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Bremervörde: Rojava/Westkurdistan – Aufbruch zwischen Krieg und Embargo in Syrien

26. Mai 2014 19:00

Informationsveranstaltung mit Yilmaz Kaba (Vorstand YEK-Kom) und Dr. Gisela Penteker (IPPNW)

Zum Hintergrund:

Es vergeht kaum ein Tag ohne neue Schreckensmeldungen aus Syrien. Flüchtlinge leben zu Zehntausenden unter völlig untragbaren Zuständen in riesigen Flüchtlingslagern – ca. eine halbe Million in der Türkei und weitere Hunderttausende im Nordirak oder im Libanon. Auch Menschen, die vor dem Irakkrieg nach Syrien geflohen waren, sind nun wieder auf der Flucht. Nachdem am Anfang die meisten Flüchtlinge vor dem Assad-Regime flohen, fliehen inzwischen immer mehr Menschen aus Syrien vor den Übergriffen der Freien syrischen Armee und den Dschihadisten. Bislang war Rojava, die selbstverwaltete westkurdische Region in Nordsyrien, das einzige Gebiet in Syrien, in dem die Menschen ohne rassistische, ethnische, religiöse oder militärische Verfolgung leben konnten. Inzwischen gibt es vermehrt konzentrierte Angriffe von Dschihadisten auf die kurdische Bevölkerung und alle anderen, die dort mit den Kurden zusammenleben.
Seit Beginn des Krieges im Jahr 2011 setzt sich die kurdische Bevölkerung für den Aufbau einer Selbstverwaltung im Rahmen einer demokratischen Gesellschaft ein. Das Projekt der Selbstverwaltung in Rojava, das von der Partei der Demokratischen Einheit (PYD) ins Leben gerufen wurde, versteht sich als demokratische Revolution, die ein Vorbild für die gesamte Region darstellen kann. Dieser von vielen Menschen ersehnte Fortschritt ist aber von vielen Seiten bedroht. Die Türkei, Katar und Saudi Arabien unterstützen nachweislich dschihadistische Gruppen wie die Al-Nusra-Front und ISIS (Islamische Staaten Irak und Syrien) bei ihrer Kriegsführung. Über die türkische Grenze werden die Islamisten mit  Waffen, Lebensmitteln, Kämpfern und Medizin versorgt. Die Türkei dient auch als Rückzugsgebiet müder und verletzter Kämpfer. Angriffe auf die kurdischen Autonomiegebiete in Rojava sowie Massaker gegen die Zivilbevölkerung gehören zu den vielen Folgen dieser Politik. Die Stationierung der Patriot-Raketen ist eine Legitimierung und Stärkung des Vorhabens der Türkei durch die BRD.
Kurdinnen und Kurden stellen mit Abstand die größte ethnische Minderheit in Syrien dar. Sie stehen mit dem Aufbau einer demokratischen Selbstverwaltung in den Rojava genannten Siedlungsgebieten für einen dritten Weg zwischen Baath-Regime und menschenverachtenden „Gotteskriegern“. In die dort aufgebauten Selbstverwaltungsräte sind alle dort lebenden Bevölkerungs-, Glaubens- und Religionsgemeinschaften wie z. B. auch Araber, Aramäer, Eziden, Christen, etc. einbezogen. Dabei spielen die Frauen und die Jugend eine herausragende Rolle. Sie haben neben eigenständigen Frauen- und Jugendräten auch bewaffnete Verteidigungseinheiten aufgebaut.
Rojava könnte ein Vorbild für ein zukünftiges Syrien, ja sogar für die ganze Nahost-Region sein, gerade weil es erklärtes Ziel ist, dass nicht nur alle ethnischen und religiösen Gruppen, sondern auch beide Geschlechter gleichberechtigt und in Frieden zusammen leben sollen.
Mit der Veranstaltung soll über die selbstverwaltete kurdische Region Rojava (Westkurdistan) in Nordsyrien informiert werden, über die in den Medien wenig berichtet wird. Die Region wurde im Januar 2014 von einer kleinen Menschenrechtsdelegation aus Deutschland besucht, an der unsere beiden Referenten teilgenommen haben. In der Veranstaltung wird von dieser Reise und den Entwicklungen in der Region berichtet. Mit der Entwicklung in Westkurdistan soll auch der Blick auf diejenigen Menschen und Gruppierungen in Syrien gelenkt werden, die sich für eine friedliche Entwicklung jenseits von militärischen Lösungen engagieren. Anschließend besteht die Möglichkeit für weitere Fragen und Diskussionen.

Eine Veranstaltung
des Rosa-Luxemburg-Clubs Vörder Land in Zusammenarbeit mit
der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen e.V.

Details

Datum:
26. Mai 2014
Zeit:
19:00
Veranstaltung-Tags:
,

Veranstalter

Rosa-Luxemburg-Clubs Vörder Land

Veranstaltungsort

Jugenhotel Ostel
Feldstaße 9
Bremervörde, 27432 Deutschland
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