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Eilmeldung: IS setzt chemische Waffen in Kobanê ein

15:30 Uhr

In einem erneuten Telefonat berichtete die PYD Co-Vorsitzende Asya Abdullah, das bei etwa 30 Menschen entsprechende Symptome, wie etwa Atem- und Sehbeschwerden, oder auch Schwellungen und Ausschlag, auftauchten. Da die Ärzte Kobanê nicht über das notwendige Equipment für die Feststellung dieser Substanz verfügen, wurden einige der Betroffenen zur Untersuchung in die Türkei geschickt. Die betroffenen Menschen wurden unverzüglich an die türkische Grenzen gebracht, jedoch erst nach Stunden des Wartens von der türkischen Grenzposten um 9:30 Uhr über die Grenze gelassen. Die Behandlungen und Untersuchungen dauern an.

01.31 Uhr

In einem weiteren Telefonat berichtete die PYD Co-Vorsitzende Asya Abdullah, dass es sich bei allen Personen, die Opfer eines möglichen chemischen Waffeneinsatzes sind, um Zivilisten handelt. Bislang gibt es laut Abdullah keine Todesfälle unter den Betroffenen. Auch sie bestätigt, dass die Ärzte in der Stadt nicht über die nötigen Mittel verfügen, um abschließend nachweisen können, dass es sich um einen Chemiewaffenseinsatz gehandelt habe. Doch der Verdacht sei groß. Morgen früh werde man, die Opfer versuchen nach Suruc zu bringen, um sie dort weiter behandeln zu lassen und die notwendigen Untersuchungen durchzuführen.

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00.48 Uhr

BBC Korrespondent Güney Yildiz konnte Kontakt zu einem Arzt aus Kobanê aufnehmen, welcher ihm berichtete, dass die Symptome, die er bei den Betroffenen ausmachte, auf den Einsatz von chemischen Waffen deuten. „Wir wissen nicht genau, um was für eine Waffe es sich handelt. Es könnte eine chemische Waffe sein, es könnte Chlorgas oder Phosphor sein, das eingesetzt wurde. Doch uns fehlt das nötige Equipment, um das abschließend feststellen zu können“, so der Arzt aus Kobanê.

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00.02 Uhr

“Es kam zu keiner Explosion. Es wurde ein eigenartiger Geruch wahrgenommen, der sich ausgebreitet hat. Die Augen und der Halsbereich fing bei den Menschen zu brennen an. Es kam zu Übelkeit. Dies ist bei allen Menschen passiert. Bei einigen kam es zu Ausschlägen und Schwellungen. Der Angriff erfolgte in einem östlich liegenden Stadtteil im Zentrum von Kobanê, in welchen bislang noch keine Gefechte stattgefunden haben,” berichtet Asya Abdullah.

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22.39 Uhr

Gegen 22.30 Uhr haben wir telefonisch der Co-Vorsitzenden der Partei der Demokratischen Einheit (PYD) Asya Abdullah, die sich weiterhin in Kobanê aufhält, erfahren, dass der Islamische Staat (IS) eine chemische Waffe im Kampf gegen Kobanê eingesetzt hat. „Sie haben eine chemische Waffe abgefeuert, die im Osten der Stadt eingeschlagen ist. Durch das Gas, das aus dieser Waffe entweicht, können die Menschen im Umfeld des Einschlags nicht mehr sehen, nicht mehr atmen und werden ohnmächtig“, erklärt Abdullah. Außerdem soll das Gas bei den Menschen Juckreiz auslösen und zu Beulen führen. Sie erklärte auch, dass sich am Ort des Einschlags der Waffe Zivilisten befunden haben. Die chemische Waffe wurde heute Abend zeitgleich mit einer Großoffensive des IS auf das Stadtzentrum von Kobanê eingesetzt.

Wir versuchen derzeit an weitere Informationen zu gelangen und werden diese, sobald wir an sie gelangen, in diesem Beitrag veröffentlichen.