Gespräche in Damaskus gescheitert –Übergangsregierung eröffnet Krieg gegen kurdische Regionen 

Pressemitteilung von Civaka Azad – KurdischesZentrum für Öffentlichkeitsarbeit, 19.01.2026

Die kurdische Politikerin von der Partei der Demokratischen Einheit (PYD) Foza Yûsif erklärt, dass das Treffen zwischen Mazlum Abdi und Ahmed al-Sharaa am Montagnachmittag zu keinerlei positiven Resultaten führte. Gleichzeitig spitzt sich die militärische Lage in mehreren Regionen dramatisch zu.

Foza Yûsif erklärte gegenüber dem Narichtenportal The Amargi:

„Nach unseren Informationen hat das Treffen zwischen Mazlum Abdi und Ahmed al-Sharaa keine positiven Ergebnisse gebracht. Wir werden niemals Kapitulation akzeptieren oder unsere Rechte aufgeben. Seit 15 Jahren haben wir unser Blut für Freiheit und Würde geopfert. Nun wird von uns verlangt, diese Rechte aufzugeben – wie in der Zeit des Baath-Regimes. Unsere Antwort ist klar: Das können wir nicht akzeptieren.“

Kobanê erneut bedroht – Erinnerungen an 2014 werden wach

Die symbolträchtige Stadt Kobanê ist derzeit nahezu vollständig umzingelt. Beobachter*innen ziehen Parallelen zur Lage im Jahr 2014, als der sogenannte „Islamische Staat“ die Stadt angriff. Die aktuelle militärische Einkreisung schürt große Sorgen in der Zivilbevölkerung.

Meldungen über Kriegsverbrechen häufen sich

Uns liegen Videoaufnahmen vor, die schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht dokumentieren. Die Aufnahmen zeigen die Hinrichtung festgenommener Kämpferinnen und Kämpfer der SDF, darunter auch Enthauptungen durch dschihadistische Milizen.

Die Ko-Vorsitzende der Konföderation der Gemeinschaften Kurdistans in Deutschland Ruken Akça (KON-MED) fordert eine unabhängige internationale Untersuchung der dokumentierten Vorfälle sowie den Schutz der Zivilbevölkerung und von Gefangenen gemäß dem humanitären Völkerrecht.

Die Ko-Vorsitzende der Konföderation der Gemeinschaften Kurdistans in Deutschland Ruken Akça (KON-MED) fordert eine unabhängige internationale Untersuchung der dokumentierten Vorfälle sowie den Schutz der Zivilbevölkerung und von Gefangenen gemäß dem humanitären Völkerrecht.

Angriffe auf Hesekê befürchtet – Luft- und Artillerieangriffe gemeldet

Für die Nacht auf Dienstag werden weitere Angriffe auf die Stadt Hesekê befürchtet. Bereits heute liegen Berichte über türkische Luftangriffe und Artilleriebeschuss im Umland von Hesekê und Kobanê vor.

Nach vorliegenden Informationen bombardierte die türkische Luftwaffe den Çiyayê Kizwan (Kizwan- bzw. Kezwan-Berg) westlich von Hesekê. Parallel dazu kam es zu Artillerieeinschlägen. Zeitgleich wehrten die Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) einen Angriff von Milizen der syrischen Armee bei Til Temir ab.

Der Çiyayê Kizwan ist Teil des Evdilêzîz-Gebirgskamms (Abdulaziz) und liegt rund 30 Kilometer westlich der Stadt Hesekê. Nach den Bombardierungen waren mehrere Explosionen zu hören. Das Ausmaß der Schäden ist bislang unklar, ebenso liegen derzeit keine bestätigten Angaben über mögliche Verletzte vor. Ob umliegende Hügeldörfer betroffen sind, konnte noch nicht abschließend geklärt werden.

Appell an die internationale Öffentlichkeit

Angesichts der eskalierenden Lage warnt die Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens (DAANES) vor einer weiteren Destabilisierung der Region und fordert die internationale Gemeinschaft auf, nicht zu schweigen und ihrer Verantwortung zum Schutz der Zivilbevölkerung nachzukommen.

Medienvertreter*innen können sich für weitere Informationen, Interviews oder Rückfragen jederzeit direkt an uns wenden.