Der Kampf um muttersprachliche Bildung
Eine Delegation aus Friedrichshain-Kreuzberg besucht derzeit Dêrik – und erlebt vor Ort, wie der politische Umbruch in Syrien zunehmend auch Fragen von Bildung, Sprache und gesellschaftlicher Teilhabe prägt.
Eine Delegation aus Friedrichshain-Kreuzberg besucht derzeit Dêrik – und erlebt vor Ort, wie der politische Umbruch in Syrien zunehmend auch Fragen von Bildung, Sprache und gesellschaftlicher Teilhabe prägt.
Nach fast acht Monaten Gefangenschaft in Syrien ist der kurdische Journalist Ahmet Polad an die Türkei überstellt worden – schwer gezeichnet von Folter und monatelangem Hungerstreik befindet er sich weiterhin in Haft.
Die Ermordung des kurdischen Soldaten Sîpan Xiznî und der Tod von neun Menschen in einem Gefängnis in Kobanê haben in den vergangenen Tagen zu schweren Spannungen in Nord- und Ostsyrien geführt. Die Ereignisse werfen zugleich grundlegende Fragen über den weiteren Integrationsprozess zwischen den kurdischen Gebieten und der neuen syrischen Staatsordnung auf.
Mehr als zehn Jahre nach … weiterlesen
Das SAMER – Zentrum für Feldforschung hat untersucht, wie auf der Plattform X über die Entwicklungen in Rojava diskutiert wird. Grundlage der qualitativen Diskursanalyse sind 325 Beiträge aus dem Januar 2026. Im Zentrum stehen die Debatten über militärischen Druck, Waffenstillstände, Verhandlungen mit Damaskus und die mögliche Integration der Strukturen der Selbstverwaltung in den syrischen Staat.
Weltpolitik erlebt eine Phase, in der ihre moralischen Masken nicht mehr halten: Interessen treten offen zutage, Widersprüche werden zum Prinzip, Legitimität zur Verhandlungsmasse. Wer auf Rojava blickt, sieht diese Entblößung in Echtzeit – und zugleich, wie ein demokratischer Gegenentwurf zwischen Damaskus, Ankara und europäischer Realpolitik zunehmend an den Rand gedrängt wird.
Neue Details zum Prozess um das Abkommen vom 30. Januar: Politische Quellen berichten, Öcalan habe QSD und weitere Akteure zu Dialog und Verhandlungen gedrängt – und vor einem blutigen Szenario sowie langfristiger Eskalation gewarnt.
Während Kriegsverbrechen in Syrien offen dokumentiert sind, relativieren deutsche Leitmedien sie zunehmend – und übernehmen Narrative, die islamistische Täter reinwaschen und kurdische Opfer delegitimieren. Am Beispiel eines SPIEGEL-Artikels zeigen wir, was dabei ausgeblendet wird.
In der Stadt Kobanê an der syrisch-türkischen Grenze spitzt sich die humanitäre Lage dramatisch zu. Die Armee des islamistischen Präsidenten Syriens, Ahmed Al-Sharaa, belagert die Stadt seit Donnerstag.
Angesichts der anhaltenden Angriffe auf die Demokratisch Autonome Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens (DAANES), auch bekannt als Rojava, wenden sich derzeit zwei offene Briefe an die Öffentlichkeit. Beide Aufrufe eint die klare Forderung nach politischer Verantwortung, Schutz der Zivilbevölkerung und Anerkennung der demokratischen Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien.
Kobanê ist vollständig eingeschlossen: Rund 150.000 Menschen sind ohne Strom, Wasser, medizinische Versorgung und Fluchtmöglichkeiten einer gezielten Belagerung durch türkische Truppen, islamistische Milizen und verbündete Kräfte ausgesetzt. In ganz Rojava eskalieren die Angriffe, über 170.000 Menschen wurden vertrieben, während humanitäre Hilfe blockiert und ein Massenausbruch von IS-Häftlingen droht. Trotz internationalem Schweigen formieren sich Widerstand, Selbstorganisierung und weltweite Solidarität – von der Verteidigung Kobanês bis zu Demonstrationen, Karawanen und dringenden Spendenaufrufen.
In Pirsûs (tr. Suruc) marschieren tausende Menschen zur syrischen Grenze, um Solidarität mit dem belagerten Kobanê zu zeigen. Ein breites Bündnis linker, demokratischer und gewerkschaftlicher Gruppen organisiert den Marsch und widersetzt sich der Polizeigewalt. Die Teilnehmenden rufen Parolen wie „Bijî Berxwedana Rojava“ und „Jin, Jiyan, Azadî“ und tragen Porträts gefallener Kämpfer:innen. Die Aktion ist Teil einer größeren Mobilisierung in Kurdistan und der Diaspora gegen die Angriffe auf Rojava.
Trotz angekündigter Waffenruhe gehen Angriffe in Nord- und Ostsyrien weiter. In Qamişlo trifft es auch zivile Infrastruktur. Bundesweit Solidaritätsproteste. In Hannover Messerangriff nach Demo.
2.000 IS-Gefangene in Raqqa drohen auszubrechen: QSD warnt vor Massenausbruch, Umstellung durch Regierungstruppen und türkeitreue Milizen. Unterstützung der Anti-IS-Koalition bleibt aus.
Pressemitteilung von Civaka Azad – KurdischesZentrum für Öffentlichkeitsarbeit, 19.01.2026
Die Demokratische Selbstverwaltung von Nord und Ostsyrien hat am 18. Januar 2026 wegen fortgesetzter Angriffe der syrischen Übergangsregierung die Generalmobilmachung ausgerufen und Damaskus vorgeworfen, Abkommen zu brechen und Friedensbemühungen gezielt zu sabotieren. Sie ruft die Bevölkerung, besonders in Cizîrê und Kobanê, zur kollektiven Selbstverteidigung bis hin zur Bewaffnung auf und sieht das Ziel der Angriffe in der Zerstörung des revolutionären Zusammenlebens sowie der Unterdrückung kultureller Vielfalt. Als historischen Wendepunkt bewertet sie die Lage als existenziellen Kampf um Würde, Identität und Errungenschaften und fordert geschlossenen Widerstand an der Seite von QSD und YPJ.
Ehemalige Mandatsträger:innen und Bürgermeister:innen sowie MAF-DAD warnen vor dem Empfang von Ahmad al-Sharaa in Berlin. Sie verweisen auf völkerrechtliche Pflichten, dokumentierte Verbrechen und drohende Eskalation.
Die kurdisch geprägten Stadtteile Şêxmeqsûd und Eşrefiyê in Aleppo erleben derzeit eine der schwersten Gewalteskalationen seit Jahren. In der vergangenen Woche wurden sie von Truppen der syrischen Übergangsregierung gemeinsam mit verbündeten islamistischen Milizen angegriffen.
Die Lage in Syrien verschärft … weiterlesen
In Aleppo hat sich die Lage in den vergangenen Tagen dramatisch zugespitzt. Die kurdischen Stadtviertel Şêxmeqsûd und Eşrefiyê wurden von der syrischen Übergangsregierung zu militärischen Sperrgebieten erklärt und stehen seither unter massivem Beschuss.