Anhaltende Bedrohung trotz Waffenruhe

Die Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) haben am Samstagabend (24. Januar) bekanntgegeben, dass eine Verlängerung der Waffenruhe mit der selbsternannten syrischen Übergangsregierung um 15 Tage vereinbart wurde. Trotz dieser Einigung warnt die Demokratische Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens (DAANES)  vor fortbestehenden militärischen Bedrohungen durch die sog. syrische Übergangsregierung. Die Selbstverwaltung ruft die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf. Die militärische Option sei weiterhin präsent, die Gefahr für die Region keineswegs gebannt.

Diese Einschätzung wurde bereits wenige Stunden nach der Verlängerung der Waffenruhe auf drastische Weise bestätigt. Am Sonntag, dem 25. Januar, griffen islamistische Milizen erneut Dörfer in der Region Kobanê an. In dem Dorf al-Qasimiya westlich der Stadt wurde bei schwerem Artilleriebeschuss ein achtjähriges Kind getötet, drei weitere Kinder im Alter von fünf, zehn und 14 Jahren wurden verletzt und in ein Krankenhaus in Kobanê gebracht.

Offiziell hatte das sogenannte syrische Verteidigungsministerium die Verlängerung der Waffenruhe mit der Notwendigkeit begründet, die Verlegung von IS-Gefangenen in den Irak abzusichern. DAANES weist diese Darstellung ganz klar als Vorwand zurück. Die Erklärung der sog. Übergangsregierung sei vielmehr ein Hinweis darauf, dass weitere militärische Offensiven gegen Rojava vorbereitet würden.

Appell an Bevölkerung und internationale Solidarität

Angesichts der anhaltenden Belagerung von Kobanê und der Eskalationsgefahr ruft die Selbstverwaltung zur Mobilisierung der kurdischen Diaspora und internationaler Solidaritätsnetzwerke auf. Die Erklärung spricht von einem „Vernichtungskrieg“ gegen die kurdische Bevölkerung und betont, dass die Einheit des Volkes und der Widerstandsgeist zentrale Pfeiler der Standhaftigkeit seien. Trotz der Bedrohung signalisiert die DAANES Dialogbereitschaft und fordert die internationale Gemeinschaft auf, politische Lösungen zu unterstützen.

QSD bekräftigen Waffenruhe trotz anhaltender Verstöße

Die Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) haben sich mit Damaskus auf eine 15-tägige Verlängerung der Waffenruhe geeinigt. Die Vereinbarung kam durch internationale Vermittlung zustande. Die QSD betonen ihre Entschlossenheit, zur Deeskalation beizutragen und die Zivilbevölkerung zu schützen. Trotz mehrfacher Verstöße durch das syrische Regime und verbündete Milizen halten sie am Abkommen fest. Die Lage bleibt angespannt, insbesondere in Kobanê und Hesekê, wo weiterhin Belagerungen und Angriffe gemeldet werden.

Militärische Eskalation unter dem Deckmantel der Waffenruhe

Trotz gültiger Waffenruhe intensiviert das syrische Regime seine militärischen Aktivitäten in Rojava. In Cizîrê und Kobanê kommt es zu Truppenverlegungen, Aufrüstung und Angriffen auf QSD-Einheiten sowie zivile Infrastruktur. Die QSD sehen darin einen klaren Bruch des Abkommens und warnen vor einer gezielten Eskalation. Die selbsternannte Übergangsregierung nutze die Waffenruhe taktisch, um internationale Kritik zu umgehen, während sie faktisch Kriegsvorbereitungen treffe. Die QSD fordern internationale Akteure auf, die Einhaltung des Waffenstillstands zu überwachen.