Berlin: Nach Rakka – Rojava zwischen Angriffen und Aufbrüchen

Vor zwei Jahren wurde Kobane befreit. Damit fand der Kampf der kurdischen Freiheitsbewegung gegen den IS und für ein revolutionäres Rojava weltweite Beachtung. Nun ist mit der Eroberung Rakkas der IS militärisch zurückgedrängt. Damit fällt der wichtigste Grund der militärischen Kooperation zwischen den Verteidigungseinheiten Rojavas und den USA weg. Was bedeutet dies für die Zukunft Rojavas? Kann Rojava sich stabilisieren oder wird die Türkei einen erneuten Angriff wagen? In dieser Kriegssituation fand in den letzten Jahren eine beeindruckende gesellschaftliche Umgestaltung statt. Wie ist der Stand? Was sind die Strategien und nächsten Schritte der Frauenbefreiung und des Aufbaus einer pluralen Rätedemokratie?

Veranstaltung zum Internationalen Kobane-Tag am 1. November

Schirmherrschaft und Grusswort: Sylvia Weber, Integrations- und Bildungsdezernentin von Frankfurt
Ahmad Sheikho, Vertreter der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien
Dr. Michael Wilk, Bericht
Stiftung der freien Frau in Rojava (WJAR)
Amara Kurdischer Frauenrat
Kurdisches Gesellschaftszentrum Frankfurt e.V.
Musik: Lale Koçgün Ensemble

Datum: Freitag, 1. November 2019
Uhrzeit: 19 Uhr
Ort: Saalbau Schönhof, Rödelheimerstr. 38, 60487 Frankfurt
(nur wenige Meter von der U-Bahnstation „Kirchplatz“ und vom Westbahnhof entfernt)

Erstmals wurde der Internationale Kobane-Tag im Jahr 2014 begangen – inmitten der Verteidigung von Kobanê. Die nordsyrische Stadt war am 13. September vom sogenannten Islamischen Staat (IS) umzingelt und auf barbarische Weise angegriffen …

Türkei: Noch mehr Öl ins Feuer

Der Journalist Fehim Taştekin über die Hintergründe der jüngsten Angriffe der türkischen Armee auf Rojava, 05.11.2018

Die Türkei ist weiterhin bestrebt die Gebiete östlich des Euphrat anzugreifen – auch nach der Besatzung Afrins. Mit dem seit einigen Tagen andauernden Beschuss der Städte Kobanê und Girê Spî (Tall Abyad) in Nordsyrien testet das türkische Regime, wie die internationalen Mächte auf die erneuten Angriffe reagieren. Damit möchte die türkische Seit zum einen die eigene Entschlossenheit gegenüber den internationalen Akteuren im Syrien-Konflikt unterstreichen und zum anderen einen Vorstoß unternehmen, um Gründe für eine türkische Intervention in Nordsyrien zu schaffen, indem man die kurdische

Anhaltende Angriffe der Türkei auf Nordsyrien: Offensive gegen IS gestoppt

Pressemitteilung von Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, 02.11.2018

Seit fünf Tagen greift die türkische Armee die demokratisch-autonomen Kantone in Nordsyrien an. Bei den bisherigen Angriffen auf Kobanê und Girê Spî (Tall Abyad) wurden drei Personen getötet und mehrere Personen verletzt. Am Abend des 1. Novembers wurde beim Beschuss auf das Dorf Tilfindir ein 12-jähriges Mädchen durch eine Kugel am Kopf getroffen. Im Krankenhaus ist das Mädchen ihren Verletzungen erlegen. Die Bewohner des Dorfes berichten, dass ein Scharfschütze das Opfer bewusst ins Visier genommen habe. Bei den zwei weiteren Todesopfern handelt es sich um Mitglieder der lokalen Selbstverteidigungskräfte.

Der

Impressionen einer Delegationsreise nach Rojava

Robert Jarowoy über seine Reise nach Rojava Anfang Juni 2018; für den Kurdistan Report Juli/August 2018

Als ein elfköpfiges Team von LinkspolitikerInnen und FilmemacherInnen/FernsehjournalistInnen fliegen wir mit zwei DolmetscherInnen nach Hewlêr (Erbil), der Hauptstadt der kurdischen Autonomieregierung in Nordirak.

Hier war ich zuletzt vor sieben Jahren. Damals war Hewlêr eine quirlige Stadt, in der sich ausländische Firmen die Klinke in die Hand zu geben schienen. Überall sah man die Leuchtschilder der Vertretungen vor allem deutscher Firmen wie Siemens, Bosch, Züblin oder Daimler. Ganz anders in diesem Jahr. Ein nahezu verwaister Flughafen, der aus Europa nur noch von Austrian Airlines angeflogen …

Vom Sieg in Kobanê zur Befreiung von Raqqa – Ein Jahresrückblick in demokratisch-konföderaler Hinsicht

Ali Çiçek, Mitarbeiter von Civaka Azad, 30.12.2017

Zu Jahresbeginn 2017 erklärten ranghohe Vertreter sowohl des türkischen Staates als auch seines Militärs, dass in diesem Jahr niemand mehr den Namen der PKK kennen und in den Mund nehmen werde. »Gott ist mein Zeuge, dass wir die PKK vernichten werden«, sagte Innenminister Süleyman Soylu. Mit dieser seit Beginn des Widerstands der PKK nun alljährlich verkündeten Losung legte der türkische Staat seinen Fahrplan für 2017 fest, dass nämlich ihre eigene Existenz innen- wie außenpolitisch untrennbar mit dem Kampf gegen die PKK und die kurdische Gesellschaft verbunden ist. Dieser Ankündigung zum Trotz feierte die

Aufruf zum Internationalen Kobanê-Solidaritätstag am 1. November 2017

Komitee zum Wiederaufbau von Kobanê, 16.10.2017

Mit dem Beginn der bewaffneten Auseinandersetzungen in Syrien wurde der Islamische Staat (IS) mit seiner enormen Ausbreitung in Syrien und dem Irak eine Gefahr für die gesamte Menschheit. Das einzige Ziel dieser barbarischen Kraft war es eine grausame Ordnung aufzubauen. Trotzdem wurde der IS von einer Vielzahl regionaler Staaten und internationaler Kräfte als ein passendes Werkzeug für die Umsetzung der eigenen Interessen gesehen. Der türkische Staat hatte das Ziel einen möglichen Status für die kurdische Gesellschaft zu verhindern. Saudi Arabien und Katar unterstützten den IS aus konfessionellen Gründen und einige westliche Staaten  drückten aufgrund …

Keine Delegation aus Kobanê beim Spendenlauf

Pressemitteilung der Oberschule Eversten, 05.09.2017

Im letzten Jahr haben die Helene-Lange-Schule und die Oberschule Eversten im Rahmen ihres Projekts „Jîyana Nû-Neues Leben – Solidarität macht Schule“  zum Wiederaufbau von Schulen in Kobanê/Nordsyrien Schulpartnerschaften mit zwei Schulen in Kobanê  vereinbart. Erstmals sollte nun eine Gruppe von Lehrkräften die Partnerschulen in Oldenburg besuchen, um zukünftige Themen und Formen des Austausches zwischen Schüler_innen und Lehrkräften beider Orte zu planen.

Im Rahmen eines umfangreichen Besuchsprogramms waren Begrüßungen im Bundestag, im Oldenburger Rathaus und an den beiden Schulen vorbereitet, Hospitationstage und Planungstreffen an den Schulen sowie ein gemeinsamer Spendenlauf waren organisiert. Die Gäste waren zu …

Der Wiederaufbau von Kobanê: Zwischenbilanz und Schwierigkeiten

kobane-wiederaufbauEin Bericht der Selbstverwaltung Kobanês, 01.11.2016

Die Stadt Kobanê musste während den brutalen Angriffen des Islamischen Staates (IS) einen hohen Preis zahlen. Die Besatzungsangriffe des Islamischen Staates auf Kobanê haben den anfänglichen Entwicklungen im sozialen, kulturellen, politischen und städtischen Bereich, die parallel zu den entstandenen revolutionären Bedingungen in Syrien unternommen wurden, einen großen Schlag versetzt.

Während die Stadt mit der revolutionären Phase in vielen Bereichen Schritte der Veränderungen unternommen hat, haben diese Angriffe die Entwicklung um Jahre zurückgeworfen. In Folge der Angriffe brach die Infrastruktur der städtischen Dienstleistungen vollständig zusammen. Das Wasser- und Elektrizitätssystem wurden vollständig beschädigt, circa 80% der …

Der Widerstand von Kobanê – eine Chronologie des Kampfes um die Stadt (5)

arin-mirkanTeil 5 des Kobanê-Specials, Sedat Sur (ANF), Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, 29.10.2016

Der große Sturm des IS auf Kobanê war ausgebrochen. Doch immer wieder gerieten die Islamisten bei ihrem Vormarsch ins Stocken und mussten große Verluste hinnehmen. Jedes dieser Schläge raubte den Angreifern ein ihres Siegeswillens. Die Verteidiger der Stadt hingegen zeigten bei jedem dieser Schläge große Opferbereitschaft, was die Moral der YPG und YPJ insgesamt ungemein stärkte. Die erste dieser Heldengeschichten wurde im Dorf Serzorî geschrieben.

Der Widerstand von Serzorî

Serzorî  befindet sich rund 35 km östlich von Kobanê an der Grenze zu Girê Spî. Die …

Der Widerstand von Kobanê – eine Chronologie des Kampfes um die Stadt (7)

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Teil 7 des Kobanê-Specials, Sedat Sur (ANF), Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, 31.10.2016

Nun begann die Phase der Rückeroberung Kobanês. Nachdem die YPG- und YPJ-Einheiten über zweieinhalb Jahre hinweg die Angriffe gegen ihre Stadt abgewehrt hatten, gingen sie nun von der Verteidigungsposition über zum Angriff. Die Mission, den IS aus Kobanê und dem Umland zu vertreiben, sorgte für eine Aufregung im positiven Sinne bei den Verteidigern der Stadt. Sie alle waren hochmotiviert und schmiedeten die Pläne für den Angriff auf den IS. Und so wurden alle strategischen Punkte Kobanês benannt und mit Anbruch des Dezembers 2014 nach die …

Der Widerstand von Kobanê – eine Chronologie des Kampfes um die Stadt (4)

kobaneTeil 4 des Kobanê-Specials, Sedat Sur (ANF), Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, 27.10.2016

Die letzten Stunden des 14. September 2014 waren die ersten des großen Widerstands von Kobanê. Die Stadt war von allen Seiten umzingelt und belagert. Der historische Kampf um die Stadt zwischen der YPG/YPJ und dem “Islamischen Staat” entwickelte sich zu einem historischen Ereignis der Neuzeit. Während den Angriffen im Juni hat der IS gemerkt, dass der Widerstand  der YPG und YPJ trotz der Belagerung aus drei Seiten nicht zu brechen ist.

Ruhe vor dem Sturm

Der August 2014 war aus Sicht der Kämpfe in und …

Der Widerstand von Kobanê – eine Chronologie des Kampfes um die Stadt (6)

ypgkobaneTeil 6 des Kobanê-Specials, Sedat Sur (ANF), Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, 30.10.2016

Der Krieg in Kobanê spielte sich nun in der Stadtmitte ab. YPG- und YPJ-Kämpfer leisteten Widerstand in jeder Straße und jedem Haus von Kobanê. Inmitten des Widerstandes wurde Kommandant Diyar zu einer Führungsfigur.

Im Stadtzentrum muss der IS schwere Verluste hinnehmen

Der IS kontrollierte mittlerweile Miştenur, Kaniya Kurda, Izae und den Şehit Dicle Friedhof. Er war also weit in das Stadtzentrum vorgerückt. Die YPG- und YPJ-Einheiten verteidigten die Stadt am Til Şeir-Hügel. Die YPG, die außer den Kampf um Serekaniyê in 2013 keine Erfahrung in …

Der Widerstand von Kobanê – eine Chronologie des Kampfes um die Stadt (3)

Teil 3kobane_grenze des Kobanê-Specials, Sedat Sur (ANF), Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, 26.10.2016

Als der IS 2013 trotz der Bedenken anderer dschihadistischer Gruppierungen in Syrien sein Aktionsfeld über den Irak auch nach Syrien ausdehnte, konnte die Organisation binnen kürzester Zeit weite Teile Nordsyriens unter seine Kontrolle bringen. Viele Dschihadisten der Al-Nusra Front, dem syrischen Ableger der Al-Kaida, liefen daraufhin zum IS über. Und auch als das beliebteste Ziel internationaler Dschihadisten  galt von nun das Kalifat von Al-Baghdadi, dem selbsternannten Kalifen des „Islamischen Staates“. Diese Entwicklung bewegte auch die Türkei dazu, ihre Bündnispartner im Kampf gegen die Revolution von …

Der Widerstand von Kobanê – eine Chronologie des Kampfes um die Stadt (2)

Kobane1Teil 2 des Kobanê-Specials, Sedat Sur (ANF), Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, 25.10.2016

Die Revolution von Rojava nahm ihren Beginn in Kobanê. In der Nacht vom 18. auf den 19. Juli 2012 übernahm die organisierte Gesellschaft des Ortes die Kontrolle über ihren Heimatort und vertrieb die letzten Vertreter des Baath-Regimes aus der Stadt. Von Kobanê aus weitete sich die Revolution auch die Kantone Afrin und Cizîre aus. Doch Kobanê ist nicht nur aus diesem Grund Symbolfigur der Revolution von Rojava. Die Stadt ist immer wieder auch zum Angriffsziel dschihadistischer Gruppierungen geworden und deshalb zum Widerstandssymbol für eine freie, …

Der Widerstand von Kobanê – eine Chronologie des Kampfes um die Stadt

worldkobanedayKobanê-Special anlässlich des Welt-Kobanê-Tages am 01. November, Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, 24.10.2016

Liebe Leserinnen und Leser,

mit Beginn der militärischen Operation auf Mossul im Norden des Iraks ist der sogenannte Islamische Staat (IS) wieder in aller Munde. Doch die Art und Weise wie über den IS gesprochen wird, hat sich in den letzten zwei Jahren doch deutlich gewandelt. Denn als der IS im Juni 2014 die Kontrolle über die irakische Millionenmetropole Mosul kampflos übernahm, eilte der Terrorbande der Ruf der Unbesiegbarkeit voraus. Gepaart mit einer brutalen Terrorpropaganda, die der IS erfolgreich über die sozialen Medien über die …

Initiative Städtepartnerschaft Kobanê-Frankfurt unterstützt Waisenhaus von Kobanê

20160816_initiative_kobane-frankfurt_logoEin Projekt der »Stiftung der Freien Frauen in Rojava«, aus dem Kurdistan Report 187 | September/Oktober 2016

Nach der Befreiung Kobanês kehrten viele der geflüchteten Einwohner in ihre Heimatstadt zurück, um sich am Wiederaufbau zu beteiligen. Der Islamische Staat (IS) hatte jedoch zahlreiche Sprengfallen gelegt und Selbstmordattentäter in die Stadt eingeschleust und am 25.06.2015 einen großen Anschlag gegen die Zivilbevölkerung verübt, bei dem insgesamt 251 Menschen ums Leben kamen. Viele Kinder verloren bei diesem Anschlag ihre Eltern.7Der Wiederaufbau von Kobanê ist nicht nur eine materielle Notwendigkeit, sondern hat auch große symbolische Bedeutung im Kampf gegen den IS. Er wird erschwert, …

Grenzüberschreitende Angriffe des türkischen Staates in Rojava weiten sich aus: Tote und Verletzte in Kobane

IMG_0439Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit, 02.09.2016

Nachdem die Türkei am 24. August 2016 mit unterschiedlichen dschihadistischen Gruppen wie Al Nusra einschließlich des IS die nordsyrischen Stadt Dscharablus eingenommen hat, erreicht uns heute die Meldung über Angriffe auf Kobane.

Örtlichen Quellen zur Folge hat das türkische Militär gegen 9:30 örtliche Zeit mit Schußmonitionen und Tränengas die TeilnehmerInnen einer Mahnwache an der Grenze von Kobanê zur Türkei angegriffen. Dabei sind nach vorliegenden Informationen 40 Pesonen verletzt worden. Ein 19-jähriger wurde am Kopf getroffen und erlitt seinen Verletzungen.

Vor 7 Tagen hatten die Bewohner von Kobane und die Kantonsregierung gemeinsam eine …

»Jiyana nû – neues Leben« – Ein Kobanê-Schulprojekt

kobane_SchulprojektBirgit Zwikirsch und Christian Katz für den Kurdistan Report Nr. 185  | Mai/Juni 2016

Seit einem Jahr engagieren sich zwei Oldenburger Schulen im Projekt »Jiyana nû« für den Wiederaufbau der Schulen in Kobanê.

Ausgangspunkt des Projekts war eine Solidaritätsaktion für die êzîdischen Geflüchteten aus Şengal (Sindschar) im Herbst 2014. Das Entsetzen und die Betroffenheit über die Angriffe des sog. »Islamischen Staats« (IS) fanden auch an den Schulen ihren Ausdruck. Viele SchülerInnen haben familiäre oder freundschaftliche Beziehungen zu den Menschen in und aus den kurdischen Gebieten. Spontan gründeten sich an den beiden Oldenburger Schulen Gruppen zur Unterstützung einer Kleiderspendensammlung für die …