargebäude die Politiker auf sich mit dem Widerstand in Kobane zu solidarisieren. Ercan Ayboga, einer der Organisatoren teilte uns mit, dass das Interesse der Landtagsabgeondnete sehr groß war. Mit ihrer Aktion wollten die Demonstranten auf die Lage in Kobene aufmerksam machen. Sie fordern einen Korridor in der Türkei, von dem aus Untersützung für den Widerstand in Kobane geleistet werden kann. Des Weiteren wird die türkische AKP Regierung aufgefordert ihre Unterstützung für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS)einzustellen.

CA

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11.37 Uhr: Kobanê Is Not Falling

by Hito Steyerl

(…) Turkish armed forces fire flares to add to the confusing scene of giant smoke plumes, ambulance horns, and faces illuminated by mobile phone screens. At the Cultural Center, a brilliant, all-female group of culture workers and municipality officials discusses the role of art with me. I pan to frame resident refugees observing F-16 jets circling above. What is the task of art in times of emergency?

www.e-flux.com

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11.28 Uhr: Türkische Kampfjets bombardieren Stellungen der PKK in Nordkurdistan (Südosttürkei)

Gestern kam es zu Angriffen der türkischen Luftwaffe auf vermeindliche Stellungen der PKK im Oramar-Gebirge. Trotz vereinbarten Waffenstillstand zwischen der türkische AKP-Regierung und der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) kam es in den letzten Monaten vereinzelt zu Angriffen der türkischen Armee auf PKK-Stellungen im Südosten der Türkei.
Die die türkische AKP-Regierung steht derzeit nicht nur im Ausland, sondern auch im Inland im Fokus der Kritik. Grund dafür ist ihre Politik bezüglich des drohenden Massakers in Kobanê, ihre Unterstützung für die Terrormiliz des sogenannten Islamischen Staates, und ihr brutales Vorgehen gegen kurdische Demonstranten. Der Türkei wird vorgeworfen es mit dem Friedensprozess nicht ernst zu meinen.

ANF

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11.09 Uhr: YPG befreit Dorf im Westen der Stadt

Nachdem die Volksverteidigungseinheiten YPG erklärt haben, dass sie von der Verteidigungs- auf die Angriffsposition übergehen, konnte das westlich von Kobanê liegende Dorf Til Sheir, welches der IS zuvor unter seine Kontrolle gebracht hatte, von der YPG befreit werden.

ANHA

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10.58 Uhr

Laut aktuellen Berichten der kurdischen Nachrichtenagentur Hawar, die sich auf Angaben von Journalisten vor Ort stützt, sollen die Gefechte an der Ost-, Süd- und Westfront von Kobanê mit hoher Intensität andauern.

ANHA

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10.46 Uhr: “…Man will keine Demokraten die sich selbst verwalten…”

Blumio über die dramatische Lage der Kurden im Norden Syriens und den Vormarsch der Terrormiliz “Islamischer Staat” auf die Stadt Kobanê.

Blumio: Youtube

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10.13 Uhr: Keine IS-Fahne mehr auf dem Hügel Kaniya Kurda

Während die Gefechte zwischen dem IS und den kurdischen Verteidigungseinheiten an allen drei Fronten von Kobanê weiter anhaten, haben die Kräfte der YPG und YPJ im Osten der Stadt die Islamisten zurückgedrängt und das Dorf Til Şeîr unter ihre Kontrolle gebracht. Auch der Hügel Kaniya Kurda wurde aus der Kontrolle des IS entrissen. Die kurdischen Einheiten haben eine IS Fahne, die auf dem Hügel geweht hatte, heruntergeholt.

Unterdesse halten auch die Luftangriffe der Anti-IS Koalition auf die Stellungen der Islamisten rund um Kobanê weiter an.

ANF

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09.51 Uhr: Türkei drängt Flüchtlinge aus Kobanê zur Rückkehr

Nachdem 261 Flüchtlinge aus Kobanê von den türkischen Sicherheitskräften nun seit neun Tagen in einer Turnhalle eingesperrt werden, haben die betroffenen Personen am gestrigen Tag gegen ihre unrechtmäßige Festsetzung protestiert. Anstatt die Menschen in die Freiheit zu entlassen, haben die türkischen Beamten den Flüchtlingen lediglich die Möglichkeit zugestanden, wieder nach Kobanê zurückzukehren. Insgesamt 61 Menschen erklärten daraufhin, dass sie lieber zurückkehren wollen, als unter diesen Umständen in der Türkei auszuharren. Sie wurden in der Nacht wieder nach Kobanê gebracht.

Die übrigen 200 Flüchtlinge werden weiterhin in der Halle festgehalten. 160 von ihnen sind  aus Protest gegen ihre Festsetzung in den Hungerstreik getreten.

ANF

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09.39 Uhr: Enver Muslim: Bislang haben wir keine Waffenunterstützung erhalten

Gegenüber der türkischen Onlinepräsenz von BBC erklärte der Vorsitzende des Kanton Kobanê Enver Muslim, dass der IS derzeit keine weiteren Gebiete von Kobanê eingenommen habe. “Im Süden stehen Teile der Stadt weiterhin unter ihrer Kontrolle. 70% der Stadt wird allerdings weiterhin von der YPG kontrolliert”, so Muslim.

Muslim nahm auch Stellung zu den Aussagen von Necirvan Barzani, wonach Waffenhilfe aus Südkurdistan die Stadt Kobanê erreicht habe. Muslim erklärte, dass solch eine Hilfe nicht stattgefunden habe und sagte weiter: “Wir haben bei verschiedenen Ländern nach Waffenunterstützung angefragt. Doch angekommen ist bislang nichts. Für eine Unterstützung wären wir sicherlich dankbar.”

Gefragt nach der Zahl der Zivilisten in der Stadt, berichtete Muslim, dass sie aufgrund der Kriegssituation keine genauen Zahlen nennen können. Aber sie gehen weiterhin davon aus, dass tausende Menschen in der Stadt seien. Zudem seien unzählige Zivilisten aus der Stadt von Mitgliedern des IS entführt worden, erklärte Muslim.

BBC Türkce, 13.10.

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00.32 Uhr: Realsatire in der Türkei – AKP Regierung hat festgelegt: Deutsche (Journalisten) stecken hinter der Protesten

Die türkische AKP Regierung hat den Grund für die Festnahmen von drei Journalisten parat.

Politiker aus den Reihen der AKP beschuldigen drei in Amed (Diyarbakir) festgenommene deutsche Journalisten, an einer internationalen Verschwörung gegen die Türkei beteiligt gewesen zu sein, um die Friedensprozess zwischen Regierung und kurdischer Bewegung zu sabotieren. Zynisch könnte man sagen, dass es sehr wahrscheinlich diese drei Journalisten waren, die die AKP daran gehindert haben, ihre Versprechen bezüglich ernsthafter Schritte im Friedensprozess zu machen. Der aus Amed (Diyarbakir) stammende Agrarminister Mehdi Eker sagte, die Deutschen hätten kurdische Kinder zu Protesten angestiftet. Die Journalisten kamen nach drei Tagen Haft wieder auf freien Fuß, nachdem sie von der Staatsanwaltschaft vernommen wurden.
TAKVIMDas regierungstreue Boulevard-Blatt „Takvim“ meldete, die deutschen Journalisten seien in Wahrheit Agenten des Bundesnachrichtendienstes (BND), die ins Kurdengebiet entsandt worden seien, um Unruhen zu schüren. Anhänger der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) seien bei den gewalttätigen Protesten „auf Befehl der Deutschen“ auf die Straße gegangen, berichtete das Blatt unter der Überschrift „Die Deutsche Art und Weise“.
Weiter schreibt das AKP treue Blatt “Der BND hat seine Agenten in die hauptsächlich von Kurden besiedelten Städte geschickt”, die sie dann mit den Protestaktionen verwüstet und „in Brand gesteckt“ hätten. In nur wenigen Tagen hätten sie geschafft Kurden gegen Kurden aufzuhetzen und die Städte in Höllen zu verwandeln.
Weiter bekräftigt das Blatt: „an den Tagen zwischen dem 9. und dem 11. Oktober, als die Proteste ihren Höhepunkt erreichten, sind in einigen Städten blauäugige blonde Demonstranten aus Luxuswagen gestiegen und haben sich in düsteren Stadtteilen positioniert. Kinder wurden angestiftet Schulen in Brand zu stecken und die Polizei mit Steinen zu bewerfen.“

Unterdessen sagte Regierungssprecher Bülent Arinç auf einer Pressekonferenz, dass „insgesamt 1454 Personen festgenommen wurden, darunter 8 Ausländer.“

Sehr wahrscheinlich wären es jedoch die drei Deutschen gewesen, die die Lage am stärksten zugespitzt hätten.
Vorgeblich aufgrund der Protesten hat die AKP Gesetzesverschärfungen angekündigt. Das Kapitel der Proteste gegen die, den Islamischen Staat (IS) unterstützende, AKP Regierung soll somit abgeschlossen werden. Auch die Schuldfrage scheint geklärt: Es waren die Deutschen(!).

CA

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00.23 Uhr: Kurdinnen gegen den IS-Terror und den Feminizid

Julia Camerer im Gespräch mit Dersim Dagdeviren, Vorsitzende des Netzwerks kurdischer AkademikerInnen

Rundfunk Berlin Brandenburg

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14.10.2014

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22.57 Uhr: WE PETITION THE OBAMA ADMINISTRATION TO:

Officially arm the People’s Protection Unit (YPG) of Syria to defend ISIS from destroying the Kobane community

Zur Petition

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21.02 Uhr: Festnahmewelllen nach Anti-IS Protesten in Nordkurdistan halten an

Nachdem durch bei den Protesten gegen den IS in Nordkurdistan und der Türkei über 40 Menschen ums Leben gekommen sind, setzt die AKP-Regierung den Staatsterror nun mit anhaltenden Festnahmewellen fort. So sind allein in Wan (Van) in den letzten Tagen 178 Menschen festgenommen worden, von denen mittlerweile 78 inhaftiert worden sind. Unter den Inhaftierten befinden sich auch 13 Minderjährige. In Muradiye, einem Vorort von Wan, kam es zu weiteren 11 Inhaftierungen.

Auch in Bazid (Dogubeyazit) kam es zu 30, in Erdêxan (Ardahan) zu fünf, in Nisebin (Nusaybin) zu zwei und in Sêrt zu 16 Inhaftierungen. Zudem wurden in der Universität von Istanbul 42,in Resqelas (Igdir) zu 15 und in Hezro (Hazro) und Kanîres (Karliova) zu jeweils drei Festnahmen.

Stellvertretende HDP Vorsitzende Bestas: AKP errinert uns an die Zeiten des Schmutzigen Krieges in Kurdistan in den 90ern

Die stellvertretende HDP Vorsitzende Meral Danis Bestas kritisierte die Festnahmewellen mit deutlichen Worten und erklärte, dass die Politik, die die AKP dieser Tage fährt, stark an die Zeiten des Militärputsches 1980 und an die Zeiten des Schmutzigen Krieges in Kurdistan in den 90ern erinnere. Die Festnahmewelle hätten keine juristische Grundlage und seien ausschließlich auf Befehl des türkischen Staatspräsidenten und Ministerpräsidenten initiiert worden. “Allerdings werden wir die Fälle von jeder einzelnen Person, die festgenommen worden ist, verfolgen”, so Bestas.

ANF

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20.39 Uhr: Rede von Salih Muslim, PYD-Covorsitzender, in Düsseldorf, 11.10.
“(…) We´d like to express our deep appreciation for the people all over the world who express their solidarity with the Kurdish people. And we would also express our thanks to the international alliance which is helping them by air strikes. They were very useful for the Kurdish people and we´d like them to continue and to put pressure on the sides which are still supporting the brutal Daish.”
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20.07 Uhr: Die Türkei hält seit 8 Tagen 261 Flüchtlinge aus Kobanê gefangen

Nachdem sich aufgrund der brutalen Angriffe des sogenannten Islamischen Staates (IS) zahlreiche Zivilisten gezwungen sahen in die Türkei zu fliehen, werden hunderte von ihnen seitens des türkischen Staates gefangen gehalten.

So sollen seit mindestens 8 Tagen mehrere hundert Flüchtlinge aus Kobanê in einer Schule nähe der türkisch-syrischen Grenzstadt Suruc gefangen gehalten werden. So berichtete Yusuf Bekar, der auch unter den Gefangenen war und mittlerweile wieder frei ist, dass sich unter den 261 gefangen gehaltenen Flüchtlingen auch zahlreiche Kinder und Frauen, darunter auch schwangere, befinden sollen. Das türkische Militär sollen gewaltsam gegen die gefangenen Flüchtlinge vorgehen. So erklärte Bekar, dass die Flüchtlinge grausame Folter zu erleiden haben.

„Sie wollten uns schlagen. Messer wurden an unsere Kehlen gehalten. Wenn ihr nicht redet, werden wir, wie der IS, eure Köpfe abschneiden.“, so die Erzählungen von Bekar, der weiter erklärte, dass die Flüchtling noch zu Essen oder zu Trinken bekommen haben. Aufgrund dieser unmenschlichen Behandlung zeigt sich Bekar entschlossen, nicht länger in der Türkei bleiben zu wollen.
Indessen forderte HDP-Abgeordneter Ibrahim Ayhan die unverzügliche Freilassung der 261 Flüchtlinge. Ayhan, der die Situation der Flüchtlinge als unmenschlich schilderte, führte wie folgt fort: „Das sind Menschen, die vom Krieg geflohen sind. Diese Menschen tagelang in menschenunwürdigen Bedingungen warten zu lassen, kommt einer zweiten Barbarei gleich.”
ANF

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19.40 Uhr: Nur zuschauen ist zu wenig

Von Wolfgang Gehrcke auf der Kundgebung zur Solidarität mit den Kurdinnen und Kurden in Rojava / Kobane am Samstag, 11. Oktober 2014 in Düsseldorf

(…) “Die Kurdinnen und Kurden, die noch immer in Kobane kämpfen, haben jedes Recht, sich zu verteidigen. Es wäre toll, wenn es einen weltweiten Aktionstag zur Solidarität mit den Kurdinnen und Kurden gäbe. Weltweit muss sichergestellt werden, dass der IS kein Öl verkaufen kann, keine Waffen erhält, Gelder eingefroren werden und auch Staaten wie die Türkei, Katar, Saudi Arabien gezwungen werden, auf ihren Territorien dafür zu sorgen, dass IS und andere islamistische Organisationen keine Unterstützung mehr erhalten. Ich wünsche mir ein Deutschland an der Seite der Kurdinnen und Kurden, mit einer legal arbeitenden PKK-Organisation und vielleicht wird Öcalan einmal Staatsgast in diesem Deutschland sein.” (…)

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19.00 Uhr: Salih Müslim: Kobanê braucht keine Bodentruppen

Der Co-Vorsitzende der PYD Salih Muslim sprach mit Cansu Çamlibel von Hürriyet. Wir veröffentlich hier ein Ausschnitt aus dem Interview:
Muslim: “Wir befinden uns seit 2004 im Widerstand gegen das Regime in Damaskus. Als die Herrschaften aus Ankara und Damaskus in beiden sowohl in der einen als auch in der anderen Hauptstadt Hand in Hand durch die Straßen liefen, als das Baath-Regime und die türkische Regierung noch die besten Nachbarn waren, da waren unsere Aktivistinnen und Aktivisten in den Kellern des syrischen Geheimdienst eingesperrt und mussten die Folter der Regimekräfte über sich ergehen lassen. Und nun fordert Ankara von uns: “Sagt dies und das gegen das Regime, handelt so und so gegen das Regime…” Sie wollen also unbedingt, dass wir praktisch als ihre Soldaten gegen Damaskus in den Krieg ziehen. Wir werden das nicht machen. Wir als Kurden haben schon seit längerem die Lehren daraus gezogen, was es mit sich bringt, wenn man für andere Mächte die Soldaten spielt. […] Wir zählen so viel Gefallene in unseren Reihen. So viele von ihnen sind unter der Folter der Regimekräfte ums Leben gekommen. Und jetzt kommen welche dahergelaufen und meinen uns erzählen zu können, wie wir gegen das Regime in Damaskus agieren sollen.
Aber wir haben nun unsere eigene politische Linie gefunden. Wir haben nichts mit dem Regime zu tun. Wir haben ihre Kräfte auch aus unseren Siedlungsgebieten vertrieben. Das weiß auch Ankara sehr gut. Aber sie wollen anscheinend, dass wir in Damaskus einen Krieg führen. Das können sie vergessen. Unsere Verteidigungseinheiten, die YPG und YPJ, haben noch keine Kugel außerhalb unserer Siedlungsgebiete abgefeuert. Sie haben ausschließlich für die Verteidigung der Bevölkerung in diesen Gebieten und sonst für niemanden gekämpft.
(…) Wir wollen auch von Ankara keine Bodentruppen. Das würde die Situation noch mehr verschlechtern. Wenn sie wirklich gegen den IS einen Kampf führen sollen, dann sollten sie in Istanbul damit anfangen. Da sie das nicht tun, heißt es wohl, dass sie andere Absichten verfolgen. Wenn sie tatsächlich aufrichtige Hilfe leisten wollen, so sollen sie uns beispielsweise Anti-Panzer Raketen zur Verfügung stellen. Wenn die Unterstützung uns erreicht, sind wir auch allein in der Lage, den IS zu vertreiben.”

Hürriyet

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18.00 Uhr: Die Lösung des Kurdenkonflikts als Gradmesser für die Demokratie

Interview mit dem HDP-Abgeordneten Sirri Süreyya Önder

(…) “Ich halte die Position des Westens, nicht nur Deutschlands, für problematisch. Für mich ist diese Politik weder aufrichtig noch konsequent, da die PKK doch heute genau das macht, was sie schon immer getan hat, nämlich die Fortsetzung des Kampfs um nationale Unabhängigkeit. An keinem Ort der Welt gilt eine Organisation, die bei jeder Wahl drei Millionen Stimmen erhält, Abgeordnete im Parlament stellt, in Gewerkschaften organisiert ist und bei der Männer und Frauen von sieben bis 70 Jahren am organisierten zivilen Kampf beteiligt sind als Terrororganisation. Wenn man sich nur auf den bewaffneten Kampf beschränkt und die Organisation deshalb in die Liste der Terrororganisationen aufnimmt, ist das eine politische Haltung. Wenn man sie nun von der Liste streicht, dann geschieht das aus einem bestimmten Kalkül. Für mich ist das opportunistisch.” (…)

Weiterlesen: Qantara.de

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16.09 Uhr: IS-Milizen: Gysi strikt gegen Bundeswehreinsatz

Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi, hat sich strikt gegen eine Beteiligung der Bundeswehr an etwaigen militärischen Maßnahmen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat gewandt. In einem Positionspapier, das der Tageszeitung »neues deutschland« vorliegt, heißt es: »Deutschland darf sich in diesem Falle ohnehin aus einem historischen Grund nicht beteiligen.« Die Bundesrepublik dürfe »niemals Bestandteil eines Nahost-Konflikts werden. Deshalb wird es auch höchste Zeit, die Raketen aus der Türkei an der Grenze Syriens, die mit deutschen Soldaten stationiert sind, zurückzuziehen«, so Gysi.

Zuvor hatte die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, erklärt, ihre Partei würde einen Bundeswehreinsatz gegen die IS-Milizen im Rahmen einer UN-Mission unterstützen – auch wenn dies den Einsatz von Bodentruppen bedeuten könnte.

Mehr dazu: Neues Deutschland

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15.59 Uhr: Alte Feindbilder dürfen kein Grund sein, einen Genozid vor der eigenen Haustür zuzulassen

Zur Debatte über die Situation an der türkisch-syrischen Grenze sagt der außen- und sicherheitspolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag Florian Hahn:

„Als NATO-Mitglied muss die Türkei sich klar zur Allianz bekennen. Ankara kann nicht Bündnissolidarität einfordern, wie die Verlängerung des Mandats für unsere Patriot-Raketen, und gleichzeitig die gemeinsame Politik der Allianz konterkarieren. Während der Rest der NATO alles tut, um den Vormarsch des sog. Islamischen Staates (IS) aufzuhalten und die Kurden in ihrem Kampf gegen die Islamisten zu unterstützen, steht die Türkei nicht nur daneben, sondern hindert die Kurden noch, sich selbst zu verteidigen. Alte Feindbilder dürfen kein Grund sein, einen Genozid vor der eigenen Haustür zuzulassen. Die Türkei muss jede Form aktiver Unterstützung von Dschihadisten – etwa durch Ölkäufe oder Materiallieferungen – einstellen oder unterbinden und darf auch nicht durch Nichtstun faktisch den Mörderbanden des IS helfen.“

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15.15 Uhr: IS aus zweit Stadtteile von Kobane zurückgedrängt

Einheiten der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) hätten in der Nacht zum Montag im Nordosten und Südwesten Kobanês Gebiete des IS zurückerobert, sagte Idris Nassan, Vize-Sprecher für auswärtige Angelegenheiten in der umkämpften Stadt Kobanê, der Nachrichtenagentur dpa. Die YPG-Miliz habe IS-Kämpfer nach „schweren Gefechten“ aus beiden Vierteln vertreiben können.

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14.58 Uhr: Deutschen Journalisten droht offenbar Ausweisung

AFP meldet: <<Drei deutsche Journalisten, die am Wochenende im Südosten der Türkei verhaftet worden waren, sind aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Der Staatsanwalt soll nun offenbar über ihre Ausweisung entscheiden. (…) Zwei der Journalisten bestätigten die Entlassung aus der Polizeiwache auf Twitter. „Der Staatsanwalt wird heute über unsere Ausweisung entscheiden“, schrieb Chris Grodotzki.>>

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14.45 Uhr: Weitere Luftschläge

Die syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldet am Montagmorgen habe die Koalition mit fünf neuen Luftschlägen ihre Angriffe gegen IS-Stellungen südlich von Kobanê fortgesetzt.

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14.30 Uhr: PYD-Kovorsitzende Salih Müslim in Hewlêr

Heute begibt sich der PYD-Kovorsitzende Salih Müslim nach Hewler um sich mit der Regierung von Südkurdistan und Vertretern politischer Parteien zu treffen. Es wird auch erwartet, dass der Rat der Kurden aus Syrien (ENKS) und die Volksräte aus Rojava (ERGK) morgen in Hewlêr zusammenkommen werden.
Es wird berichtet, dass die Treffen auf Einladung des Präsidenten der Autonomen Region Kurdistans Masud Barzani stattfinden.

ANF

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14.00 Uhr: “Ankaras falsche Prioritäten”

(…)Angaben aus dem US-Verteidigungsministerium zufolge erlaubt die Türkei den USA und ihren Verbündeten nun, ihre Stützpunkte für Angriffe auf IS-Stellungen zu nutzen. Zudem dürfen in türkischen Militäreinrichtungen Vertreter der gemäßigten syrischen Opposition untergebracht und ausgebildet werden.

Diese Ankündigungen seien ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den Terror der ‚IS‘-Milizen, sagte der CDU-Außenpolitiker Andreas Schockenhoff am Montag in Berlin. Er machte jedoch auch deutlich, dass Erdogans Aussagen nicht darüber hinwegtäuschen dürften, dass Ankara weiterhin die falschen Prioritäten setzt: „Die Schwächung der kurdischen PKK scheint der Türkei wichtiger zu sein als der Kampf gegen die ‚IS‘-Terroristen.“

Da die Frage nach der Notwendigkeit des Einsatzes von Bodentruppen immer relevanter werde, müsse die Türkei zulassen, dass sich Kurden in Kobane und im Norden Syriens gegen ‚IS‘-Terroristen verteidigen könnten, erklärte Schockenhoff. Seiner Ansicht nach verfolge Ankara eine ambivalente Politik gegenüber der Terrormiliz: „In Regionen, die von ‚IS‘ schon kontrolliert werden, hat die Türkei einen regen Grenzaustausch zugelassen und einen Rückzugsraum für ‚IS‘-Dschihadisten geduldet. Neue Kämpfer, die sich der Miliz anschließen wollen, können über die Türkei weiter in Richtung Syrien einreisen“.

Mehr dazu: www.cducsu.de

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13:37 Uhr: Prof. Dr. Mithat Sancar: “Waffenlieferungen an YPG würden IS (DAIS) stoppen”

Prof. Dr. Mithat Sancar erklärt, dass Waffenlieferungen an die Volksverteidigungseinheiten (YPG) nötig sind, mit denen die YPG den IS (DAIS) stoppen könnten. Er fordert auch, dass die türkische Regierung und die AKP auf die Forderung einen Korridor freizugeben eingehen muss, sie könne die aktuelle Phase nicht ohne Kobanê weiterführen.Prof. Dr. Sancar wirft der AKP und den Mainstreammedien vor, dass sie versuchen die HDP zu diffamieren.

«Von der Türkei werden keine Waffen, sondern ein Korridor gefordert»
Sancar, Lehrbauftragter der juristischen Fakiltät der Ankara Universität, merkt an, dass die Einrichtung eines Korridors für Kobanê keine rechtlichen Fragen oder Probleme aufwerfen würde: “Ich denke nicht, dass es aus juristisches Sicht irgendetwas gegen die Einrichtung eines Korridors für Kobanê spricht. Diese Forderung wird seit zwei Wochen öffentlich diskutiert. Der Grund dafür ist, dass Kobanê seit dem an drei Fronten vom IS umzingelt ist, als einzig freier Weg bliebe dann der Norden Rojavas. Von hier aus könnten Waffen, die die YPG den schweren Waffen des IS entgegensetzen könnte, geliefert werden. Es wurde schon lange befürchtet, dass die Umzinglung von Kobanê enger gezogen und der IS sich dem Stadtkern nähern würde. Es ist Realität, dass die Gefechte sehr hart sind und dass Tausende und Zehntausende die Stadt verlassen müssen.”

Weiter merkt Sancar an, dass zwar Luftangriffe der interantionalen Koalition stattfinden, diese aber nicht ausreichen würden. Es seien Waffenlieferungen an die YPG nötig, vor allem panzerbrechende Waffen könnten maßgeblich zum Stopp des IS beitragen. In einem Gespräch zwischen Sancar und Ibrahim Kurdo, dem Verantwortlichen für auswärtige Angelegenheiten Kobanês, habe Kurdo klar, deutlich und mehrfach betont, dass sie nur Waffen brauchen würden. Sie seien das einzige, was aktuell gegen den IS helfen würde. Die Eröffnung eines Korridors würde das unterstützen. Von der Türkei aber werden keine Waffen gefordert, der Korridor sei also nicht für Waffenlieferungen durch die Türkei gedacht. Gemeint sei die Unterstützung von aus Südkurdistan Kommenden und von der südkurdischen Regierung selbst.
Die Türkei müsse dabei nicht ein mal die Demokratische Partei der Einheit (PYD) als Ansprechpartner wählen, “[…] es gibt bereits strategische Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Südkurdistan”, so Sancar. Die Türkei müsse dem nur zustimmen.
Das eigentliche Problem sei aber die Türkei, die direkt oder indrirekt, offen oder bedeckt sich gegen jegliche Hilfe für die YPG stelle. Sie und alle anderen wüssten sehr genau, dass die YPG den IS (DAIS) mit einfacher Unterstützung wie durch die Errichung eines Korridors und der Lieferungen einiger Waffen umgehend stoppen kann.

ANF

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11.30 Uhr: Erdogan kündigt schärfere Gesetzen – wir sagen, neue Gesetze sollten Demokratisierungen bewirken!

“Wir werden mehr unternehmen”, kündigte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am gestrigen Sonntag an – damit meinte er aber nicht den Kampf gegen Islamischen Staat (IS), sondern die Unterdrückung der kurdischen Demonstranten, die im Verlauf von Protestaktionen die Rolle der Türkei in Bezug auf die Angriffe des Islamischen Staates (IS) in Kobanê hinterfragt haben. Sie wurden deswegen von türkischen Sicherheitskräften, Anhängern der paramilitärischen türkischen Hisbollah und nationalistischen Kreisen gewaltsam angegriffen.
Nach Regierungsangaben wurden in der vergangenen Woche bei Protesten in mehreren Städten 31 Menschen getötet, mehr als 350 weitere verletzt, über 1000 festgenommen.
In Zusammenhang mit diesen Protesten sagte Erdogan, die Türkei „wäre kein Staat, wenn sie nicht in der Lage wäre, ein paar Gauner (Lumpen) dazu zu bringen, sich zu beugen“. Schon am Samstag hatte der Staatspräsident in einer Rede in seiner Heimatstadt Rize bei der Einweihung einer islamischen „Imam-Hatip-Schule“ angekündigt und gefordert, dass das Parlament schnell neue Gesetze erlassen solle, „um die Straßen rasch von diesen Vandalen zu säubern“. Eigentlich wären Ankündigen von Vorhaben zu Gesetzesänderungen eher Aufgabe seines Nachfolgers Ministerpräsident Davutoglu. In der Logik von Erdogan ist nicht die aggressive und kriegsverursachende Politik, mit der die türkische Regierung seit knapp drei Jahren Dschihadisten und den IS in Syrien unterstützt der Grund der Proteste, sondern: „Es sind die PKK (…), ihr politischer Arm (gemeint ist die HDP) (…), das Assad-Regime (…), einige internationale Mediengruppen (…) und Fethullah Gülen (ein islamischer Prediger, der in den USA im Exil lebt)“, die „hinter diesen Ereignissen stecken.“
Ähnliche Töne gab Erdogan schon letztes Jahr während der Gezi-Park Proteste in Istanbul von sich. Er bezeichnete die Menschen, die sich engagierten, als „çapulcu“ (Plünderer) heute sind es „serseri“ (Gauner oder Lumpen), die seine kriegerische und autoritäre Politik hinterfragen.
Staatspräsident Erdogan bedient sich, um Proteste zu erklären, immer wieder einem einfachen aber unrichtigem Deutungsmuster: anstatt seine eigene Verantwortung zu hinterfragen, deutet er, dass die Demonstranten von „Internationalen Mediengruppen“ gelenkt seien, um die Türkei in Unruhe zu stürzen und den Friedensprozess zu sabotieren. Es gibt nur wenige Politiker auf der Welt, die sich offen auf einem derart herabwürdigenden und unlogischen Niveau äußern und eine entsprechende Politik betreiben. Das beunruhigt die Menschen in der Türkei und uns alle. Die Ursache der Unruhe sind allerdings nicht die Proteste, sondern die Unaufrichtigkeit in Erdogans Politik. Er gibt vor den Menschen in Kobanê helfen zu wollen, unterstützt aber weiter den IS und bekämpft die Menschen, die sich solidarisch für Kobanê engagieren. Die angekündigte Verschärfung von Gesetzen wird keine Lösung bringen. Die türkische Regierung muss im Gegenteil Gesetze auf den Weg bringen, die das Land demokratisieren und die endlich die Türen für den Friedensprozess mit den Kurden ernsthaft öffnen. Alles andere ist Rhetorik, um die eigene Unterstützung des IS und die Unfähigkeit oder den Unwillen zu verschleiern, das Land friedlich zu entwickeln, statt in weitere Kriege zu führen.

CA

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09:40 Uhr: Die drei deutschen Journalisten, die in der Türkei festgenommen wurden, sind wieder frei.

Björn Kietzmann, Chris Grodotzki und Ruben Neugebauer, die drei Journalisten, sind wieder frei. Die Polizei warf ihnen vor, Spione und Provokateure zu sein. Auf Twitter hat Björn Kietzmann mitgeteilt: “Nach 31 Std konnten @RubenNeugebauer @visrebel & ich die Polizeiwache verlassen. In kürze haben wir eine Vernehmung beim Staatsanwalt.”

CA

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01.05 Uhr: Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe C. Strässer besucht türkisch-syrische Grenzregion

Der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, Christoph Strässer, reist vom 12.10.2014 (Sonntag) bis 16.10.2014 (Donnerstag) in die Türkei. Schwerpunkt der Reise ist die Situation von Flüchtlingen in der Grenzregion zu Syrien.

Strässer sagte hierzu vor seiner Reise:
“Die Bilder der Kämpfe in Kobani lassen uns nicht kalt. Deutschland leistet seit Beginn der Krise humanitäre Hilfe in Syrien und den Nachbarländern. Angesichts der anhaltenden Flüchtlingswelle in der Türkei sehe ich jedoch, dass unsere Unterstützung auch mit zielgerichteten Maßnahmen für die Flüchtlinge aus Kobani deutlich verstärkt werden muss. Ich werde mich an der türkisch-syrischen Grenze aus erster Hand über die wertvolle Arbeit der Hilfsorganisationen informieren.”

http://www.auswaertiges-amt.de/

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13.10.2014

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23.50 Uhr: “Die Menschen in Kobanê haben der internationalen Staatengemeinschaft ihre Entschlossenheit gezeigt…”

Stellungnahme des Pressesprechers der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik

Wir sind zutiefst besorgt über die humanitäre Situation und die Sicherheitslage in Kobanê und im Rest der syrisch-kurdischen selbsternannten autonomen Region nach drei Wochen schwerer Gefechte und der Belagerung durch den IS.
Die Menschen in Kobanê haben der internationalen Gemschaft ihre Entschlossenheit gezeigt, alle Mittel zu nutzen, um ihre fundamentalen Rechte und Werte zu schützen und Widerstand gegen Unterdrückung zu leisten. Wir verurteilen den IS und seine Offensive in Kobanê aufs Schärfste und verpflichten uns weiterhin, unseren Aufgaben im Kampf gegen den IS und in Solidarität mit all denen, die unter den Taten des IS leiden, in vollem Umfang wahrzunehmen. Die EU, die Türkei und alle regionalen und internationalen Partner müssen verstärkt zusammenarbeiten, um die Bedrohung durch den IS zu isolieren und einzudämmen.
Die EU unterstützt weiterhin voll und ganz die diplomatischen Bemühungen des UN- Sondergesandten für Syrien, Staffan De Mistura, für eine politische Lösung der Syrien-Krise.
Wir sind auch sehr besorgt über die jüngsten, in diesem Zusammenhang stehenden gewaltsamen Zusammenstöße in der Türkei und den Verlust von Menschenleben.
Wir rufen alle Seiten dazu auf, sich zur Beileguung der Differenzen zum Dialog zu verpflichten und bekräftigen die nachdrückliche Unterstützung der EU für den kurdischen Lösungsprozess der Regierung.
Die EU ist über die Dringlichkeit der Lage informiert und arbeitet an den Details für ein weiteres Paket an Zusatzhilfen.

http://www.eeas.europa.eu/

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23.08 Uhr: Raul Zelik – UND NOCH MAL: WAFFENLIEFERUNGEN UND DIE DEUTSCHE LINKE

In der deutschen Linken und bei der Linkspartei wird weiter eifrig über den Krieg in Kobanê diskutiert. Auf den Solidaritätsdemonstrationen ist allerdings weiterhin kaum jemand.

Deshalb noch mal ein paar Thesen zum Nachdenken:
1) An parlamentarischen Initiativen der deutschen Linkspartei wird es sicher nicht liegen, ob die YPG militärische Unterstützung der NATO bekommt.

2) Den Politikern der Linken, die jetzt Waffen liefern wollen, geht es um etwas ganz anderes: an die Integration in den regierungsfähigen Apparat, sprich den Kotau unter die neoimperialen Verhältnisse.

3) Wer das nicht glaubt, soll sich mal anschauen, welche linken Abgeordneten sofort mit kurdischen Organisationen an der Grenze bei Kobanê waren: nämlich jene Abgeordnete (wie Jelpke, Hänsel oder Leidig), die gegen deutsche Waffenlieferungen sind und eben nicht die Parteirechten um Liebich und Körte.

4) Die deutsche Debatte um Waffenlieferunen hat wenig mit der Solidarität mit Kobane zu tun und sollte davon getrennt werden.

5) Sicher ist kein vernünftiger Mensch heute traurig, wenn NATO-Flugzeuge (12 Mal in 2 Wochen, um genau zu sein, nicht gerade “massiv”) den IS bei Kobane bombardieren. Aber NATO und Bundeswehr sind eben keine Ansprechpartner emanzipatorischer Politik, an die sich appellieren ließen. Es sind Einrichtungen, die beherrschen sollen. Alles andere ist Fantasy-Roman.

6) Es ist etwas Anderes, ob kurdische Demonstranten Gleise besetzen, die Haltung von USA und EU skandalisieren und ein “Eingreifen der Welt” fordern oder ob deutsche Linke, die nicht mal mehr auf Demonstrationen gehen, die deutsche Kriegsmaschine einsetzen wollen (und damit schon mal im voraus die nächste Modernisierungsrunde der Bundeswehr legitimieren …)

7) Wir könnten uns problemlos auf das besinnen, worüber Konsens besteht:
– Unterstützung der YPG
– Öffnung eines Korridors für Flüchtlinge und Aufständische aus anderen Teilen Kurdistans durch die Türkei
– Sanktionen gegen die Türkei, wenn sie den IS weiter unterstützt
– Aufhebung des PKK-Verbots in Deutschland
– Massive Flüchtlingshilfe
– Stopp von Waffenlieferungen an alle Staaten, die mit dem militanten Dschihadismus kooperieren (also Saudi-Arabien, Kuwait etc.).

8) Ja, es geht nicht nur um Kobane und auch nicht nur um Kurdistan. Syrien liegt in Schutt und Asche, in Irak ist überall Krieg. IS kontrolliert die Millionenstadt Mossul. Aber die Selbstverwaltung der KurdInnen ist doch eines der wenigen Zeichen, wie es anders sein könnte und deswegen entscheidet sich hier so viel.

9) Es ist nicht egal, ob wir demonstrieren. Denn nur wenn die Verhältnisse skandalisiert werden, werden sich die Regierenden genötigt sehen, den Fall Kobanês, der sie ja eigentlich nicht weiter juckt, vielleicht doch nicht hinzunehmen.

Facebook

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22.40 Uhr: Berlin: 8.000 Demonstrantinnen zeigten entschlossen ihre Solidarität mit Kobane

In Berlin gingen heute mehr als 8.000 Menschen in Solidarität und gegen den Terror des IS und dessen Unterstützung durch die Türkei auf die Straße. Es wurde ebenfalls gegen eine Pufferzone, welche die Türkei mit Bodentruppen auf dem Territorium von Rojava zu errrichten plant entschlossen Stellung bezogen und statt dessen ein humanitärer Korridor und logistische Unterstützung für YPG und YPJ gefordert. Es wurden Reden in Deutsch, Türkisch und Kurdisch gehalten und es traten Vertreterinnen des Kurdischen Nationalkongresses KNK, von linken Gruppen aus der Türkei, Antifaschistischen Organisationen,  des Kurdistan Solidaritätskomitees, Parlamentarier der Linken wie Stefan Liebich und Hakan Tas als RednerInnen. Die friedliche und entschlossene Demonstration setzte ein deutliches Zeichen für den Widerstand in Kobane.

CA

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22.00 Uhr: Probleme Der Völker des Mittleren Ostens und mögliche Lösungsansätze

(…) In den vergangenen zwei Jahrhunderten ist der Nationalismus in den Gesellschaften des Mittleren Ostens geschürt worden. Die nationalen Fragen sind nicht gelöst, sondern vielmehr in allen gesellschaftlichen Bereichen verschärft worden. Statt produktiven Wettbewerb zu betreiben, erzwingt das Kapital im Namen des Nationalstaats Kriege und Bürgerkriege. (…)

Weiterlesen: Demokratischer Konföderalismus / von Abdullah Öcalan

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21.13 Uhr: Der Spiegel: “Allahs gottlose Armee”

Hilferuf aus Kobane: “Sie kommen zu Tausenden, es werden immer mehr!”

SPIEGEL-Redakteur Jörg Schmitt schrbeit: “Hilflos schauen wir seit Wochen auf den blutigen Feldzug des “Islamischen Staates” (IS) in Syrien und im Irak. In der vergangenen Woche ist der Terror an der Grenze zur Nato angekommen. Nach monatelanger Belagerung sind Tausende IS-Kämpfer über die kurdische Stadt Kobane hergefallen. Nur einen Steinwurf von der türkischen Grenze entfernt werden seither kurdische Kämpfer abgeschlachtet – und Ankaras Armee schaut tatenlos zu. Christoph Reuter und Fiona Ehlers beschreiben in der Titelgeschichte die Scheinheiligkeit türkischer Politiker und Militärs im Kampf gegen IS. Sie beschreiben, wie Verwundete, denen Ankara Schutz zugesagt hatte, stundenlang an der Grenze abgewiesen wurden, vier von ihnen starben. Sie beschreiben, wie die Türkei Teile der männlichen Bevölkerung Kobanes, die vor den Kämpfen flohen, als “Terroristen” interniert. Zugleich reisen immer noch westliche Dschihadisten über türkische Flughäfen ins syrisch-irakische Kampfgebiet. Mehr Doppelmoral geht nicht.”

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20.54 Uhr

Hans-Christian Ströbele, MdB der Fraktion Bündnis90/DieGrünen “20000 werben heute Sympathie für Überlebenskampf kurdischer Kämpfer in Kobane. Das darf nicht strafbar sein. Deshalb Aufhebung PKK-Verbot.”

Twitter

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18.02 Uhr: Ban Ki-moon: Verhindert ein Massaker in Kobanê

UN Generalsekretär Ban Ki-Moon hat seine äußerste Besorgnis aufgrund eines drohenden Massakers und erklärte weiter: “Ich appelliere an alle Seiten,das Notwendige zu unternehmen, um ein Massaker zu verhindern.
Ban Ki Moon, der auf der internationalen Konferenz für den Wiederaufbau von Gazza in Kairo zu Wort kam, äußerte in seiner Rede u.a.: “Ich wiederhole meine große Besorgnis aufgrund der kritischen Situation in Kobanê. Aufgrund der andauernden Angriffe des Islamischen Staates befinden sich tausende von Menschenleben in Gefahr.”
Bereits gestern äußerte Catherine Ashton, EU-Kommissarin für Außenbeziehungen: “Wir sind aufgrund der bestehenden Sicherheitslage in Kobanê und den anderen kurdischen Gebieten in Syrien zu tiefste besorgt. Die Bevölkerung von Kobanê hat der internationalen Gemeinschaft hat seine Entschlossenheit gezeigt, um ihre Grundrechte – und werte zu verteidigen und gegen diese Barbarei Widerstand zu leisten.

ANF

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17:25 Uhr: Bayik: „Türkei wird nie gegen IS kämpfen“

“(…) Die Türkei wird nie wirklich gegen den IS kämpfen. Sie hat diese Terrorgruppe lang unterstützt. Türkische Spezialeinheiten koordinieren die IS-Angriffe auf Kobane. Ankara benützt den IS als Werkzeug, um die kurdische Revolution und die Selbstverwaltungsstrukturen in Rojava (syrische Kurdengebiete, Anm.) zu vernichten.(…)

KCK-Kovorsitzende Cemil Bayik im Interview mit Wieland Schneider (Die Presse)
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16.41 Uhr: Kouchner: In Kobanê haben wir uns ergeben

Der ehemalige französische Außenminister Bernard Kouchner kritisierte im Journal du Dimanche die internationale Gemeinschaft im Hinblick auf die politischen Umstände bzw. den Terror in Rojava aufgrund ihrer Passivität mit folgenden Worten: „In Kobanê kämpft die kurdische Bevölkerung an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien gegen die IS-Banden, die versuchen das Gebiet um Kobanê und die Stadt Kobanê selbst einzunehmen. Bereits im August haben die in Syrien kämpfenden Kurden einen heldenhaften Widerstand gegen die IS-Banden geleistet, als sie die Êziden, die auf den Berg Sengal vor den Angriffen der IS Banden geflohen sind, gerettet haben. Die Regierung in Ankara hingegen behauptet vorsichtig im Umgang mit den in Syrien kämpfenden Kurden sein zu müssen, da sie die Meinung vertreten, die in Syrien kämpfenden Kurden würden der PKK nahe stehen. Diese von Ankara betriebene Politik ist auf keinster Weise akzeptabel“. Mit folgenden Worten beendet Kouchner seinen Beitrag: „Dem Tod, der uns so nahe stehenden kurdische Bevölkerung zuzuschauen ist ein Skandal. Wir haben uns der Barbarei der IS in Kobanê ergeben. Mit was für einem Preis werden wir für unsere Feigheit belohnt? Mit Nichts“.

ANF

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16.35 Uhr: HDP-Abgeordneter Ayhan: Die Menschen aus Kobanê werden ausgenutzt, um eine Krise zu erschaffen

Die Banden des Islamischen Staates versuchen seit nun mehreren Wochen in Kobanê einzudringen. Seit dem 5. Oktober gibt es bis heute andauernde Straßenkämpfe in Kobanê. Am 5. Oktober wurden 274 Zivilisten, darunter Frauen, Kinder, ältere Menschen, Ärzte sowie Journalisten evakuiert und seitdem in einer Sporthalle des angrenzenden Stadtteils Suruc/Urfa in der Türkei, ohne jegliches Prozedere, festgehalten. Die Zivilisten sind Beleidigungen ausgesetzt, werden erniedrigt und misshandelt. Aufgrund dieser schlechten Lebensumstände treten sie in den Hungerstreik und fordern ihre Freilassung. Der Abgeordnete der HDP (Demokratische Partei der Völker) der Stadt Urfa, Ibrahim Ayhan, setzte sich mit Regierungsbeamten der Türkei an einen Tisch, um die vor Ort vorherrschende Situation zu besprechen und forderte die Freilassung der Zivilisten. Ibrahim Ayhan sagte, dass die festgehaltenen Zivilisten als Schuldige behandelt werden und schlechten Lebensbedingungen ausgesetzt seien. Laut den Regierungsbeamten würden die Zivilisten in den kommenden Tagen freigelassen werden, allerdings wirkt dies für Ibrahim Ayhan wie eine Hinhaltestrategie, denn seiner Meinung nach nutzt der türkische Staat die Menschen aus Kobanê aus um eine Krise zu erschaffen.

„Die aus dem Krieg geflohenen Zivilisten sind einer Tragödie ausgesetzt. Die türkische Regierung behauptet bei jeder Gelegenheit, den Menschen aus Kobanê zu helfen, allerdings entspricht das nicht der Wahrheit. Ganz im Gegenteil, die Zivilisten werden von der Regierung schikaniert. Am 5. Oktober war ich vor Ort, als die Flüchtlinge in Suruc aufgenommen wurden. Ihnen wurde gesagt, sofort freigelassen zu werden. Allerdings werden sie nun seit einer Woche festgehalten. Diese Menschen haben nichts mehr und wissen auch nicht wo sie hingehen können; diesen Umstand nutzt die Regierung aus, schikaniert sie und versucht über die Menschen aus Kobanê eine Krise in der Türkei zu erschaffen“, so Ibrahim Ayhan.

ANF

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16.14 Uhr: Festnahmewellen in Nordkurdistan – Auch drei deutsche Journalisten festgenommen

Gestern (am 11. Oktober 2014) wurden am späten Nachmittag die drei in Deutschland lebenden und freiberuflich tätigen Fotojournalisten Ruben Martin Neugebauer, Björn Kietzmann and Christian Grodotzki von der türkischen Polizei in Diyarbakir festgenommen. Sie berichteten dort über die Situation in der Ost-Türkei. Die Polizei wirft unseren Kollegen (mit deutschen bzw. internationalen Presseausweisen), die für deutsche und internationale Zeitungen arbeiten, vor, “Spione” und “Provokateure” zu sein. Im Moment befinden sie sich Gefängnis “Tem Sube Müdürlügü” in Diyarbakir und werden verhört.

Desweiteren will die Polizei sie vor ein Gericht stellen – verbunden mit dem Worst-Case Szenario einer Abschiebung und dem Verbot einer Wiedereinreise in die Türkei. Die deutsche Botschaft, das Außenministerium und Reporter ohne Grenzen wurden informiert. Kollegen versuchen im Moment in Diyarbakir weitere Informationen zu den Umständen  ihrer Verhaftung zu erhalten. Chris, Ruben und Björn wünschen sich Unterstützung der Medien, um Druck auf die türkische Regierung auszuüben. Seit den Gezi-Protesten wurde die Pressefreiheit in der Türkei auch für ausländische JournalistInnen stark eingeschränkt, was bereits in der Vergangenheit zu internationaler Kritik führte.Wir fordern den türkischen Staat auf, die Pressefreiheit zu respektieren und grundlegende Rechte von JournalistInnen zu achten, um über die Situation in der Ost-Türkeit berichten zu können.

Für Nachfragen und weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Bejamin Hiller, der seit 2008 aus freiberuflicher Fotograf im Kontext von Koflikten arbeitet. info@benjamin-hiller.com

Die UntestützerInnen-Gruppe von Björn, Ruben und Christian
12. Oktober 2014, 14:40 Uhr, Berlin/Deutschland

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15.33 Uhr: Demonstranten in Kabul rufen zur Solidarität mit Kobanê auf

In der Hauptstadt Afghanistans protestierten heute rund 500 Menschen aufgrund des 13.Jahrestags des Kriegsbeginns durch die von den USA geführte Intervention im Jahr 2001. Die Demonstration, zu der die Solidarity Party of Afghanistan thematisierte auch den Widerstand von Kobanê und rief zur Solidarität mit dem Kampf gegen den IS auf.

CA

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14.42 Uhr: KCK warnt die Türkei vor weiterer Eskalation

Der Exekutivrat der Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans (KCK) hat in einer schriftlichen Erklärung die Haltung des türkischen Staates und der AKP- Regierung im Hinblick auf die Belagerung des Kanton Kobanês in Westkurdistan bewertet.

Der Exekutivrat der KCK  kritisierte  in einem scharfen Ton die Erklärungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und fuhr wie folgt fort: „Die AKP- Regierung und insbesondere der türkische Präsident Erdogan sollten mit den Feindseligkeiten gegenüber dem kurdischen Volk aufhören und den Status und den demokratischen Willen der Kurden in Rojava (Westkurdistan) respektieren. Es kann weder der Lösungsprozess voranschreiten noch wird unser Volk mit dem Widerstand aufhören. Kobanê ist sehr wichtig für den Lösungsprozess.“

In der schriftlichen Erklärung verdeutlichte die KCK noch einmal den Zusammenhang zwischen Kobanê und dem Lösungsprozess mit der türkischen Regierung. Die KCK betonte auch, dass die AKP- Regierung die Unterdrückungs- und Verleugnungspolitik aus den 1990er Jahren wieder erneuert hat und rief auf diese Politik unverzüglich zu beenden.

ANF

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14.39 Uhr: Asya Abdullah im Interview mit “Die Welt” – “Wir sind die wirksamste Kraft gegen den IS”

Die Lage in der von der IS-Terrormiliz belagerten Stadt Kobani verschärft sich. Eine Kurden-Vertreterin erklärt am Telefon, weshalb dieser Kampf ohne Waffen und ohne die Türkei nicht zu gewinnen ist.

Weiterlesen

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14.20 Uhr: YPG berichtet von den Kämpfen der letzten 24 Studen

Die YPG hat in einer schriftlichen Erklärung die Auseinandersetzungen der letzten 24 Stunden zusammengefasst. Darin heißt es, dass die Kämpfe im Westen, Süden und Osten von Kobanê in aller Härte weitergehen. Im Süden, wo derzeit die schwersten Auseinandersetzungen geführt werden, haben die Islamisten versucht mit einem Sprengstoff beladenen Fahrzeug die Verteidigungslinie der kurdischen Einheiten zu durchbrechen. Allerdings haben die Kräfte der YPG und YPJ das Fahrzeug rechtzeitig stoppen können.

Außerdem erklärte die YPG in ihrer Erklärung, dass die Islamisten die Verluste in ihren Reihen weiterhin durch Verlegung von IS-Kämpfern aus Dscharablus und Til Ebyad
zu füllen versuche.

ANF

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14.16 Uhr:  Zwei schwere Explosionen in Kobanê

Heute Morgen kam es zu zwei schweren Explosionen in Kobanê. Es wird berichtet, dass die Explosionen das Ergebnis der Luftangriffe der Anti-IS-Koalition gewesen seien. Örtliche Quellen berichten, dass dies bislang die beiden größten Explosionen in der Stadt gewesen seien.

Bereits gestern berichtete ein Sprecher der YPG, dass die letzten Luftangriffe der internationalen Koalition gegen IS Stellungen effektiv gewesen seien und dazu beigetragen hätten, die Islamisten zurückzudrängen.

ANF

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11.00 Uhr: “…Sie werden uns alle töten, das steht fest.”

ÖSTERREICH-Interview mit Idris Naasan, den politischen Sprecher für Auswärtige Angelegenheiten des Kantons Kobanê

Seit 27 Tagen leisten Kurden erbitterten Widerstand gegen ISIS-Milizen. Mehrmals stand die Stadt an der syrisch-türkischen Grenze kurz vor dem Fall. Idris Nassan ist Außenminister der Syrien-Kurden. Er harrt in Kobane aus. ÖSTERREICH sprach am Samstag mit ihm.

ÖSTERREICH: Steht Kobane vor dem Fall?
Idris Nassan: Nein, Kobane wurde noch nicht erobert. Es gibt intensive Straßenkämpfe, aber wir haben ihren Vormarsch gestoppt. Sie sind besser ausgerüstet, haben modernste Waffen und viel Nachschub aus Rakka und dem Irak. Aber: Kobane wird von uns nicht aufgegeben. Wir haben gute Kämpfer.

ÖSTERREICH: Wie wirkungsvoll sind die Luftschläge?
Nassan: Sie helfen uns sehr, seit Tagen wird intensiv bombardiert. Wir geben die Koordinaten der ISIS-Stellungen durch. Seither trifft die Allianz die ISIS-Panzer und -Fahrzeugkolonnen, die Nachschub bringen. Die Angriffe sind weitaus genauer geworden.

ÖSTERREICH: Was passiert, wenn Kobane fällt?
Nassan: Sie werden uns alle töten, das steht fest.

ÖSTERREICH: Es sollen Hunderte Leichen von ISIS-Kämpfern in den Straßen liegen?
Nassan: Wir versuchen, alle Toten zu begraben, oft geht das nicht – Heckenschützen, Bombardierungen.

OE24.AT

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10.30 Uhr: Proteste in der Türkei

Auch heute dauern die Anti-IS-Proteste in der Türkei an. In vielen Städten der Westtürkei und Nordkurdistans sind erneut Millionen von Menschen heute auf die Straße gegangen um gegen das drohenden Massaker der IS an der kurdischen Bevölkerung in Kobanê zu protestieren.
Dabei kam es erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der türkische Polizei.
Die Proteste dauern weiter an.

ANF

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10.00 Uhr: Neue Explosionen in Kobanê

Nach Luftangriffen der Koalitionskräfte kam es heute um 8:30 Uhr Ortszeit an zwei Punkten, die zu den IS-Stellungen gehören, zu Explosionen. Bei diesen soll es sich um die bisher größten Explosionen in Kobanê handeln.

ANF

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09.30 Uhr: Salafistische IS-Anhänger bedrohen deutsche Politiker

In Deutschland lebende Salafisten, die offenbar mit dem sogenannten Islamischen Staat sympathisieren, senden Morddrohungen an deutsche Politiker, die den IS-Terror verurteilen. So wird nach Angaben der Zeitung “Die Welt” dem hessischen Landtagsabgeordneten Ismail Tipi damit gedroht, seinen Kopf abzutrennen.
Die steigende Gewalttendenz von IS- Anhängern in Deutschland zeigte sich insbesondere in den letzten Tagen, in denen mehrere friedlich demonstrierender Kundinnen und Kurden Opfer von Gewalt radikaler Salafisten wurden.

ANF

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12.10.2014

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23.00 Uhr: Schweiz/Basel: Mehr als 10.000 demonstrieren in Solidarität mit Kobane

Auch in Basel sind am heutigen Tag mehr als 10.000 Menschen zusammengekommen, um gegen den Terror des sog. Islamischen Staates zu protestieren und sich mit dem Widerstand der kurdischen Selbstverteidigungseinheiten der YPG und der YPJ in Kobane zu solidarisieren. Die Demonstranten versammelten sich auf dem Messeplatz und zogen gegen vier Uhr nachmittags von Kleinbasel los in Richtung Barfüsserplatz. Neben Kurden, Türken, Aleviten, Assyrer und nahmen am Umzug auch zahlreiche Schweizerinnen und Schweizerteil.

ANF

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22.50 Uhr: Frankreich/Paris: Mehr als 17.000 Menschen in Solidarität mit Kobane

Am heutigen Tag zogen mehr als 17.000 Demonstanten durch Paris. Sie riefen unter der Parole “Leiste Widerstand, wir sind mit dir” zu Solidarität mit dem Widerstand in Kobane auf.

Um gegen den Terror des sog. IS zu protestieren und sich mit dem Widerstand der YPG und der YPJ in Kobane zu solidarisieren, haben nach einem gemeinsamen Aufruf von dutzende Organisationen 17.000 Kurden, Armenier, Suryoye, Berberis, Tamilen, Algerier, Morokkaner gemeinsam in Paris am Platz der Republik sich versammelt.

ANF

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22.40 Uhr: Australien/Sydney – 4.000 Menschen demonstrieren für Kobane

In Sydney gingen 4.000 Menschen in Solidarität mit Kobane und gegen IS auf dei Straße. Zuvor hatten AktivistInnen einen zweitägigen Solidaritätshungerstreik durchgeführt. An der Demonstration beteiligten sich auch viele australische Initiativen und Gewerkschaften.

ANF

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22.20 Uhr: Dänemark/Kopenhagen: Tausende Demonstranten solidarisieren sich mit Kobane

Während die IS-Terrormiliz seine Angriffe auf Kobane fort führt, gehen viele Demonstanten in Europa für Solidaritaet mit Kobane auf die Straße. In Kopenhagen haben Tausendihren Protest auf einer Großdemonstration gezeigt. Eine weiter Großdemonstration fand in Helsinki/Finnland statt.

ANF

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19.54 Uhr: “Der Korridor ist unsere offizielle Forderung”

Der Sprecher für Auswärtige Angelegenheiten des Kantons Kobanê, Îbrahîm Kurdo, der selbst auch aktiv am Widerstand von Kobanê teilnimmt, betont in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Hawarnews, dass eine der Hauptforderung der Bevölkerung Kobanês ein unter UN-Kontrolle gestellter Korridor nach Kobanê ist. “Dieser Korridor sollte weder unter der Kontrolle der Türkei noch eines anderen Staates stehen, sondern unter Kontrolle der Vereinten Nationen,” betont Kurdo. “An der Grenze sterben Verletzte, weil sie nicht rechtzeitig in die Türkei gelassen werden, Medikamente sind eine Mangelware und auch an Nahrungsmitteln mangelt es.” Der Korridor sei ein weiterer wichtiger Beitrag zum Kampf gegen den IS. Nur wenn es möglich sei, diesen Weg nach außen zu sichern, könne die Zivilbevölkerung Kobanês vor weiteren Massakern beschützt werden. Îbrahîm Kurdo weiter: “Dass Kobanê derzeit nicht fällt, heißt nicht, dass kein Massaker stattfindet. Seit dem 25.September werden wir mit schwerstem Geschütz von der IS-Bande angegriffen. Viele Menschen Kobanês sind bei diesen Angriffen bereits ums Leben gekommen. Die Luftangriffe haben uns kurze Verschnaufpausen gegeben und sind ein gutes Mittel. Aber ohne die Errichtung eines Korridors wird dies ein sehr langwieriger Kampf. Dieser Korridor muss so schnell es geht aufgestellt werden. Wer sich dagegen ausspricht, unterstützt leider die Angriffe des IS auf die Bevölkerung Kobanês.”

ANF

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18.20 Uhr: Mehrere zehntausend Menschen gehen in Silopi gegen den IS auf die Straßen

Auch in Nordkurdistan halten die Proteste gegen den IS weiter an. Heute versammelten sich in der Stadt Silopi mehrere zehntausend Menschen, um gegen den IS und gegen die Unterstützung der AKP-Regieurng für die Islamisten zu protestieren. Bei der Demonstration kam es zu keinen Zwischenfällen mit den türkischen Sicherheitskräften.

ANF

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18.14 Uhr: Mehr als 80.000 Menschen demonstrieren in Düsseldorf gegen den IS

Pressemitteilung von Civaka Azad

In Düsseldorf sind am heutigen Tag mehr als 80.000 aus ganz Deutschland und Europa zusammengekommen, um gegen den Terror des sog. Islamischen Staates zu protestieren und sich mit dem Widerstand der kurdischen Selbstverteidigungseinheiten der YPG und der YPJ  zu solidarisieren.

Die Demonstranten reisten aus der gesamten Bundesrepublik mit Bussen, Autos und mit der Bahn nach Düsseldorf. Vielerorts machten sich die Menschen bereits in der Nacht mit angemieteten Bussen auf den Weg. Bereits um 10 Uhr versammelten sich tausende Menschen auf der Festwiese in Düsseldorf-Oberkassel, wo der Protest mit einer Auftaktkundgebung ihren Anfang nahm. Die Menge wuchs bis kurz vor 12 Uhr auf rund 40.000 Menschen an. Als der Kopf des Zuges sich kurz nach 12 Uhr über die Oberkasseler Brücke in Bewegung setzte, waren weiterhin viele tausend Menschen auf dem Weg zur Demonstration. Als  der vordere Teil der Demonstration bereits zur Zwischenkundgebung am Burgplatz angekommen war, konnte sich der Schluss der Demonstration erst von der Festwiese aus in Bewegung setzen. Zwischenzeitlich hat der Demonstrationszug eine Länge von rund 3 Kilometern angenommen. Die Abschlusskundgebung wurde ab etwa 14 Uhr vor dem Landtagsgebäude abgehalten. Der Platz füllte sich schnell, sodass die Polizei aus Sicherheitsgründe den hinteren Teil der Demonstration an der Rheinpromenade stoppte und nicht zur Abschlusskundgebung vorließ. Auf der Abschlusskundgebung sprachen unter anderem der Kovorsitzende der Partei der Demokratischen Einheit (PYD) Salih Muslim zur Menge. Auch der Vorsitzende des Kantons Kobanê Enver Muslim sprach über eine Telefonschalte zu den anwesenden Menschen und berichtete von vor Ort über die aktuelle Lage in der Stadt. Im Namen der Linkspartei hielt der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Gehrcke bei der Abschlusskundgebung eine Rede, in welcher er unter anderem die Aufhebung des PKK-Verbots in  Deutschland forderte.

Zu der Demonstration hatten neben NAV-DEM (demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland) 36 weitere Organisationen und Vereine aufgerufen.

Die Polizei hatte vor der Demonstration mit etwa 12.000 Teilnehmern gerechnet. Im Laufe des Tages korrigierte sie diese Zahl auf 21.000 Demonstrationsteilnehmer hoch. Die Veranstalter sprechen von bis zu 100.000 Teilnehmern der Demonstration. Wir haben mit mehreren Personen den gesamten Demonstrationszug auf Höhe der Oberkasseler Brücke an uns vorbeiziehen lassen und kommen deshalb zu dem Schluss, dass es sich bei den Teilnehmern um mehr als 80.000 Menschen gehandelt haben muss. Die Zahl der Veranstalter ist somit weitaus realistischer als die Zahl, die von der Polizei bekannt gegeben wurde.

CA

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14.49 Uhr: Menschen aus Kobanê in der Türkei in Turnhalle festgehalten

274 Menschen, die aufgrund der Kämpfe in Kobanê in die Türkei flüchten mussten, werden weiterhin vom türkischen Staat in einer Turnhalle festgehalten. Unter ihnen befinden sich neben Kindern und älteren Menschen auch Journalisten aus Kobanê. Seit sechs Tagen werden diese Menschen nun von den türkischen Sicherheitskräften festgehalten.

ANF

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14.37 Uhr: Versammlungsort der Düsseldorfer Demonstration überfüllt

Die Düsseldorfer Polizei lässt derzeit aus Sicherheitsgründen keine weiteren Menschen mehr aus der Demonstration in Richtung Abschlusskundgebung weiterlaufen. Tausende Menschen können deshalb an der Rheinpromenade nicht weiterlaufen. Derzeit berichtet der Kovorsitzende des Kantons Kobanê Enver Muslim den Anwesenden per Telefonschalte live aus der Stadt über die Situation in Kobanê. Schätzungen über die Teilnehmerzahlen reichen mittlerweile bis zu 100.000. Die von einigen Pressevertretern angegebenen Zahlen von 20.000 sind stark untertrieben.

CA

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14.20 Uhr: Aktuelles Interview mit Asya Abdullah über die Lage in Kobanê (Teil 2)

Der türkische Staat behauptet, dass es in Kobanê keine Zivilisten mehr gibt. Stimmt das?

Tausende Zivilisten sind noch in der Stadt. Sie unterstützen den Widerstand. Auch die gesamte Verwaltung des Kantons Kobanê ist weiterhin hier. Es sind dutzende Familien, welche ihre Angehörigen, die in den Reihen der YPG und YPJ kämpfen, nicht alleine lassen wollen und deswegen die Stadt nicht verlassen. Bislang sind 15 Zivilisten durch die Angriffe ums Leben gekommen.

Hat der IS Zivilisten entführt?

Wir gehen von hunderten Menschen aus, die sich in der Hand des IS befinden. Dabei handelt es sich vor allem um Menschen aus den umliegenden Dörfern von Kobanê, die nicht rechtzeitig fliehen konnten. Darunter befinden sich auch Kinder. Es gibt Meldungen, dass der IS ein Teil der Kinder wieder freigelassen hat. Aber bis zu 30 Kinder gelten noch als vermisst und wir gehen davon aus, dass sie sich in den Händen des IS befinden.

Ihr habt die Forderung, dass ein Korridor nach Kobanê errichtet werden soll. Kannst du uns dazu was sagen?

Der IS greift mit schweren Waffen an. Damit wir uns und die Zivilisten hier besser verteidigen können, haben wir mehrfach erklärt, dass die Errichtung eines Korridors notwendig ist.  Die Luftangriffe sind wichtig. Aber damit wir den Widerstand auch hier führen können, brauchen wir einen Korridor. Über diesen sollte dann sowohl der Waffennachschub ermöglicht werden, aber auch Lebensmittel und humanitäre Hilfe. Der IS kontrolliert derzeit die Nachschubwege und die Wasserdepots, deswegen können wir hier auch nicht die Bedürfnisse für das Überleben der Menschen sichern. Um diese Umzingelung zu brechen, brauchen wir dringen einen Korridor.

Habt ihr diese Forderung auch an die internationalen Ansprechpartner gerichtet?

Das haben wir getan. Es gibt auch Institutionen, die derzeit über die Forderung sprechen. Wir hoffen, dass dies bald zu einem positiven Ergebnis führt.

ANF

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14.13 Uhr: Aktuelles von der Demonstration in Düsseldorf (Update)

Die Menschen derzeit zum Ort der Abschlusskundgebung am Landtag. Der Platz ist bereits überfüllt, obwohl die gesamte Demo noch nicht am Ziel angekommen ist.

 

 

13.29 Uhr: Aktuelles von der Demonstration in Düsseldorf

Obwohl Kopf der Demonstration sich vor rund 90 Minuten in Bewegung gesetzt hat, gibt es weiterhin Menschen, die sich noch am Ort der Auftaktkundgebung auf der Festwiese befinden und darauf warten, loslaufen zu können. Schätzungen über die Teilnehmerzahlen reichen bis zu 80.000. Die Polizei spricht hingegen von 17.000 Menschen.

CA

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13.10 Uhr: Aktuelles Interview mit Asya Abdullah über die Lage in Kobanê (Teil 1)

In den letzten Tagen soll die IS weitere Kampfeinheiten in Richtung Kobanê verlegt haben. Es wird auch berichtet, dass junge Araber vom IS zum Kampf in Kobanê gezwungen werden. Was kannst du uns dazu berichten?

Der IS hat große Verluste in seinen Reihen zu verzeichnen. Deswegen werden ständig neue Kämpfer aus Städten wie Minbic, Dscharābulus  Raqqa, Tel Ebyad und Eyn İssa nach Kobanê beordert. In den letzten Tagen haben wir auch mehrfach davon gehört, dass der IS junge Menschen aus den Gebieten, die sie unter ihrer Kontrolle hat, belügt und sie anschließend zum Kampf zwingt. So soll vielen Jugendlichen gesagt worden sein, dass der IS bereits Kobanê eingenommen habe und die Jugendlichen die Stadt plündern dürften. Angekommen in Kobanê müssen sich diese Jugendlichen dann dem Kampf anschließen.

Gibt es Reaktion aus der arabischen Bevölkerung gegen diese Praxis des IS?

Ja, die gibt es. Viele arabische Familien haben sich bereits zur Flucht aus den IS Gebieten entschieden, weil sie fürchten, dass auch ihre Kinder ihnen von den Islamisten entrissen werden. Die Banden des IS terrorisieren also auch die arabische Bevölkerung. Uns wird auch berichtet, dass der IS in vielen Städten über Moscheelautsprecher die Menschen dazu aufruft, sich dem Krieg und dem Dschihad anzuschließen.

Gib es einen Aufruf, den du an die arabische Bevölkerung an dieser Stelle richten möchtest?

Wir halten an unserem gesellschaftlichen Projekt der Demokratischen Autonomie fest. Und dieses Projekt sieht das demokratische Zusammenleben aller Völker der Region vor. In unseren Kantonen leben verschiedene Religions- und Volksgruppen friedlich miteinander und die YPG und die YPJ verteidigen alle diese Gruppen. Egal welche dieser Gruppen angegriffen wird, die Verteidigungseinheiten sind für die Verteidigung aller Gemeinschaften in unseren Gebieten bereit.  Wir appellieren an die arabische Bevölkerung, sich nicht von der Politik des IS instrumentalisieren und sich in keinen Kampf zwischen den Volks- und Religionsgruppen hineinziehen zu lassen. Der IS verübt nicht nur ein physisches Massaker an den Menschen dieser Region, er will auch den Gedanken der Völkerverständigung auf diesem Boden vernichten.

ANF

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12.37 Uhr: YPG: IS greift Zivilisten in Außenbezirken von Kobanê an

Das Pressezentrum der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) erklärt, dass der Vormarsch des IS nach Kobanê infolge der nächtlichen Kämpfe derzeit gestoppt werden konnte. Allerdings setzen die Islamisten aktuell zivile Siedlungsgebiete in den Außenbezirken Kobanês unter starken Raketenbeschuss. Auch seien mehrfach gezielte Schüsse auf Zivilisten durch den IS abgefeuert worden.
Die YPG erklärte auch, dass die Luftangriffe der letzten Tage effizient gewesen seien. “Diese müssen aber verstärkt fortgesetzt werden, damit die Angriffe des IS komplett gebrochen werden können”, heißt es in der Erklärung.

ANF

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12.16 Uhr: Demonstration in Düsseldorf setzt sich in Bewegung

Nach ersten Schätzung haben sich bislang in Düsseldorf zu der bundsweiten Demonstration für die Solidarität mit dem Widerstand von Kobanê bis zu 40.000 Menschen zusammengefunden. Die Demonstration, zu der 37 Organisationen aufgerufen hatten, setzt sich derzeit von dem Ort der Auftaktkundgebung an der Festwiese in Bewegung. Tausende Menschen befinden sich noch auf dem Weg und werden sich wohl erst im Verlauf der Demonstration dem Zug anschließen können.

CA

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12.02 Uhr: Meldungen über Einnahme des kurdischen Hauptquartiers in Kobanê durch IS nicht richtig

Gestern wurde in verschiedenen Medien die Meldung verbreitet, dass die kurdischen Verteidigungseinheiten ihr Hauptquartier in Kobanê an die Kämpfer des Islamischen Staat (IS) verloren hätten. Nach aktuellen Informationen, die wir erhalten haben, entspricht diese Meldung nicht der Wahrheit. Auch der kurdische Politiker Idris Naasan berichtete in einem Interview, dass es sich um eine Fehlmeldung handele. Die IS habe allerdings das Hauptquartier der Asayishkräfte (Polizei) unter ihre Kontrolle gebracht (siehe Liveticker 08.26).

CA

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11.13 Uhr: Kämpfe um Kobanê hielten auch letzte Nacht an

In allen drei Fronten kam es auch in der gestrigen Nacht um Kobanê herum zu heftigen Kämpfen zwischen dem IS und den kurdischen Verteidigungseinheiten. Kurdische Quellen berichten, dass die Einheiten der YPG und YPJ in der vergangenen Nacht nicht nur die Verteidigungslinien aufrecht gehalten , sondern auch Aktionen auf Stellungen des IS durchgeführt haben. Dabei sollen insgesamt zwei Fahrzeuge des IS zerstört und mehr als 70 IS Mitglieder getötet worden sein.

ANF

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10.54 Uhr: Die Junge Welt interviewt Abdullah Efe von NAV-DEM

IS-Straßenterror in Hamburg- »Angriff auf das friedliche Zusammenleben«

Organisierte Anhänger des Islamischen Staates (IS) haben am Dienstag Hamburger Kurden mit Baseballschlägern, Eisenstangen, Macheten und Messern angegriffen. Was ist genau passiert?

Am Dienstag abend attackierten zunächst rund 60 Anhänger und Sympathisanten des IS den kurdischen Verein in der Hamburger Innenstadt und versuchten, in die Räume einzudringen. Mehr als 20 Kurden, die das verhindern wollten, wurden dabei zum Teil schwer verletzt. Einige müssen immer noch auf der Intensivstation behandelt werden. Die von den Menschen im Verein gerufene Polizei kam erst nach 45 Minuten, obwohl ein Polizeirevier zwei Gehminuten entfernt liegt. Über mehrere Stunden konnten sich die Angreifer, deren Zahl auf etwa 300 anwuchs, vor den Augen der Polizei formieren und Menschen attackieren. In Celle kam es zu ähnlichen Angriffen. Für uns ist klar, dass Anhänger des IS versuchen, mit Gewalt und Brutalität auf deutschen Straßen die öffentliche Wahrnehmung zu prägen: wo Kurden sind, da gibt es Ärger. So könnte hier bald mehr über »Ausländergewalt« geredet werden als über friedliche Proteste und Solidarität mit den von IS-Kriegsverbrechen bedrohten Menschen in Kobani und der Region Rojava in Nordsyrien.

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10.39 Uhr: Cemil Bayik im Interview mit dem ARD-Hörfunkstudio

“PKK-Führer Bayik drohte im ARD-Interview mit einer Wiederaufnahme des Kampfes, sollten erneut Kurden bei Protesten in der Türkei getötet werden”, heißt es unter anderem im Interview.

Und an dieser Stelle vielleicht noch der Hinweis an die KollegInnen der ARD. Die PKK fordert nun seit über 20 Jahren keinen eigenen Staat mehr.

Der komplette Beitrag ist hier zu lesen

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10.29 Uhr: Weiterer Demonstrant in Wan ums Leben gekommen

Eine weitere Person in Wan (Van) ist an seinen Verletzungen, die ihm bei der Demonstration für Kobanê am 9. Oktober zugefügt worden war, gestorben. Der Demonstrant wurde durch einen Schuss, der von Polizisten auf die Demonstranten abgefeuert wurde, schwer verletzt. Obwohl er rechtzeitig ins staatliche Krankenhaus von Wan eingeliefert wurde, konnte er nicht mehr gerettet werden.

ANF

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08.34 Uhr: Heute bundesweite Demonstration zur Solidarität mit Kobanê in Düsseldorf

Zehntausende Menschen aus ganz Deutschland reisen derzeit nach Düsseldorf, um dort gemeinsam ein Zeichen der Solidarität mit dem Widerstand in Kobanê zu setzen. Aus vielen Städten sind Busse bereits in der vergangenen Nacht losgefahren. Die Auftaktkundgebung zur Demo findet auf der Festwiese in Düsseldorf-Oberkassel (Kaiser Wilhelm-Ring) ab 10 Uhr statt. Von dort aus wird sich die Demo um 12 Uhr in Bewegung setzen. Wir werden im Laufe des Tages immer wieder von der Demonstration hier berichten.

CA

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08.26 Uhr: “Die Welt” interviewt Idris Naasan, den politischen Sprecher für Auswärtige Angelegenheiten des Kantons Kobanê

“Mit Sicherheit wird Kobani nicht fallen”

Die Kurden versuchen verzweifelt, die Stadt Kobani vor dem IS zu retten. Der Politiker Idris Naasan erzählt, um welche Gebäude besonders gekämpft wird – und wie die Zusammenarbeit mit den USA läuft.

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11.10.2014

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20.35 Uhr: Wichtige Statements aus der gestrigen Sendung von Maybrit Illner mit dem Thema “Siegeszug der Islamisten – schaut der Westen hilflos zu?

Martin Schulz: „Ich glaube man muss die Kurden mit Waffen ausrüsten, wenn wir auch mal sehen mit welchen Waffen sie gegen den hochgerüsteten Islamischen Staat kämpfen. Dann glaube ich müssen wir den Kurden helfen.“

Martin Schulz: „Eine Unterteilung in gute Kurden und schlechte Kurden ist nicht mehr machbar. Jetzt kämpft in Kobani ein Volk um sein nacktes Überleben.”

Ulrich Kienzle: „Es ist zwar ein Tabubruch, die PKK mit Waffen zu beliefern und sie nicht mehr für Terroristen zu halten. Aber [diejenigen], die Christen, die Eziden gerettet [haben], das waren eben genau diese Terroristen. Die bösen Kurden, die haben tatsächlich die entscheidende Rolle dabei gespielt.“

Ulrich Kienzle: „Die Amerikaner lassen die Kurden hängen – aus Rücksicht auf den Nato-Partner Türkei.”

CA

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20.27 Uhr: Reporter ohne Grenzen fordert Freilassung der Journalisten aus Kobanê

“According to Diyarbakir’s Free Journalists’ Association (ÖGC), around 20 employees of Kurdish and Kobane media have been in police custody in Suruç* since 6 October. In all, around 160 people have been arrested on entering Turkey from Syria and are being held at a sports centre in Suruç pending interrogation.”

Lesen Sie hier die volle Erklärung

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19.37 Uhr: Kriegserklärung vom türkischen Staatspräsidenten Erdogan

Nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen türkischen Sicherheitskräfte, islamistischen Paramilitärs und kurdischen Demonstranten äußerte sich heute der türkische Staatspräsident zu den Vorfällen.
Erdogan erklärte, dass man kein Professor zu sein bräuchte, um zu wissen, wer hinter den Protestaktionen gegen die IS-Angriffe und die Haltung der AKP Regierung stecke. Weiter erklärte er: „Wollt ihr immer noch Schutzschilder halten? Nichts für ungut, aber hier soll uns niemand belehren. Ab sofort kann sich niemand mehr mit Schutzschildern vor unsere Polizisten und Soldaten stellen. Unsere Polizei und unser Militär werden das Notwendige unternehmen. Ein großer Staat wird sich gewaltsamen Protesten nicht ergeben. Ich sage es offen, sowohl nach innen und außen, wir sind es, die unsere Politik bestimmen. Kein anderes Land der Welt kann diese bestimmen.“
Mit den Worten, „Als Staat haben wir derzeit mit all unseren Institutionen die Entschlossenheit, alles Notwendige zu unternehmen. Koste es was es wolle. Wir werden auf die Weise, die von denen verstanden wird, voranschreiten.“, beendete Erdogan sein Statement.

ANF

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18.55 Uhr:  Schwere Gefechte im Süden und Osten Kobanês
Die andauernden Gefechte zwischen der IS Terrormiliz und den kurdischen Widerstandskämpfern haben am Abend an neuer Intensität gewonnen. Lokalen Beobachtungen der Nachrichtenagentur Hawar zufolge sollen heute Nachschublieferungen von Waffen und Munition an die IS-Terroristen beobachtet worden sein. Anschließend kam es zu intensiveren Angriffen der IS-Mörderbande an der Süd- und Ostfront der Stadt.
ANF

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18.01 Uhr: Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu solidarisiert sich mit den Menschen aus Kobanê
Im südafrikanischen Capetown gingen heute mehrere Südafrikanerinnen und Südafrikaner auf die Straßen um gegen die IS-Angriffe auf Kobanê zu protestieren. Dabei wurde die Haltung der internationalen Gemeinschaft verurteilt. “Die Weltgemeinschaft müsse schnell die notwendigen Schritte unternehmen, um ein Massaker an der kurdischen Bevölkerung in Syrien zu verhindern”, erklärte eine Demonstrationsteilnehmerin.
Mit dabei als Unterstützer bei der Solidaritätskundgebung war der ehemalige Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu.

Capetown

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17.08 Uhr: IS ermordet einen Zivilisten in Kobanê

Während der IS bei seinen Versuchen weiter in das Stadtzentrum von Kobanê vorzudringen derzeit keinen Erfolg hat, haben die Islamisten begonnen die Zivilisten in der Stadt ins Visier zu nehmen. So wurde ein Dorfbewohner östlich von Kobanê durch einen gezielten Schuss des IS gegen 16 Uhr Ortszeit ermordet. Die Dorfbewohner berichten, dass sie sich aus Angst vor den Islamisten nicht in die Nähe des Leichnams der ermordeten Person trauen.

ANF

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16.49 Uhr: UN möchte Errichtung eines Korridors auf türkischem Staatsgebiet

Die Vereinten Nationen (UN) fordert die Türkei dazu auf, die Errichtung eines Korridors um Kobanê zuzulassen, damit freiwillige Kämpfer die Grenze nach Kobanê passieren können.

Staffan De Mistura, Sonderbeauftragter der UN für Syrien, erklärte aus Genf, dass die Türkei die Errichtung eines Korridors zulassen müsse, damit man einem möglichen Massaker des IS an der kurdischen Bevölkerung in Kobanê, verhindern kann.

„Eine Entscheidung der UN kann den IS nicht stoppen. Jedoch appellieren wir an die Türkei, die notwenigen Schritte zu tätigen, damit der Vormarsch des IS gestoppt werden kann. Ansonsten wird die Türkei und wir alle Zeuge eines grausamen Massakers an Zivilisten.“, so De Mistura weiter.

ANF

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15.54 Uhr: Initiative in Argentinien für Solidarität mit Kobanê

Auch in Lateinamerika gibt es Solidaritätskundgebungen mit Kobanê. Die “Großmütter der Plaza de Mayo” (Abuelas de Plaza de Mayo) haben ihre wöchentliche Aktion in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires dem Kampf in Kobanê gewidmet. Neben den Mitgliedern der Initiative waren auch Vertreter des Kurdistan-Solidaritätkomitees anwesend. Bei der einstündigen Aktion wurden Plakate mit Slogans wie “Wir stehen neben der Bevölkerung Kobanês, die gegen den IS, den Imperialismus, die NATO und die Türkei kämpft” getragen.

ANF

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15.51 Uhr: Großdemonstration in Wien heute Abend

Auch in Wien findet am heutigen Abend aus Solidarität mit Kobanê eine Großdemonstration statt. Um 17Uhr soll am Europaplatz (Wien-Mariahilf) losgehen. Gegen etwas 21Uhr wird es dann eine Abschlusskundgebung am Ballhausplatz geben.

Verband der Kurdischen Vereine in Österreich – FEYKOM

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15.45 Uhr: Angriff mit Sprengstoff beladenem Fahrzeug auf Kobanê

Der YPG zufolge gab es um 16.00 Uhr an der Ostfront einen Angriff des IS mit einem Fahrzeug, der mit Sprengstoff beladen war. Die YPG-Kräfte haben das Fahrzeug rechtzeitig zerstören können. Laut der YPG versucht die IS mit solchen Methoden die Verteidigungslinien brechen.

ANF

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15.42 Uhr: YPG: Vier Angriffe abgewehrt – starker Raketenbeschuss auf das Stadtzentrum

Laut Angaben der YPG haben die Kämpfe mit dem IS in Kobanê über die gesamte Nacht weiter angehalten. Die Kämpfe in der vergangenen Nacht haben sich auf die östliche und südliche Front der Kampflinien konzentriert. Dabei sollen mindestens 37 Mitglieder des IS getötet worden sein.

Am Morgen darauf haben sich die Auseinandersetzungen erneut intensiviert. Allein seit heute Morgen haben die Islamisten vom Osten her vier Vorstöße versucht, die von den Einheiten der YPG und YPJ zurückgeschlagen werden konnten.
Des Weiteren teilte das Pressezentrum der YPG am heutigen Tag mit, dass in den vergangenen 24 Stunden auch fünf Kämpferinnen und Kämpfer bei den Kämpfen in Reihen ums Leben gekommen sind. “Weil die Versuche des IS, weiter in die Stadt  hinein zu dringen, an unserem Widerstand gescheitert ist, setzen sie seit heute Morgen verstärkt auf Raketenbeschuss in das Stadtzentrum”, erklärte die YPG weiter.

ANF

 

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15.15 Uhr: Wichtige Information zur morgigen Demonstration in Düsseldorf

Bundesweite Demonstration in Düsseldorf: Solidarität mit dem Widerstand von Kobanê

ACHTUNG: Veränderter Auftaktort!!!

Der Auftakt der Demonstration wird auf der Festwiese in Düsseldorf-Oberkassel (Kaiser-Wilhelm-Ring, 40545 Düsseldorf) ab 10.00 Uhr stattfinden.
Ab 12:00 Uhr wird dann die Demosntration nach einer Auftaktkundgebung von der Festwiese in Düsseldorf Oberkassel aus in Bewegung setzen. Am Burgplatz wird es eine Zwischenkundgebung geben und ihren Abschluss wird Demonstration vor dem Landtag abhalten.

Auch der PYD Co-Vorsitzende Salih Muslim wird auf der morgigen Demonstration für Kobanê in Düsseldorf anwesend sein und auf der Abschlusskundgebung zu den Anwesenden sprechen.

NAV-DEM

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14.59 Uhr: Gemeinsame Erklärung von HDP, DTK und DBP

Die Kovorsitzenden der drei Organisationen HDP, DTK und DBP haben eine gemeinsame Erklärung zu den Protesten aufgrund der Lage in Kobanê seit dem 6. Oktober veröffentlicht. Im Folgenden einige wichtige Aussagen:
“Die aufgrund der Umzingelung von Kobanê durch den IS entstandenen Entwicklungen haben schlimme Dimensionen erreicht. Die kritische Situation von Kobanê dauert weiter an. Die Angriffe der IS mit schweren Waffen zur Eroberung des Grenzübergangs Mürşitpınar dauern an. Die Luftangriffe der Koalitionskräfte haben wenig Wirkung und sind weit von einem Ergebnis entfernt.”

“Wir halten es für notwendig und wichtig, dass unsere Bevölkerung für Kobanê auf die Straßen geht, um sich zu solidarisieren und Öffentlichkeit zu schaffen. Doch es gibt Strukturen, die auf diese Proteste warteten, um sie zu instrumentalisieren und die Situation als Chance zu nutzen, um einen Bürgerkrieg zu erschaffen. Wenn wir auch nicht klar wissen, wer hinter den Provokationen steht, ist es sicher, dass diese nicht die Lasten des Friedensprozesses auf ihren Schultern tragen.”

“In diesem Rahmen erneuern wir unseren gestrigen Aufruf und Erklärung: Niemand soll an irgendeinem Ort Gewalt anwenden. Insbesondere der Angriff auf das Polizeigebäude in Bingöl und die darauffolgenden Gefechte, in deren Folge es zu Toten kam, ist eine ernstzunehmende Entwicklung. Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass es wichtig ist, dass diese Tat in Bingöl in all ihren Dimensionen untersucht wird.”

“Es ist möglich, gemeinsam die Grundlage von Massakern und Provokationen zu verhindern. Gleichzeit dazu kann auch eine Solidarität mit Kobanê stattfinden und die Probleme mit Dialog gelöst werden.”

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14.30 Uhr: Zwei weitere Tote in Amed

Bei den gestrigen Demonstrationen in Amed (Diyarbakir) aufgrund der aktuellen Situation in Kobanê sind zwei weitere Menschen von türkischen Sicherheitskräften ermordet worden. Der Vorfall ereiegnete sich im Stadtbezirk Bağlar, wo Polizisten am Abend das Feuer auf die Demonstranten eröffnete. Allein in Amed sind somit seit Anbeginn der Proteste gegen den IS 12 Menschen ermordet worden.

ANF

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13.55 Uhr: Drei weitere Verletzte aus Kobanê an türkischer Grenze verstorben

Aufgrund der Willkür des türkischen Militärs an der türkisch-syrischen Grenze bei Kobanê sind drei weitere Menschen, die bei den Auseinandersetzungen mit dem IS verletzt wurden, ums Leben gekommen. Der Versuch die drei Verletzten aus dem Kriegsgebiet herauszuholen und sie für die ärztliche Versorgung über die Grenze nach Suruç zu bringen, scheiterte an der Weigerung des türkischen Militärs. Erst nach dem Tod dieser Menschen wurde der Transport weiterer Verletzter aus Kobanê über die Grenze gestattet.

Unterdessen wurde auch bekannt, dass der Gouverneur von Suruç versucht die kurdischen Demonstranten im Grenzgebiet zu erpressen, indem er androht, er würde keine weiteren verletzten Personen über die Grenze lassen, wenn die Proteste im Grenzgebiet weitergehen.

ANF

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13.16 Uhr: Salih Muslim bei morgiger Demo in Düsseldorf

Der PYD Co-Vorsitzende Salih Muslim wird auf der morgigen bundesweiten Demonstration für Kobanê in Düsseldorf auch anwesend sein und auf der Abschlusskundgebung zu den Anwesenden sprechen.

Informationen zur morgigen Demonstration finden Sie hier.

CA

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13.09 Uhr

Die bisherigen Demonstrationstermine in Deutschland für den heutigen Tag:

FREITAG, 10. OKTOBER

BIELEFELD: Einwöchige Mahnwache am Jahnplatz, organisiert von Demokratik Güc Birligi
KÖLN: Mahnwache vor dem Dom
HILDESHEIM: Demonstration, Beginn 17 Uhr vor dem Hauptbahnhof
BONN: Infostand am Friedensplatz, 13-17 Uhr
VECHTA: Demonstration, Beginn 16 Uhr am Europaplatz
ERFURT: Hungerstreik am Hauptbahnhof
WEIMAR: Kundegebung am Hauptbahnhof, Beginn 14 Uhr
GÖTTINGEN: Mahnwache am Göttinger Mark und ab 18 Uhr Demonstation vom Zelt aus
MAGDEBURG: Demonstration ab 18 Uhr vom Hauptbahnhof aus
DRESDEN: Demonstration ab 18 Uhr, Treffpunkt am Karstadt (Prager Straße)
SIEGEN: Demonstration ab 17 Uhr, Treffpunkt Bismarkhalle
KAISERSLAUTERN: Kundgebung ab 15 Uhr am Hauptbahnhof, ab 17 Uhr beginnt von dort aus eine Demonstration
ASCHAFFENBURG: Demonstration ab 18 Uhr, Treffpunkt City-Galerie in der Goldbacherstraße

NAV-DEM

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12.35 Uhr

Sitzstreik in der SPD-Zentrale in Kassel

Der Verband der Studierenden aus Kurdistan – YXK teilt in eine Pressemitteilung mit, dass ca. 20 AktivistInnen in der SPD-Zentrale in Kassel eine Aktion des zivilen Ungehorsams in Form eines Sitzstreiks gestartet haben . Sie fordern die hessische Landesregierung auf, endlich Maßnahmen zu ergreifen, um das Massaker in Kobanê zu verhindern.

YXK

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12.30 Uhr

Berlin: Besetzung des türk. Senders Metropol FM – Solidarität mit Kobane!

Aktivisten melden: “Am Freitag den 10. Oktober haben 15 Aktivist_innen den türkischen Radiosender Metropol FM in der Markgrafenstr. 11 in Berlin besetzt.
Der Sender wird von zahlreichen Menschen gehört. Die Besetzer_innen fordern eine Beendigung der Unterstützung der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ durch die türkische Regierung.
Die Besetzer_innen wurden von Sicherheitskräften und Mitarbeiter_innen des Senders brutal angegriffen.”

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12.10 Uhr

Zwischenbilanz der Kobanê-Proteste in der Türkei

Der türkische Innenminister Efkan Ala nahm öffentlich Stellung zu der Zwischenbilanz der Proteste gegen den Islamischen Staat und die diesbezügliche Haltung der AKP-Regierung. Demnach kamen bei den Protesten bisher 31 Menschen ums Leben. Mehr als 350 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.1113 Gebäude und 1117 Fahrzeuge wurden in Brand gesetzt.

ANF

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11.55 Uhr

Österreich: SPÖ Parlamentsklub
Auf Initiative der SPÖ wurde im außenpolitischen Ausschuss des Nationalrats von Österreich mit den Stimmen aller Parteien das Recht zur “Selbstverteidigung” der Kurden in der umkämpften Stadt syrischen Kobane beschlossen. Außenminister Sebastian Kurz wird darin aufgefordert, sich international und bei “Staaten in der Region” für die Menschen im syrischen Grenzgebiet zur Türkei einzusetzen.
CA

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11.49 Uhr

Frankreich: Kommentar “Humanité”: Kampf um Kobane

Die französische Zeitung “L’Humanité” kritisiert die Haltung der Staatengemeinschaft zur nordsyrischen Stadt Kobane:
“Nicht eine Waffe für Kobane, nicht eine Geste für die Flüchtlinge, kein Warnschuss an die Adresse (des türkischen Präsidenten Recep Tayyip) Erdogans. Man fühlt sich an Pontius Pilatus erinnert. Ein Maurer wird an seiner Mauer gemessen. An ihren Taten sollte die Koalition gegen den IS gemessen werden, in der sich Staaten beteiligen, die den dschihadistischen Terror finanziert haben, Staaten, die im Irak und in Libyen Chaos gesät haben, Staaten wie Frankreich schließlich, die ihre Vorstellungen aus dem Vermächtnis und dem Vokabular von (dem früheren US-Präsidenten) George Bush schöpfen (…). Nein, Kobane kann nicht vergessen werden – weder heute, noch morgen.”

Humanité, AFP

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11.45 Uhr

“Deutschland als Hinterland für türkische Hizbullah-Konterguerilla?”

Aus aktuellem Anlass bezüglich der Entwicklungen in Nordkurdistan (Südostanatolien), wo die islamistische Hizbullahmiliz kurdische Demonstranten angreift und für Spannung in der Region sorgt, möchten wir auf einen Artikel von Dr. Nick Brauns verweisen, welchen er im Jahr 2011 für den Kurdistan Report verfasst hatte.

Deutschland als Hinterland für türkische Hizbullah-Konterguerilla – Blutspur nach Deutschland

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11.05 UHR

NORDKURDISTAN: WUT und WIDERSTAND halten an

Die Proteste in Nordkurdistan und der Türkei gegen die Angriffe der IS und der diesbezüglichen Politik der AKP-Regierung nehmen nicht ab. Im ganzen Land verleihen Millionen von Demonstranten ihre Wut gegenüber des türkischen Staates. Zudem wurde bezüglich des 16. Jahrestages gegen den Beginn des internationale Komplott protestiert. Kurdinnen und Kurden bezeichnen die Entführung von PKK Vorsitzendem Abdullah Öcalan als internationaler Komplott, der am 9.Oktober 1998 mit seiner Ausweisung aus Syrien began. Weiter kommt es vermehrt zu Angriffen von türkischen Sicherheitskräften. Polizei und Militär gehen dabei gemeinsam mit islamistischen IS-Anhängern gegen die Demonstranten vor. Bei den Auseinandersetzungen, bei denen oftmals mit scharfer Munition geschossen wird, kamen bisher mindestens 30 Personen ums Leben.
AMED
In Amed (Diyarbakir) gingen die Menschen trotz verhängter Ausgangssperre und Demonstrationsverbot auf die Straße. Dabei wurden die protestierenden Menschen mit Tränengas und Wasserwerfern von der Polizei angegriffen.
ŞIRNAK
In Sirnex (Sirnak) wurden von den Demonstranten mehrere Barrikaden erstellt. Auch hier gingen türkische Sicherheitskräfte mit Gewalt gegen die Demonstranten vor. Dabei machten mehrere Polizisten von ihren Schusswaffen Gebrauch..
VAN
Auch in Wan ging die türkische Polizei mit Helikoptern, Wasserwerfern und Tränengas gehen die demonstrierende Menschenmenge vor. Zudem wurde das Zentralgebäude der Demokratischen Partei der Regionen (DBP) mit einem Sturmgewehr beschossen. Auch wurde mit scharfen Kugeln wahllos auf die Menschenmenge geschossen. Indessen wurden 25 Personen festgenommen. Darunter viele Journalisten.
DOĞUBAYAZIT
In Doğubayazıt kam es zu Festnahmen von mindestens drei Personen. Entgegen der Angriffe staatlicher Sicherheitskräfte wurden einige Barrikaden errichtet.
ERZURUM
Auch in Erzurum kam es gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Dabei wurden zwei Menschen leicht verletzt.
MALAZGİRT
Auch in Malazgirt sagten die Demonstranten „Überall ist Kobanê, überall zum Widerstand“. Wie auch in anderen Regionen des Landes, ging auch hier die türkische Polizei mit roher Gewalt gegen die Demonstranten vor.
ARDAHAN
In Ardahan kam es zu einem Sitzstreik von Studierenden vor der Kars Zentralmoschee.
HAKKARİ
In Colemêrg (Hakkari) wurden mehrere minderjährige Jugendliche bei Protesten gegen das Verhalten der türkischen AKP-Regierung im Bezug auf Kobanê festgenommen und anschließend inhaftiert.
MARDİN
In Mêrdîn (Mardin), der an der syrischen Grenze gelegenen Stadt, kam es zu massenhaften Protesten. Nach der Beerdigungsfeier, des im Kampfe gegen die IS in Kobanê gefallenen YPG-Kämpfer Tunc, überquerten 16 Jugendliche die syrische Grenze und schlossen sich den Volksverteidigungseinheiten YPG an.
BİTLİS
Auch in Bitlis kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei, bei denen die türkischen Sicherheitskräfte mit Wasserwerfern und Tränengas vorgingen.
BATMAN
Batman gehört zu den Orten in der Türkei, in dem die Proteste das größte Ausmaß erreicht haben. Seit 4 Tagen protestieren die Menschen in Batman ununterbrochen gegen das Verhalten der türkischen AKP-Regierung. Auch hier kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Demonstranten.
ANF

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10.40 Uhr

Erdogan treibt ein übles Spiel auf dem Rücken der Kurden

Der türkische Präsident denkt nicht daran, den Verteidigern von Kobane zu helfen. Er verfolgt andere Ziele. Um sie zu erreichen, erpresst er unverhohlen die US-Regierung. „Eine dreckige Politik“ – findet nicht nur Claudia Roth
Analyse von Winfried Züfle, Augsburger Allgemeine Zeitung

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10.07 Uhr

Online-Petition für die Errichtung eines humanitären Korridors für Kobanê

Namhafte Erstunterzeichner wie Noam Chomsky, Murathan Mungan, Ahmet Ümit und Fatih Akın haben die Petition auf change.org, die an das türkische Parlament und an die türkische Regierung gerichtet ist, bereits unterzeichnet.

Der Aufruftext zur Petition lautet:

To the Grand National Assembly Of Turkey and its Goverment
We, the undersigned, are following the attacks of ISIS gangs against the people in Kobane (the Kurdish territory in the north of Syria) in Rojava with deep concern for days.
As is known, Kobane is surrounded by the heavy-armed ISIS gang members. We belive that Turkey has to open a humanitarian aid corridor in its own territory to transmit the humanitarian and military aid from the Iraqi Kurdistan Regional Government and other cantons in Rojava, which is the demand of the whole public, to stop the probable massacre.
Otherwise, we are all responsible of the probable massacre that might occur near us.

Zur Petition gelangen Sie hier

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09.33 Uhr

Festnahmewelle in Amed aufgrund Anti-IS Proteste

In Amed (DIyarbakir), wo es nun seit vier Tagen zu Protesten aufgrund des Terrors des IS in Kobanê kommt, hat die türkische Polizei auch in der vergangenen Nacht dutzende Wohnungen und Häuser gestürmt und Menschen festgenommen, die sich an den Demonstrationen beteiligt haben. Wie viele Menschen in der vergangenen Nacht festgenommen wurden, konnte noch nicht geklärt werden. Bereits in den Tagen zuvor hatten türkische Sicherheitskräfte in der Stadt mindestens 116 Menschen festgenommen.

ANF

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00.59Uhr

Asya Abdullah, Co-Vorsitzende der PYD, informiert Civaka Azad telefonisch über die aktuelle Lage in Kobanê

“In den frühen Morgenstunden haben sie (der IS) mit schwerem Geschütz einen heftigen Angriff auf Kobanê durchgeführt. Den ganzen Tag lang haben die Gefechte zwischen den IS-Milizen und der YPG angedauert. Es fanden Luftangriffe auf den IS statt. Der Pentagon hat die Erklärung abgegeben, dass es „Probleme gibt, die Stützpunkte des IS koordiniert zu treffen“, obwohl die YPG schon früher erklärt hatte, dass sie in dieser Hinsicht Unterstützung leisten können. Wie wir schon in der Vergangenheit dargestellt haben, ist für die Weiterführung des Widerstands gegen die grausamen Angriffe des IS auf Kobanê noch immer „ein Hilfskorridor“ dringend notwendig. Wir betonen, dass auf diesem Weg notwendige Hilfe für die in Kobanê Widerstand leistende Bevölkerung ankommen wird. Wir appellieren hierzu an die Allianz gegen den IS, unserer diesbezüglichen Forderung Achtung zu schenken.

Während sich auf dem Mistenur-Hügel die Gefechte mit schwerem Geschütz verstärken, sind sie (der IS) zur selben Zeit mit schweren Waffen in einige Stadtteile eingedrungen, wo derzeit die Angriffe und Straßenkämpfe weitergehen. Die YPG hat gegen die Offensive außerhalb der Stadt erfolgreich Widerstand geleistet. Der IS fügt mit dem schweren Geschütz jedoch größen Schaden an und es besteht die Gefahr eines Massakers an den in der Stadt verbliebenen Zivilisten. Daher muss die Allianz Luftschläge gegen Stützpunkte des IS weiterführen, wodurch deren schwere Waffen vernichten werden.

Zudem holt sich der IS aus Städten im Umland Kobanê’s wie Rakka, Menbic, Dscharabulus, Sarrin, Tal Abyad und Ain Issa ständig Nachschub und neue schwere Waffen. Wirkungsvolle Angriffe, die diesen Nachschub zum Erliegen bringen, sind notwendig. Solange dieser Nachschub nicht aufgespürt und vernichtet wird, werden die heftigen Angriffe nicht abnehmen. Ain Issa ist beispielsweise ein Zentrum, welches vorher in der Hand des Regimes war und wo es Panzer gibt. Dieses Zentrum ist nun mit allen militärischen Geräten unter Kontrolle des IS und wird jetzt gegen Kobanê eingesetzt werden.

Nach Informationen, die wir aus den arabischen Dörfern und Städten aus dem Umland Kobanê’s erhalten, nutzt der IS eine neue Methode zur Rekrutierung neuer Kämpfer. Gesagt wird; „Sie nehmen unsere Kinder und Jugendlichen mit, damit diese Sachen aus den in IS- Hände gefallene kurdische Dörfer plündern sollen, aber sie benutzen dies, um unsere Kinder in den Krieg einzuziehen.“ Es wird berichtet, dass das Nutzen dieser Methode durch den brutalen IS in den arabischen Dörfern und Städten eine neue Flüchtlingswelle in Gang gesetzt hat.”

CA

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00.52 Uhr

Termine für die nächsten Proteste in Deutschland

Wir als NAV-DEM rufen die kurdische Gesellschaft und die deutsche Öffentlichkeit dazu auf, sich mit dem Widerstand von Kobane zu solidarisieren und die intentionale Staatengemeinschaft angesichts des Schweigens zu verurteilen.
Aus diesem Grund rufen wir alle dazu auf, sich an unseren anstehenden Protesten und Demonstrationen zu beteiligen:

FREITAG, 10. OKTOBER

BIELEFELD: Einwöchige Mahnwache am Jahnplatz, organisiert von Demokratik Güc Birligi
KÖLN: Mahnwache vor dem Dom
HILDESHEIM: Demonstration, Beginn 17 Uhr vor dem Hauptbahnhof
BONN: Infostand am Friedensplatz, 13-17 Uhr
VECHTA: Demonstration, Beginn 16 Uhr am Europaplatz
ERFURT: Hungerstreik am Hauptbahnhof
WEIMAR: Kundegebung am Hauptbahnhof, Beginn 14 Uhr
GÖTTINGEN: Mahnwache am Göttinger Mark und ab 18 Uhr Demonstation vom Zelt aus
MAGDEBURG: Demonstration ab 18 Uhr vom Hauptbahnhof aus
DRESDEN: Demonstration ab 18 Uhr, Treffpunkt am Karstadt (Prager Straße)
SIEGEN: Demonstration ab 17 Uhr, Treffpunkt Bismarkhalle
KAISERSLAUTERN: Kundgebung ab 15 Uhr am Hauptbahnhof, ab 17 Uhr beginnt von dort aus eine Demonstration
ASCHAFFENBURG: Demonstration ab 18 Uhr, Treffpunkt City-Galerie in der Goldbacherstraße

SAMSTAG, 11. OKTOBER
BUNDESWEITE DEMONSTRATION IN DÜSSELDORF

SONNTAG, 12. OKTOBER
BERLIN: Demonstration ab 16 Uhr, Beginn am Herrmanplatz

NAV-DEM
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00.30 Uhr

Der berühmte kurdisch-iranische Regisseur Bahman Ghobadi, bekannt durch seine Filme „Zeit der trunkenen Pferde“ und „Rhino Season“, hat dem Ministerpräsidenten Ahmet Davutoğlu einen Brief über die Angriffe des IS auf Kobanê geschickt. Der Schluss des Briefes lautet wie folgt:
Geehrter Herr Ministerpräsident, der heutige Tag zählt und die Zeit arbeitet gegen uns. Die Rechnung von gebrochenen Versprechen und Unentschlossenheit wird uns alle teuer zu stehen kommen. Falls Sie die Schmerzen des in Kobani Gräueltaten erlebenden kurdischen Volkes fühlen können, ihre Schreie hören können, dann reichen Sie diesem ihre helfende, gütige Hand und öffnen Sie die Grenze, damit sich die Kurden aus der Türkei, auch wenn sie unbewaffnet sind, der Tyrannei der IS mit Fäusten, Steinen und Stöcken entgegenstellen können, denn sie drängen darauf, ihren Geschwistern auf der anderen Seite der Grenze helfen zu können. Öffnen Sie diese, damit die ganze Welt sieht, dass die Kurden ihr Land zu verteidigen nicht aufgeben haben, dass sie sich nicht gebeugt haben.
Geehrter Herr Davutoğlu, morgen kann es schon viel zu spät sein. Zu spät für Kobani, für Sie und für die Welt.
Bahman Ghobadi

Der vollständigen Brief ist hier

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10.10.2014

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Zu den Meldungen, die wir in den vergangenen zwei Tagen auf unseren Ticker gestellt hatten, gelangen Sie hier