Aufstand in Iran und Rojhilat

Berichte über mindestens 2.000 getötete Protestierende

Seit nunmehr zwei Wochen erlebt der Iran – besonders die kurdischen Gebiete in Rojhilat (Ostkurdistan) – die heftigsten Aufstände seit Jahren. Auslöser sind staatliche Gewalt, Misswirtschaft und jahrzehntelange Unterdrückung. Der Aufstand richtet sich gegen das islamistische Regime, das seit 1979 mit Repression, religiöser Bevormundung und ethnischer Diskriminierung herrscht. Was als Reaktion auf Gewalt und Not begann, ist zu einem landesweiten Aufbegehren gegen Entrechtung geworden. Während Zehntausende Menschen für Freiheit und ihre Rechte auf die Straße gehen, antwortet das Regime mit schwerster Gewalt.

Brutales Vorgehen und systematische Informationsblockade

Die Islamische Republik reagiert mit massiver Gewalt auf die Proteste. Trotz einer nahezu vollständigen Internetsperre, die große Teile des Landes von der Außenwelt abschneidet, kam es laut der Human Rights Activists News Agency (HRANA) allein am vergangenen Samstagabend zu Protesten in 184 Städten in Iran und Ostkurdistan. HRANA dokumentierte seit Beginn der Erhebungen über 2.400 Festnahmen, wobei die tatsächliche Zahl aufgrund der Informationsblockade vermutlich deutlich höher liegt.

Berichte über extreme Opferzahlen

Das Exilportal Iran International berichtet, dass innerhalb von nur 48 Stunden mindestens 2.000 Menschen getötet worden seien. Diese Zahl deutet auf ein bislang beispielloses Ausmaß staatlicher Gewalt hin. Auch die BBC meldete, dass Krankenhauspersonal aus mehreren Städten von hunderten Toten und Verletzten sprach. Viele Opfer seien zwischen 20 und 25 Jahre alt und wiesen Schussverletzungen durch scharfe Munition und Schrotkugeln auf. Medizinische Einrichtungen seien überlastet und könnten die Zahl der Verletzten kaum bewältigen.

Massentötungen in Gefängnissen

Besonders erschütternd sind Berichte über mutmaßliche Massentötungen in Haftanstalten. Iran International veröffentlichte Videomaterial aus dem berüchtigten Gefängniskomplex Kahrisak südlich von Teheran, der für Folter und Misshandlungen bekannt ist. Zeug:innen, die nach vermissten Angehörigen suchten, berichteten von über 400 Leichen, die sie dort gesehen hätten.

Systematische Einschüchterung und Hinrichtungen

Menschenrechtsorganisationen sprechen von außergerichtlichen Hinrichtungen, massenhaften Verhaftungen und gezielter tödlicher Gewalt gegen unbewaffnete Demonstrierende – darunter viele Jugendliche und Frauen. Die Berichte zeichnen das Bild einer staatlichen Strategie, die auf Abschreckung, Einschüchterung und physische Vernichtung politischer Opposition abzielt.