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Göttingen: Hevî-Filmvorführung und Podiumsdiskussion mit Eren Keskin

27. Juni 2014 18:00

Aufgebaut wird die Veranstaltung wie folgt: Zuerst wird der Film Hevi – Hoffnung vorgeführt. Im Anschluss gibt es dann das Gespräch mit VertreterInnen der Frauenbewegung und Eren Keskin.

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Filmvorführung & Diskussion: Hevî-Hoffnung

– Die Rolle der Frau bei der Befreiung Kurdistans und der Demokratisierung der Türkei

Die Gesellschaften in Kurdistan und der Türkei leisten seit Jahrzehnten gegen den militaristischen, nationalistischen und patriarchalen Staat Widerstand für Freiheit und Demokratie. Es kann sogar gesagt werden, dass die Geschichte der Türkischen Republik eine Geschichte des Widerstandes aller Minderheiten, Identitäten, Glaubensrichtung und fortschrittlichen politischen Einstellung ist. In den Jahrzehnten nach der Gründung der türkischen Republik im Jahr 1923 wurden im Namen der Moderne die anatolischen und mesopotamischen Gesellschaften bis zum fast vollständigem kulturellem und physischem Genozid assimiliert. ArmenierInnen, KurdInnen, AlevitInnen, ChristInnen, YezidInnen, aber auch SozialistInnen und viele andere waren Opfer des türkisch-nationalistischen Staatsverständnisses. Die Menschen haben diesen Unterdrückungen nicht nachgegeben, gegen sie rebelliert und starken Widerstand geleistet. Das beste Beispiel hierfür ist seit Jahrhunderten der kurdische Widerstand.

Vor allem ist der kurdische Befreiungskampf seit den 1970er Jahren über die Grenzen eines nationalen Widerstandes hinweg, zu einem Kampf um Demokratie, Ökologie und der Befreiung der Geschlechter in der Türkei sowie dem gesamten Mittleren Osten geworden. Dieser Kampf führte zur Auferstehung des seit Jahrhunderten getöteten Bewusstseins in Kurdistan der gleichzeitig die Demokratisierung der türkischen Gesellschaft vorantrieb. In diesem Kontext spielt die Frau in jedem Bereich des Kampfes – militärisch, politisch, ökonomisch, sozial, kulturell – eine wichtige Rolle.

Durch diese Veranstaltung wollen wir die Rolle der Frau im kurdischen Befreiungskampf sowie im Kampf um Demokratie in der Türkei und dem gesamten mittleren Osten näher kennenlernen und verstehen. Durch die Teilnahme von politisch aktiven Frauen aus der Frauenbewegung an der Veranstaltung wollen wir besonderen Fokus auf die Perspektive von kurdischen Frauen legen.

In Gesprächen mit ihnen soll über die aktuellen politischen Entwicklungen, wie den bislang noch wenig Hoffnung erweckenden Dialogprozess zwischen der kurdischen Bewegung und dem türkischen Staat, über die Gezi-Proteste, den Machtkampf zwischen Erdogan und der Gülen-Sekte und die Außenpolitik des türkischen Staates diskutiert werden.

 Eren Keskin

„Eine symbolische Würdigung ihrer Arbeit ist die Verleihung des seit 1998 vergebenen Menschenrechtspreises. Es ging in diesem Jahr an eine Frau von außergewöhnlichem Mut, unerschütterlicher Energie und selbstloser Verpflichtung für die Sache Humanität. An die türkische Rechtsanwältin und Menschenrechtsverteidigerin Eren Keskin. Sie war stellvertretende Vorsitzende des türkischen Menschenrechtsvereins IHD, ist seit September 1998 Vorsitzende der Zweigstelle in Istanbul und ist Mitbegründerin eines Rechtshilfeprojektes für Frauen, die von türkischen Sicherheitskräften vergewaltigt oder sexuell missbraucht wurden. Im September 1994 wurde sie zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil sie in einem Brief an das belgische Parlament das Schweigen der internationalen Öffentlichkeit zu den Menschenrechtsverletzungen an Kurden kritisiert und dabei das Wort „Kurdistan” benutzt hatte. Inzwischen laufen gegen Eren Keskin mehr als 70 Verfahren, da sie als Vorsitzende des IHD Istanbul für die Presseerklärungen des Vereins rechtlich verantwortlich ist. Zahllose Male ist sie bedroht, eingeschüchtert, verhört worden, hat mehrfach im Gefängnis gesessen, und seit der Aufnahme ihrer humanitären Arbeit im Jahre 1984 fast permanent bedroht gelebt, was noch erheblich zunahm, nachdem sie Abdullah Öcalan, den Führer der bewaffneten Oppositionsgruppe “Arbeiterpartei Kurdistans” (PKK), 1999 vor Gericht vertreten hatte. Eines der Strafverfahren, die gegen Eren Keskin angehängt wurden, bezichtigt sie der Beleidigung der Armee, weil sie in einem Interview der Wochenzeitschrift “Cuma” Kritik am “Militarismus der Türkei” geäußert hatte.

Details

Datum:
27. Juni 2014
Zeit:
18:00
Veranstaltung-Tags:

Veranstalter

Verband der Studierenden aus Kurdistan (YXK)
E-Mail:
info@yxkonline.de
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Veranstaltungsort