Marsch der Solidarität für Kobane

In Pirsûs (tr. Suruc) marschieren tausende Menschen zur syrischen Grenze, um Solidarität mit dem belagerten Kobanê zu zeigen. Ein breites Bündnis linker, demokratischer und gewerkschaftlicher Gruppen organisiert den Marsch und widersetzt sich der Polizeigewalt. Die Teilnehmenden rufen Parolen wie „Bijî Berxwedana Rojava“ und „Jin, Jiyan, Azadî“ und tragen Porträts gefallener Kämpfer:innen. Die Aktion ist Teil einer größeren Mobilisierung in Kurdistan und der Diaspora gegen die Angriffe auf Rojava. Ziel ist es, politischen Druck auf Ankara, Damaskus und internationale Akteure auszuüben und den Widerstand in Rojava zu stärken.

DAANES: Angriffe auf Kobanê sind Kriegsverbrechen

Die Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens (DAANES) wirft dem syrischen Regime systematische Kriegsverbrechen vor. Die Angriffe auf Kobanê und Cizîrê verletzten gezielt die Waffenruhe und seien Teil eines Vernichtungskrieges gegen Kurd:innen. Kobanê solle isoliert und politisch gebrochen werden, zentrale Infrastruktur wie Wasser, Strom und Internet sei bereits gekappt. DAANES betont die symbolische Bedeutung der Stadt im Kampf gegen den IS und fordert die internationale Gemeinschaft auf, endlich zu handeln. Die Erklärung betont die Notwendigkeit der kurdischen Einheit und eines weltweiten Widerstands gegen die Angriffe.

Die Türkei hat erneut Panzer, Haubitzen und zusätzliche Truppen an die Grenze zu Kobanê verlegt, nachdem eine Militärdelegation den Grenzabschnitt inspiziert hatte. Die Region gilt als strategisch sensibel, weshalb neue Einheiten sowohl in Grenzposten als auch offen entlang der Linie stationiert wurden. Die Verlegung erfolgt parallel zu massiven Angriffen auf umliegende Dörfer durch die islamistische syrische Armee, regimetreue Milizen und IS-Reste. Ankara bekräftigt damit erneut seine aktive Unterstützung der Angriffe auf Kobanê. Die Stadt befindet sich faktisch bereits im Belagerungszustand.

Erneuter Großangriff auf Al‑Aqtan‑Gefängnis in Raqqa

Türkisch unterstützte Milizen, HTS und der IS greifen das Al‑Aqtan‑Gefängnis in Raqqa erneut mit schweren Waffen an und sollen die Anlage inzwischen umzingelt haben. Das Gefängnis, in dem rund 2.000 IS-Mitglieder sitzen, wird von den Demokratischen Kräften Syriens (QSD), YPG und YPJ verteidigt, die weiter Widerstand leisten. Die Angriffe sind ein Versuch, tausende IS-Kämpfer zu befreien. Seit dem 18. Januar steht die Einrichtung unter Dauerbeschuss, während die internationale Anti‑IS‑Koalition trotz Appellen nicht reagiert. Mehrere QSD-Mitglieder wurden bereits getötet oder verletzt, die QSD fordert dringend internationale Intervention.

Karawane aus Europa macht sich auf den Weg nach Kobanê

Eine europaweite „Karawane zur Verteidigung der Menschlichkeit“ startet über mehrere Routen Richtung Kobanê, um dem Aufruf der DAANES zu folgen und die Region gegen Angriffe islamistischer Milizen zu unterstützen. In Hannover und Köln markieren Pressekonferenzen und Kundgebungen den offiziellen Beginn. Erste Konvois brechen am 23. Januar auf und treffen in Wien mit Gruppen aus Süd- und Osteuropa zusammen, bevor sie gemeinsam nach Kobanê weiterreisen. Die Initiative ruft zur breiten Beteiligung auf und bittet um logistische, medizinische und mediale Unterstützung, um Aufmerksamkeit für die Lage in Rojava zu schaffen und den Widerstand zu stärken.

Ziel ist es, nicht nur konkrete Hilfe zu ermöglichen, sondern vor allem die Aufmerksamkeit auf die Situation in Rojava zu verstärken und die Idee einer grenzüberschreitenden Solidarität praktisch erfahrbar zu machen. In diesem Zusammenhang spielt auch der Aufbau einer starken öffentlichen Präsenz eine zentrale Rolle: Die neu gestartete Website der People’s Caravan dient als Informations- und Vernetzungsplattform, auf der Hintergründe, aktuelle Entwicklungen und Möglichkeiten zur Unterstützung gebündelt werden. Unter peoplescaravan.tem.li können Interessierte sich informieren, weiterverbreiten und dazu beitragen, dass die Karawane und ihre Anliegen möglichst viele Menschen erreichen.