demokratischen konföderalismus

Bücher

 Revolution in RojavaRevolution in Rojava

Frauenbewegung und Kommunalismus zwischen Krieg und Embargo

von Anja Flach, Ercan Ayboga und Michael Knapp

Am 19. Juli 2012 begann in Kobanî die Revolution von Rojava. Unter der Initiative des Volksrats Westkurdistan (MGRK) vertrieb die Bevölkerung das syrische Baath-Regime weitgehend unblutig. Während der Rest von Syrien zunehmend im Bürgerkrieg versank, schlug Rojava einen dritten Weg jenseits des Baath-Regimes und der vom Westen, der Türkei und den Golfstaaten protegierten Opposition ein.

Damit wurde die kurdische Freiheitsbewegung vor die Herausforderung gestellt, ein im Mittleren Osten einmaliges basisdemokratisches, geschlechterbefreites und ökologisches Projekt aufzubauen. Durch die »Demokratische Autonomie« wurde der Staat überflüssig und jeglicher Form von Nationalismus eine Absage erteilt. Seither organisiert sich die Bevölkerung durch ein Rätesystem selbst. Das Projekt wird durch reaktionäre Kräfte wie die Terrororganisation Islamischer Staat bedroht.

Wie wird dieser Umbruch angesichts einer von 60 Jahren Diktatur geprägten Bevölkerung, eines Embargos durch die Türkei und eines sich verschärfenden Krieges realisiert? Wie werden die im Gesellschaftsvertrag von Rojava formulierten Grundsätze der Geschlechterbefreiung und Partizipation aller ethnischen, religiösen u.a. Identitäten tatsächlich umgesetzt? Wie schlagen sich diese Ansätze in der Ökonomie, Ökologie und Bildung nieder? Bietet dieses Projekt Perspektiven für eine Lösung der Probleme des Mittleren Ostens?

Zu bestellen u.a. bei ISKU unter  isku@nadir.org


die-roadmap-fuer-verhandlungen

Die Roadmap für Verhandlungen

Gefängnisschriften

von Abdullah Öcalan

Die Roadmap ist ein außergewöhnliches Dokument. Sie bildete das Herzstück des geheimen Dialogprozesses zwischen Abdullah Öcalan und dem türkischen Staat, der 2009 begann und Mitte 2011 abgebrochen wurde. Auch für alle weiteren Gespräche ist sie von zentraler Bedeutung.
Öcalan definiert hier die für den Beginn eines wirklichen Friedensprozesses nötigen Schritte. Gleichzeitig skizziert er eine echte Lösung für die kurdische Frage. Jenseits traditioneller Lösungsmodelle wie Eigenstaatlichkeit oder territorialer Autonomie zeichnet er die Vision einer demokratischen Nation und einer gemeinsamen Heimat für alle Staaten, in denen Kurden leben – ja, für den gesamten Mittleren Osten. Indem er konventionelle Argumente entkräftet, schafft er Denkanstöße für sämtliche Parteien des Konflikts.

»Die Roadmap schlägt ›eine Lösung für die kurdische Frage‹ in der Türkei vor. Doch schneidet das Buch Themen an, die viel grundsätzlicherer Natur sind und viel weiter reichen als die spezifischen geohistorischen Fragen, die es behandelt.« Immanuel Wallerstein

»Die Roadmap ist großartig, wohlüberlegt, klar und überzeugend.« Prof. Hasan Hanafi, Universität Kairo

»Öcalan ist der Gramsci unserer Zeit.« Prof. Tamir Bar-On, Monterrey Institute of Technology and Higher Education


demokratische autonomie in nordkurdistan

Rätebewegung, Geschlechterbefreiung und Ökologie in der Praxis

Eine Erkundungsreise in den Südosten der Türkei,
herausgegeben von TATORT Kurdistan

Als eigenen Beitrag zur friedlichen Lösung der kurdischen Frage hat die kurdische Freiheitsbewegung in der Türkei ein alternatives Gesellschaftsmodell entwickelt: die Demokratische Autonomie. Unter schwierigsten Bedingungen gelingt es der Bewegung in Nordkurdistan seit 2005, Strukturen für den Aufbau einer demokratischen, ökologischen und geschlechterbefreiten Gesellschaft zu schaffen. Ihren Kern bildet ein Rätesystem, in dem sich die Bevölkerung in den Dörfern, Straßenzügen, Stadtvierteln und Stadträten basisdemokratisch organisiert. Diese Strukturen ermöglichen zwar noch keine autonome Lebensform jenseits der bestehenden staatlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse, aber sie stellen bereits heute eine relevante zivilgesellschaftliche Gegenmacht dar. Der radikal-demokratische Aufbruch der Kurd_innen bietet so auch eine Inspiration für die Neugestaltung von Gesellschaften im Mittleren Osten und darüber hinaus. Die in dieser Broschüre dokumentierten Interviews bieten einen ersten Einblick in die konkrete Umsetzung einer linken Utopie.

Weiter Infos unter: http://demokratischeautonomie.blogsport.eu/

Zu bestellen bei ISKU unter  isku@nadir.org


Widerstand und Gelebte Utopien

Frauenguerilla, Frauenbefreiung und Demokratischer Konföderalismus in Kurdistan

Widerstand und gelebte Utopien“ basiert auf zahlreichen Interviews, die im Jahre 2010 mit Guerillakämpferinnen und anderweitig aktiven Frauen der kurdischen Frauenbefreiungsbewegung geführt wurden. Sie spiegeln die Utopien, Hoffnungen und Bedenken in einer Zeit wider, in der die kurdische Bewegung zwischen dem Aufbau einer alternativen Gesellschaft und dem Widerstand gegen die Vernichtungsversuche des türkischen Staates und seiner Verbündeten stand. Auf verschiedenen Reisen führten Frauen aus Westeuropa diese Interviews im Flüchtlingscamp Mexmûr, in Städten Südkurdistans, in den Bergen im Gebiet Kandil und der Medya-Verteidigungsgebiete. Einführend beschreibt das Buch die Geschichte und Frauenbefreiungsideologie der kurdischen Frauenbewegung sowie das neue Paradigma des Demokratischen Konföderalismus für den Aufbau einer demokratischen, ökologischen und geschlechterbefreiten Gesellschaft. In diesem Kontext werden die verschiedenen Organisierungsformen und Kämpfe der Frauenbefreiungsbewegung und die praktische Umsetzung des Demokratischen Konföderalismus vorgestellt. In den Interviews wird deutlich, dass die Stärkung des internationalistischen Frauenbefreiungskampfes und eine autonome Frauenorganisierung nach wie vor notwendig und eine Voraussetzung für den Aufbau einer freien Gesellschaft sind. In diesem Sinne gibt das Buch all denjenigen Frauen und Frauenorganisationen neue Anregungen, die auf der Suche nach einem Leben in Freiheit sind.

Zu bestellen bei ISKU unter  isku@nadir.org


Jenseits von Staat, Macht und Gewalt

Verteidigungsschriften

von Abdullah Öcalan

Dieses Buch ist die bisher ausführlichste Darstellung von Philosophie und Politik der PKK und der kurdischen Befreiungsbewegung aus der Feder ihres wichtigsten politischen Repräsentanten.

Öcalans Vision einer kommunal organisierten demokratisch-ökologischen Gesellschaft gab der kurdischen Bewegung wichtige Impulse und bietet Anregungen für die globale Debatte um einen neuen Sozialismus. Sein Plädoyer gegen staatliche Gewaltverhältnisse und Krieg und Gewalt zur Durchsetzung von Machtinteressen bildet ihr theoretisches Fundament. Die Prinzipien des demokratischen Konföderalismus und der demokratischen Autonomie werden hier erstmals ausformuliert.


Gilgameschs Erben, Band 1

Von Sumer zur Demokratischen Zivilisation

von Abdullah Öcalan

Mit seiner Streitschrift zum Beschwerdeverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte legt Abdullah Öcalan ein geschichtsphilosophisches und zivilisationskritisches Werk vor.

Um die Frage beantworten zu können, warum das kurdische Volk zu allen Zeiten zum Spielball wechselnder Mächte im Mittleren Osten gemacht wurde, geht er zurück bis in die Anfänge der menschlichen Zivilisation. Er setzt sich dabei mit erstaunlichen Kontinuitäten politisch-ideologischer Macht wie auch befreienden Erneuerungen auseinander. Diese ziehen sich vom frühen sumerischen Priesterstaat bis hin zu den Anfängen der demokratischen Zivilgesellschaft durch die Geschichte.

Das Erbe des legendären sumerischen Königs Gilgamesch, der in einem der ältesten literarischen Dokumente der Menschheit besungen wird, umfasst nicht nur die bis ins 21. Jahrhundert fortwirkenden Zivilisationsleistungen des alten Mesopotamiens, sondern auch die patriarchalen Dogmen religiöser oder weltlicher Prägung, von denen bis heute die Klassengesellschaften und eskalierenden Konflikte der Region und der Welt geprägt werden.

Der Autor setzt mit seinem zweibändigen Werk der scheinbar unausweichlichen Polarisierung zwischen neoliberaler Globalisierung und rückwärts gewandten Ideologien die Perspektive einer grenzübergreifenden kulturellen Renaissance des Mittleren Ostens entgegen. Als Alternative zum offen proklamierten »Kampf der Kulturen« entwickelt Öcalan die Vision einer Synthese der Zivilisationen, die von der Basis der Völker und Gesellschaften her wachsen muss.


Gilgameschs Erben, Band 2

Von Sumer zur Demokratischen Zivilisation

von Abdullah Öcalan

Aus dem Inhalt des zweiten Bands: Kurdische Geschichte / Patriotismus und Internationalismus / Lösungsperspektiven der kurdischen Frage in der Türkei, Iran, Syrien und Irak / Geschichte der PKK / Counterkrieg gegen die Kurden / Verfolgung der PKK in der BRD / Globalisierung von unten / Internationales Geheimdienstkomplott und die Entführung von Öcalan / Prozeß, Todesurteil und europäisches Recht. Entschieden widerspricht Öcalan den Thesen vom “Zusammenstoß der Zivilisationen” und betont die Perspektive einer Synthese der Zivilisationen, die von den Menschen selbst kommen soll.


 

Plädoyer für den freien Menschen

von Abdullah Öcalan

Dieses Buch ist sowohl ein zeithistorisches Dokument als auch brandaktuell. Abdullah Öcalan nutzte ein kurioses Strafverfahren in Athen als Möglichkeit, schriftlich das Wort zu ergreifen, was ihm sonst aufgrund strengster Isolationshaftbedingungen verwehrt ist.

Er wendet sich gegen engstirnigen Nationalismus und formuliert die Vision einer demokratisch-ökologischen Gesellschaft und eines demokratischen Mittleren Ostens, in dem sich Kurdinnen und Kurden mit ihrer eigenen kulturellen und politischen Identität frei artikulieren können. Diese strategische Perspektive leitete 2003 eine Wende in der kurdischen Politik ein.

Die kurdische Frage harrt noch immer einer Lösung. In diesem Buch finden sich dafür praktikable Vorschläge von einem der wichtigsten Protagonisten des Konflikts.

 Als pdf hier zum herunterladen


Der Weg in die Berge

Eine Frau bei der kurdischen Freiheitsbewegung

von Carla Solina

Mit Fotoapparat und Diktiergerät ausgerüstet, geht Carla Solina 1995 in die kurdischen Berge, um dort den Alltag der Guerilla, ihre Organisations- und Vorgehensweise kennenzulernen. Einen besonderen Augenmerk legt sie auf die Situation der Frau, bei der Guerilla ebenso wie im Hinterland der Flüchtlingslager: Welche Schwierigkeiten und Widersprüche, Hoffnungen und Fortschritte gibt es für die kurdischen Frauen, die traditionell die Sklavinnen der Familie sind? Wie entwickelt sich ihr Selbstbewusstsein und wie können sie es gegen die feudalen Clanstrukturen durchsetzen? Der Befreiungsprozess der Frau als Maßstab für die Freiheit einer Gesellschaft ist auch hier voller Unzulänglichkeiten, aber genauso voller Träume und Errungenschaften.Dieser Augenzeugenbericht macht den Willen und die Notwendigkeit von persönlicher und sozialer Veränderung auch im Kriegsgebiet Kurdistan deutlich.

Zu bestellen bei ISKU unter  isku@nadir.org


PKK

Perspektiven des kurdischen Freiheitskampfes: Zwischen Selbstbestimmung, EU und Islam

von Nick Brauns und Brigitte Kiechle

 Für eine friedliche und demokratische Entwicklung im Mittleren Osten ist die Lösung der kurdischen Frage Voraussetzung. Die erfordert die Einbeziehung der von EU und USA als »terroristisch« verfolgten Arbeiterpartei Kurdistans PKK.

Die Autoren setzen sich ausführlich mit der Geschichte der kurdischen Befreiungsbewegung einschließlich ihrer starken Frauenbewegung auseinander. Die Kurdenpolitik der amtierenden islamischen AKP-Regierung wird analysiert, nach den Folgen eines türkischen EU-Beitritts gefragt und die Rolle Deutschlands als Kriegspartei deutlich gemacht


Mit Kampf und Liebe in eine neue Zeit – Nûdem

Aus dem Leben von Uta Schneiderbanger

Den Namen Nûdem, kurdisch für “neue Zeit”, wählte sich Uta Schneiderbanger als ihren Namen in der kurdischen Befreiungsbewegung. “Wir haben nach Lösungswegen für eine neue Zeit gesucht. Nach einem kollektiven und menschlichen Leben!” schrieb Uta in ihren Aufzeichnungen. Diese Suche reichte von der Befreiungstheologie über die Häuserkämpfe, antiimperialistischen und antifaschistischen Widerstand, von der autonomen Frauen- und Lesbenorganisierung bis hin zum praktischen Internationalismus. Uta richtete sich kein bequemes Leben ein, sondern schaute hinter die Fassaden, verfolgte – trotz aller Schwierigkeiten – konsequent ihre Ziele. Zu ihrem vielfältigen Leben gehörten Politik und Frauenorganisierung ebenso wie ihre Liebe zu Menschen und der Natur, ihre Leidenschaft für Musik, Kultur und Naturheilkunde, genauso wie ihre Reisen in die Türkei und nach Kurdistan. Wie viele ihrer FreundInnen, Verwandte und Bekannte in diesem Buch berichten, war Uta eine Frau, die mit ihrer Solidarität, mit ihrem Kampf und ihrer Liebe die Welt ein Stück verändert hat. Dieses Buch soll zum Erinnern, Nachdenken, Diskutieren, zum Weiterschreiben und Weiterkämpfen anregen. Es soll sowohl ein Stück von über 20 Jahren kontroverser feministischer, antiimperialistischer und internationalistischer Geschichte in der BRD als auch das Leben einer besonderen Frau, die Teil dieser Kämpfe war, allen interessierten LeserInnen näher bringen.

Zu bestellen bei ISKU unter  isku@nadir.org


Frauen in der kurdischen Guerilla

Motivation, Identität und Geschlechterverhältnis in der Frauenarmee der PKK

von Anja Flach

Die ArbeiterInnenpartei Kurdistans PKK wird in Europa sehr kontrovers diskutiert. Wenig Beachtung fand bisher dagegen die kurdische Frauenarmee, die Mitte der 90er Jahre gegründet wurde. Tausende Frauen schlossen sich in der Folge der Aufstände und der Repression durch den türkischen Staat den Guerillakräften an. Zunehmend setzte sich die kurdische Bewegung mit der Geschlechterfrage auseinander. Aus der Sicht der feministischen Ethnologie untersucht Anja Flach vor allem die Motivation und Identität der Kämpferinnen sowie die Geschlechterrollen und Gender-Beziehungen innerhalb der kurdischen Guerilla und deren Auswirkungen auf die Situation der Frauen in der traditionell geprägten kurdischen Gesellschaft.

Zu bestellen bei ISKU unter  isku@nadir.org


Jiyanekê din – ein anderes Leben

Zwei Jahre bei der kurdischen Frauenarmee

von Anja Flach

Mehr als zwei Jahre – von 1995 bis 1997 – war Anja Flach als Internationalistin in den Bergen Kurdistans und hat dort das Leben der Guerillaeinheiten der kurdischen Befreiungsbewegung kennengelernt und geteilt. Mitten in einem Krieg gegen die zweitgrößte Armee der NATO wird sie Augenzeugin und Teilnehmerin des noch immer andauernden Versuchs, ein anderes Leben aufzubauen – ein Leben, das für das unter Jahrhunderten Krieg, Unterdrückung und Verleugnung leidende kurdische Volk ebenso eine menschenwürdige Perspektive bietet wie für die zerstörten Beziehungen zwischen Männern und Frauen und für die einzelnen ProtagonistInnen dieses Kampfes. Die Tagebuchaufzeichnungen dieser Zeit hat sie zu einem Buch verarbeitet, das zugleich den Alltag und die politische Entwicklung der kurdischen Befreiungsbewegung Mitte der 90er Jahre beschreibt und die subjektiven Erfahrungen, Erkenntnisse und Schwierigkeiten dokumentiert, die der Weg von den europäischen Metropolen in die Strukturen einer kämpfenden Befreiungsbewegung bereithält.

Zu bestellen bei ISKU unter  isku@nadir.org


Der türkisch-kurdische Konflikt

Menschenrechte – Frieden – Demokratie in einem europäischen Land?

von Martin Dolzer

Die historischen Wurzeln heutiger Ereignisse und die Politiken der beteiligten politischen Akteure zu analysieren hilft, die Kurdistanpolitik in der Türkei verstehen zu können und Lösungsvorschläge zu bewerten. Dieses Buch soll dazu beitragen, eine differenziertere Sichtweise des türkisch-kurdischen Konflikts zu eröffnen und das Schweigen über gravierende Menschenrechtsverletzungen und den andauernden Krieg des türkischen Militärs brechen.

Neben der praktizierten Kriegs- und Assimilationspolitik des türkischen Staates sind dabei türkischer Nationalismus, rassistische Herangehensweisen und die Rolle des Militärs genauso Thema wie das Agieren der kurdischen Bevölkerung und die Politik der kurdischen Bewegung. In diesem Rahmen wird auch die, hauptsächlich auf wirtschaftlichen Interessen beruhende Politik deutscher und internationaler Regierungen kritisch beleuchtet.

Die skizzierten Lösungsvorschläge reichen von einigen kulturellen Zugeständnissen unter Aufrechterhaltung der Leugnung der politischen Willensäußerungen der kurdischen Bevölkerung und einer Vernichtungspolitik gegenüber der PKK seitens der türkischen Regierung, bis hin zu der, auf vielen Ebenen der kurdischen Seite und in einigen Gremien der EU diskutierten, Einrichtung einer Wahrheitskommission zur Aufarbeitung des Konflikts und damit zusammenhängenden Amnestie-, Friedens- und Demokratisierungsperspektiven.


Kriegsverbrechen der Türkei

Strafanzeige nach dem Völkerstrafgesetzbuch gegen Ministerpräsident Erdogan und die türkischen Generalstabschefs

von Rechtsanwältin Britta Eder und Rechtsanwalt Dr. Heinz-Jürgen Schneider

Anwälte aus der Bundesrepublik haben bei der zuständigen Bundesanwaltschaft (BAW) in Karlsruhe eine Strafanzeige nach dem Völkerstrafgesetzbuch gegen Ministerpräsident Erdogan sowie mehrere Generalstabschefs der türkischen Armee wegen schwerer Straftaten im Krieg gegen die kurdische Bevölkerung eingereicht. Angezeigt werden vom Kriegsvölkerrecht geächtete Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der Zeit zwischen 2003 und heute. Inhalt der Anzeige sind 10 „Fälle“ aus den letzten Jahren, die auf Grundlage eigener umfangreicher Recherchen sowie Dokumentationen aus der Türkei und renommierter Menschenrechts-organisationen zusammengestellt wurden. Sie sind exemplarisch für eine Vielzahl weiterer ähnlich gearteter Verbrechen durch das türkische Militär und polizeiliche Sicherheitskräfte gegen PKK KämpferInnen und die Zivilbevölkerung. Dabei handelt sich um extralegale Hinrichtungen, aufgesetzte Schüsse nach Festnahmen, Folter, postmortale Verstümmelungen bis zum Einsatz verbotener chemischer Waffen. In diesem Buch ist die Anzeige dokumentiert. Enthalten sind dadurch eine Auseinandersetzung mit der Geschichte der lang andauernden bewaffneten Auseinandersetzung zwischen dem türkischen Militär und der PKK sowie gesellschaftliche Entwicklungen und eine umfassende Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen in der Türkei.

Eine ausführliche Literaturliste findet ihr hier.