Nordostsyrische Selbstverwaltung fordert Anerkennung durch die UN

Die Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien fordert von den Vereinten Nationen (UN) eine offizielle Anerkennung der Autonomieregion und signalisiert ihre Bereitschaft, für Demokratie und Gerechtigkeit in Syrien mit allen Seiten zusammenzuarbeiten.

In der Erklärung heißt es: „Syrien hat aufgrund des zentralistischen Regierungssystem in der Baath-Zeit großen Schmerz erlebt. In den letzten zehn Jahren ist die Bevölkerung verleugnet und vertrieben worden, das Land ist vom Regime zu einem Zentrum der Krise und des Chaos gemacht worden. Das Volk Syriens lebt seit zehn Jahren unter sehr schwierigen Bedingungen. Terror und Besatzung sind gesteigert worden, Syrien ist zum Zentrum des dritten Weltkriegs geworden. Der Wunsch der Menschen nach Demokratie und Veränderung ist nach wie vor ein unerfüllter Traum. Es gibt keine Lösung und keine Stabilität. Syrien ist ein Gebiet, in dem regionale und internationale Mächte ihre Interessen durchzusetzen versuchen.

Am 19. Juli 2012 hat die Revolution von Rojava begonnen und sich im weiteren Verlauf auf alle Gebiete in Nordostsyrien verbreitet. Diese Revolution orientiert sich an einer demokratischen Veränderung in Syrien, an der Selbstbestimmung der Gesellschaft, der Verteidigung der Einheit des Landes durch das Projekt der Geschwisterlichkeit der Völker und dem Aufbau einer demokratischen Nation. Um die Träume des syrischen Volkes unterschiedslos zu verwirklichen und eine friedliche Veränderung einzuleiten, setzt diese Revolution auf die Entwicklung eines dezentralen Systems, das sie als Alternative präsentiert hat.

Geschwisterlichkeit der Völker als Grundprinzip“

Seit Beginn der Syrien-Krise hat sich die Revolution von Rojava als gesellschaftliche Revolution verstanden und ist Machtkämpfen ausgewichen. Sie kämpft für ein vereintes und demokratisches Syrien und lehnt alle anderen Möglichkeiten ab. Leider verfolgen das Regime und die sich als Opposition bezeichnenden Kräfte einen anderen Weg. Auch heute sind sie gegen einen Dienst an Syrien und seinem Volk. Damit einhergehend bereiten sie Pläne vor, mit denen der Schmerz der Menschen in Syrien vergrößert und eine Lösung und Stabilität verhindert werden.

Das wesentliche Prinzip der Revolution vom 19. Juli war die Geschwisterlichkeit der Völker und der Aufbau eines demokratischen Systems. Damit hat sie – zunächst als Demokratische Autonomieverwaltung, später als Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien – auf den Bedarf aller Völker in Syrien verwiesen. Kurze Zeit nach Beginn der Syrien-Krise hat die Bevölkerung ein eigenes System aufgebaut und den Terrorismus bekämpft. Sie hat den IS geschlagen und Frauen haben eine Führungsrolle in der Gesellschaft eingenommen.

Bis die besetzten Gebiete befreit sind“

Als Autonomieverwaltung von Nordostsyrien widmen wir den neunten Jahrestag der Revolution vom 19. Juli der gesamten Bevölkerung. Wir werden die freie und demokratische Revolution und die Ziele der Gefallenen weiter verfolgen. Wir bestehen auf der Verteidigung der unter großen Opfern der Bevölkerung erkämpften Gewinne und werden weiter daran arbeiten, die besetzten Gebiete um Efrîn, Serêkaniyê und Tall Abyad zu befreien und eine Rückkehr der Vertriebenen zu ermöglichen.

So wie wir in den vergangenen Jahren ausgehend von der Revolution von Rojava den IS bekämpft und alle Vernichtungspläne vereitelt haben, werden wir auch jetzt Erfolg haben. Wir rufen die Völker Nord- und Ostsyriens zur Einheit und Verteidigung des Projekts der Geschwisterlichkeit auf. Gleichzeitig appellieren wir an alle Parteien in Syrien, sich für Gerechtigkeit, Demokratie und die Befreiung der besetzten Gebiete einzusetzen.

Als Autonomieverwaltung sind wir für Gerechtigkeit und Demokratie in Syrien zur Zusammenarbeit mit allen syrischen Parteien bereit. Wir teilen hiermit mit, dass wir dem UN-Beschluss Nr. 2254 zur Lösung der Syrien-Krise weiter verbunden sind. An die UN appellieren wir, die Region Nord- und Ostsyrien anzuerkennen.“

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